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SISTEIEREISCHE UEBERSICHT
VÖGEL NORD-OST-AFRIKAS
ABBILDUNG UND BESCHREIBUNG VON FÜNFZIG THEILS UNBEKANNTEN,
THEILS NOCH NICHT BILDLICH DARGESTELLTEN ARTEN.
VON
- Dr EDUARD RÜPPELL.
FORTSETZUNG
DER NEUEN WIRBELTHIERE, ZU DER FAUNA VON ABYSSINIEN GEH(ERIG.
FRANKFURT A. W.
IN COMMISSION DER 5. SCHMERBER’SCHEN BUCHHANDLUNG.
. (NACHFOLGER H. KELLER.)
1845.
r:
H.L. BROENNER'S OFFICIN.
Seinem hochgeschätzten u
auf der Reise ne einien,
Herrn FE. H. von Kittlitz,
dem genialen Beobachter der Vegetations - Scenerie an den Ufern des stillen
Oceans und der sie belebenden Vögel,
- widmet dieses Schriftchen,
als Zeichen aufrichtiger Freundschaft
der Verfasser.
Vorrede.
Eine interessante Naturaliensendung, welche mir vor fünf
Jahren ein mit meiner Geldunterstützung im südlichen Abys-
sinien seit 1835 verweilender Jäger zuschickte, enthielt viele
theils bisher ungekannte, theils von mir auf der Reise im
nordöstlichen Afrika nicht beobachtete Vögel. Mehrere der-
selben habe ich in kleinen Abhandlungen beschrieben, ver-
öffentlicht in dem Museum Senckenbergianum und in den
Schriften der Londoner zoologischen Gesellschaft; allewurden
unter den von mir gegebenen Benennungen in dem hiesigen
naturhistorischen Museum aufgestellt, dem ich sie geschenks-
weise überliess, und die Doubletten durch Austausch an andere
Sammlungen verbreitet. Doch hierdurch gelangen neue Vögel
nur sehr vereinzelt und langsam zur Kenntniss der Freunde
der Ornithologie. Ohne die Zugabe einer guten ikonographi-
schen Darstellung wird die Beschreibung eines neuen Vogels
gewöhnlich wenig berücksichtiget, und oft bei verwandten
Arten irrig aufgefasst und verweclıselt. Die Ansprüche, welche
man aber heut zu Tage an ornithologische Abbildungen
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macht, sind schwer zu befriedigen, da man durch das Mei-
sterhafte, was in dieser Beziehung in England geliefert wird,
ganz verwöhnt ist.
Der glückliche Zufall, mit einem sehr talentvollen jungen
naturhistorischen Maler, Herrn Wolf in Darmstadt, bekannt
zn werden, gab mir Gelegenheit, fünfzig im nordöstlichen
Afrika vorkommende Vögel, die theils ganz ungekannt sind,
oder von denen bisher nur Beschreibungen veröffentlicht wa-
ren, abbilden zu lassen, welches auf das Befriedigendste aus-
gefallen ist. Indem ich in gegenwärtigem Werkchen diese
fünfzig interessanten Abbildungen und deren Beschreibungen
veröffentliche, erfülle ich zugleich die mir schon längst oblie-
gende Verpflichtung, ein systematisch geordnetes Verzeichniss
aller von mir im nordöstlichen Afrika beobachteten und in
meinen verschiedenen Publieationen beschriebenen Vögel zu
geben, dem jetzigen Stand der Wissenschaft entsprechend,
das heisst mit Rücksichtsnahme auf die vielen verschiedenen
Gattungen, welche in neuester Zeit namentlich von englischen
Naturforschern im ornithologischen System eingeführt wur-
den. Es geschieht dieses mit der ausdrücklichen Bemerkung,
dass ich weit entfernt bin, die unbedingte Zulässigkeit aller
dieser neuen Abtheilungen und ihrer Namen anzuerkennen.
Ich befolgte bei der Zusammenstellung der Gattungen
so ziemlich die Ordnung, in welcher sie in der neuesten Aus-
gabe von @. R. Gray’s genera of Birds, London 1843 ver-
zeichnet sind. Ob es mir übrigens geglückt ist, jedem meiner
afrikanischen Vögel eine richtige Stelle in jenen zahlrei-
chen Unterabtheilungen anzuweisen, bin ich weit entfernt zu
erwarten, wenn gleich ich eigens nach London gereist bin,
um mich von Herrn Gray selbst über manches Zweifelhafte
vi
belehren zu lassen. Diese Reise gab mir Gelegenheit, mehrere
Vögel kennen zu lernen, die Major Harris auf einer Exeur-
sion nach Schoa einsammelte, und welche ich als Bewohner
des nordöstlichen Afrika in meinem Arten - Verzeichniss auf-
zuführen erspriesslich fand, wie ich solches auch mit einigen
Raubvögeln thue, die des Herzogs Paul Wilhelm von Württem-
berg Kön. Hoh. von seiner wissenschaftlichen Reise nach
Sennaar heimbrachte.
In meinen beiden grösseren naturhistorischen Publica-
tionen : „Zoologischer Atlas zur Reise im nordöstlichen Afrika“
und „Neue Wirbelthiere zur Fauna von Abyssinien gehörig“
sind die 73 Tafeln, welehe den Abbildungen der Vögel ge-
widmet sind, ohne systematische Ordnung an einander ge-
reihet, wodurch die Benutzung dieser Werke beschwerlich
ist. In gegenwärtiger Arten-Zusammenstellung sind alle jene
Abbildungen und Beschreibungen nebst etwaiger Berichtigung
derselben an der im Systeme vorkommenden Stelle aufge-
führt worden; so dass dieses Verzeichniss, obgleich ein für
sich bestehendes abgeschlossenes Ganze, für die Besitzer je-
ner Werke eine unentbehrliche Fortsetzung ist. — Wegen
einiger Irrungen in den Unterschriften mehrerer Tafeln, ver-
anlasst durch die Fertigung derselben ausserhalb Frankfurt,
bitte ich um Nachsicht. Das im Text Angegebene ist immer
allein zu berücksichtigen. Ein Verzeichniss aller jener Schrift-
fehler auf den Tafeln ist umstehend gegeben.
Frankfurt am Main im Juli 1845.
Dr Eduard Rüppell.
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Druckfehler auf den Tafeln.
e Das Grössenverhältniss der Zeichnung für Taf. 3 und 2 ist 24, für Taf.
25, 27, 30, 36 und 38 ist %, der natürlichen Grösse; bei allen andern
Tafeln, ohne Angabe des Grössenverhältnisses, ist die Darstellung in na-
N türlicher Grösse.
1 Taf. 3. Caprim. tristigma statt Caprim. poliocephalus.
En, „ 4. Caprim. poliocephalus statt Caprim. letrasligma.
aa „» 8. Promerops minor statt Epimachus minor.
Sp „10, 11, 12, 13. Drymoica statt Drimoica.
E „ 22. Parisoma frontale statt Parisomus frontalis..
a „» 27. anguitimens statt angiutimens. \
R „29. Ploceus statt Textor.
% „49. Pelecanus statt Onocrotalus.
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pr Druckfehler und Berichtigungen im Texte.
@
Seite 18. Zeile 5 v. u. scapo statt scapho.
we » 211. „ 1 - - nordwestlichen statt nordöstlichen.
Br B »„ 35. „» 9 - - jene und diese statt jener und dieser.
R' » 57. „10 - - Trochilus statt Trochillus.
Br „ 64. ,„ 2 v.o.purpuropterus statt purpuroptera.
0
„» 65. „ 7Tv.u.torque statt torquete.
re Bu Vögel S. 94. statt S. 10.
Ausserdem ist anf mehreren Seiten zu lesen: vibrissae statt fibrissae,
und längs statt längst.
Seite 56 ist einzuschalten im Verzeichniss der Arten:
125a. Cisticola schoenicola, Bonap. oder Sylvia eisticola Temm., häufig
in Egypten. f
Ferner Seite 57 als Anhang der Grasmücken:
125b. Salicaria cinnamomea, Rüpp. Wirbelth. Taf. 42, f.1, Abyssinien.
125.0. galactodes, Temm., Egypten, Nubien und Abyssinien.
125d. i. leucoptera, Rüpp. syst. Uebers. Taf. 15, Schoa.
125e. r palustris, Bechstein, Egypten.
125 f. r phragmitis, Bechstein, Egypten, Nubien.
Erste Ordnung.
Raubvögel. Rapaces.
Familie der Geier. Yulturidae.
Taf. 1.
Krilıfeo,
Gypaötus meridionalis. Südländischer Bartgeier.
Diaynosis: Gypaötus speciei europaeae (G. barbato) persimilis, a qua differt regione
anguli oris et suboculari plumulis lanuginosis albis, tarsis parte in-
feriore et interna plumis devestita.
Kaiserling und Blasius in ihrem neuen Werke: Die Wirbel-
thiere Europa’s pag. XXVIll. machten zuerst auf den Unterschied
aufmerksam, welcher zwischen dem im gemässigten Europa
und dem im ganzen afrikanischen Continent lebenden Bartgeier
vorhanden ist, und bezeichneten letzteren mit dem Artennamen
Gypa&ötus meridionalis. Beide Arten sind in der Färbung der Fe-
dern und dem Grössenverhältnisse ganz übereinstimmend ; das
Charakteristische des afrikanischen Bartgeiers ist, dass die Läufe
vorn und inwendig über Y, der Länge, hinten und aussen über
die Hälfte unbefiedert und mit Maschennetzhaut bedeckt sind, und
dass dieG@egend am Mundwinkel und von da rückwärts unter den
Augen hin bis zur Öhrengegend mit wolligen weissen Federdau-
nen besetzt ist, ohne Beimischung jener schwarzen Borsten-
haare, welche die europäische Art hier in jedem Alter zeigt, wo
Ornith. von N.0.Afr, 1
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sogar das Gefieder selbst theilweise schwarz ist. Die Füsse der
letzteren sind bis unfern des Ansatzes der Zehen rundum befie-
dert. Diese von vorgenannten Gelehrten herausgehobenen Un-
terschieds-Merkmale finden sich bewährt an den fünf schönen
Exemplaren, welche das Frankfurter Museum besitzt, und von
denen zwei authentisch aus der Schweiz und Tyrol abstammen,
die drei andern aber uns aus Abyssinien und der Caplandschaft
direct zugekommen sind. Ein anderer von diesen Gelehrten an-
gegebener Unterschied zwischen diesen beiden Arten in der
Länge der Schwungfedern und einer verschiedenen Färbung
ihrer innern Fahne ist dagegen vermuthlich Folge des Wachs-
thums gewesen, denn er zeigt sich nicht auf die angegebene
Weise an den Exemplaren unsers Museums. Im Uebrigen ist,
wie schon bemerkt, bei beiden Arten die verschiedene Färbung
des Gefieders in den correspondirenden Altersperioden die näm-
liche, ebenso ist ihre Körperdimension dieselbe; und ich be-
merke geflissentlich, dass die kleinere Statur, welche man bei
einigen in der Schweiz und Sardinien erlegten Individuen beob-
achtet hat, sicher nur die Folge einer durch unzureichende Nah-
rung gehemmten natürlichen Entwickelung des Wachsthums ge-
wesen ist.
Da alle bis jetzt veröffentlichte Abbildungen der Bartgeier
den in Europa lebenden Vogel darstellen, so halte ich es für die
Naturforscher von Interesse, die genaue Zeichnung eines ächt
afrikanischen Gypaetus bekannt zu machen, es einem Jeden an-
heimstellend, diesen Vogel als eine von der europäischen Art
specifisch verschiedene anzunehmen, oder ihn nur als eine eli-
matische, aber constante Varietät zu betrachten.
Der dargestellte Vogel ist ein ganz ausgefiedertes altes
Männchen. Oberkopf und dessen Seiten von der Hälfte des Un-
terschnabels bis zur Ohrengegend rein weiss; Basis des Schna-
bels rundum mit vorwärtsgerichteten schwarzen Bartborsten; ein
3
schwarzer Streif von den Naslöchern durch die Augen, dann sich
verschmälernd und auf dem Hinterhaupt zusammenstossend. Hals,
Brust, ganze untere Körperseite und Schenkel weisslich, jede
Feder nach ihrer Spitze zu rostroth, an der äusseren Seite der
Schenkel bräunliche Flecken. Rücken, Schwanz und Flügel dun-
kelbisterbraun, mit weisslichem Schaft und schwärzlichem Sei-
tenrande. Die dritte Flugfeder die längste. Untere Schwanzdeck-
federn schmutzig weiss, einige seitlichen auf der äusseren Fahne
und an der Endspitze braun. Füsse bläulich. Nägel hornfarbig,
Schnabel gelblichbraun. Iris schön feuerroth.
Ganze Körperlänge in beiden Geschlechtern von
der SchnabelspitzebiszumSchwanzende 41 ”*) —
Vom Flügelbug bis zur Spitze der dritten
Finde RENNEN I EERT u
Länge des Schwanzes besonders gemessen . 17 —
Länge der Mittelzehe, ohne den Nagel . . . 2 11
» „ äusseren Zehe LEER VL LER, 1 9
Een Bee aa a; 1 6
» » hinteren Zehe 2 DER 207 1 4
Der südländische Bartgeier findet sich auf den meisten
hohen Felsengebirgen von Abyssinien, dem peträischen Arabien,
Nubien und Egypten ; nirgends ist er häufig, und selten sieht
man mehr als drei derselben in den Lüften kreisen, wie es scheint
ein altes Paar und ihr einziges Junge. In Abyssinien begegnete
ich ihm zuweilen, auf einzelnen hervorspringenden Felsenzacken
sitzend, über einem steilen Bergabhang, nach seiner Beute
spähend, die in Säugethieren von mittler Grösse, wie Ziegen,
Schafe und besonders Klippschliefer besteht. Er kennt seine
Kraft und scheint stolz darauf, denn er ist wenig scheu gegen
annahende Menschen.
*) Alle Maassangaben sind inZoll und Linien des Pariser Pied du Roiangegeben,
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4
Ueber die verschiedenen Geier- Arten hatte ich im Jahre
1830 einen Aufsatz in den Annales des sciences naturelles ver-
öffentlicht, und in meinen neuen abyssinischen Wirbelthieren
gab ich im Jahre 1838 eine berichtigende Uebersicht dieser
Gattung mit Rücksicht auf die geographische Verbreitung der
Arten. Seitdem erhielt ich durch mündliche Besprechung mit
dem als vortrefflicher Beobachter rühmlichst bekannten engli-
schen Naturforscher Dr. Andrew Smith wichtige Belehrungen
über die Veränderungen im Gefieder der grauen Geier. Er hat
nämlich auf seinen vieljährigen Reisen in Südafrika an zahlrei-
chen Reihefolgen dieser Vögel, die er theils geschossen, theils
lange in Gefangenschaft lebend beobachtete, ermittelt, dass die
schlanken langen zugespitzten hellbraunen Federn der Halskrause
des Vultur Chassefiente Le Vaillant sich nach und nach ganz
abnutzen, kurz und breit werden, eine zugerundete Form an-
nehmen, und dabei sich ganz weiss färben; jenes ist auch der
Fall mit den zugespitzten Federn der kleinen Flügeldeckfedern,
den langen Federn auf dem Bauch und an den Schenkeln. Die
Farbe des Schnabels ist ferner nicht constant, und ist bald horn-
braun, bald mehr oder weniger schwärzlich. Das allgemeine
Gefieder des Vogels endlich, welches in der Jugend hellgelb-
braun ist, gehet in Südafrika wenigstens mit zunehmendem Al-
ter ins schmutzig weisse über *). Dr. Smith stellte diesem al-
lem zufolge ausser Zweifel, dass Vultur Chassefiente das Jugend-
gefieder, und Vultur Kolbii der ganz alte Vogel von Vultur fulvus
der Autoren ist, und er nimmt an, dass der von mir auf Taf. 32
meines Zoolog. Atlas abgebildete Geyer nichts als eine dunkel-
braune Varietät eines alten Vultur fulvus ist. Durch von mir im
Britischen Museum angestellte Vergleiche erkannte ich ferner,
dass diese nämliche Art auch überall in Indien vorkömmt, und
*) Dieses ward von mir niemals in Nord - Afrika beobachtet.
5
mithin so ziemlich über die ganze gemässigte und warme Zone
der alten Welt, mit Ausnahme von Australien, verbreitet ist.
Auch versicherte mir Dr. Smith, dass alle die vielen von ihm
in Südafrika beobachteten Vultur auricularis mit sehr stark
entwickelten schlappen fleischfarbigen Hautlappen längs der
Seiten des Halses versehen waren, wie ich solches selbst sah
an einer Reihenfolge lebender, von Südafrika kommender In-
dividuen, die im Londner zoologischen Garten ausgestellt sind.
Da nun diese Hautlappen am Halse den vielen von mir in Nu-
bien, Kordofan und Abyssinien eingesammelten dickköpfigen
Geiern fehlen, welche durch Farbe des Gefieders, Federnbildung,
Grösse, Schnabel und Kopfform, kurz in allem anderen mit jenen
eapischen Vultur auricularis identisch sind; da ferner Burchell
ausdrücklich in seiner Reise Vol. 1. pag. 377 sagt, er habe ver-
gebens in Südafrika jene Halshautlappen an den von ihm erleg-
ten diekköpfigen braunen Geiern aufgesucht: so dürfte man zu
vermuthen berechtigt seyn, dass vielleicht doch in Afrika zwei
braungefärbte, sehr nahe verwandte Geierarten leben, in Be-
ziehung auf Grösse, Form und Farbe ganz gleich, und nur un-
terschieden durch die Anwesenheit jener Hautfalte an den Sei-
ien des Halses. Dem einen derselben, den Le Vaillant zuerst
beobachtete, würde der Artenname Vultur (Otogyps) auricu-
laris verbleiben; sein Tummelplatz scheint auf die südliche
Hälfte des afrikanischen Continentes beschränkt; für den andern
Vogel könnte man den Namen Vultur nubicus beibehalten,
welcher in Griffith's animated Kingdom bei der davon veröflent-
lichten Abbildung gebraucht wurde; diese Art, welche vorzugs-
weise Central-Afrika bewohnt, würde identisch mit dem von
Burchell in der Kaflrerei beobachteten Vogel seyn, und scheint
auch einmal bis nach Morea sich verflogen zu haben. Dass der
in der Deseript. de !’Egypte auf Taf. Xl abgebildete Geier das
Jugendgefieder des gewöhnlichen Vultur einereus, keineswegs
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aber jenen Vultur nubicus darstellt, ist von Herrn Lafresnaye
zuerst ermittelt worden. Jene Art ist mithin auch ein Bewohner
des nordöstlichen Afrika; ich selbst erlegte oder beobachtete ihn
übrigens nie in jenem Continent. Endlich hat auch der unermüd-
liche Naturforscher Herzog Paul von Württemberg während
seiner wissenschaftlichen Reisen dem obern Nilstrom entlang,
südlich von Sennaar einige Geier erlegt, die mit Vultur benga-
lensis Latham, oder J. E. Gray’s Vultur leuconotus (Indian
Zoology Vol. I. Taf. 14) identisch sind, demnach dieser Vogel
als ein Bewohner Afrikas, wenn gleich vielleicht nur ein zufäl-
liger, aufzuzählen ist. Nach des erlauchten Reisenden mündlicher
Mittheilung fanden sich diese Geier nur an dem Aase von
Elephanten.
Familie der Falken. Falconidae.
Taf. 2.
Nisus sphenurus Rüppell. Keilsehwänziger Sperber.
Diaynosis: Mas adult.: Nisus capite, cervice, dorso et alis colore cinerascente, re-
migibus longitudine dimidium caudae aequantibus, vexillo externo et
apice nigricante, parte basali albicante rivulis fuscis undulatis; cauda
elongata subcuneiformi, supra colore cinerascente, apicem versus fas-
cia nigra, limbo marginali albido, rectrieibus binis medianis et duabus
lateralibus concoleribus, octo intermediis vexillo interno fasciis nigri-
cantibus; gula ex albido cinerascente, pectore et abdomine ex rufo
isabellino, lineis albicantibus permultis variegato; crisso albicante;
pedibus et cera flavis.
Bereits vor zehn Jahren habe ich die Beschreibung dieses
Vogels in meinen abyssinischen neuen Wirbelthieren (Vögel
pag. 42) veröffentlicht, ohne eine dazu gehörige Abbildung
bekannt zu machen. Indem ich dieselbe hiermit nachliefere, wie-
derhole ich wörtlich als ihre Erklärung jene Beschreibung, die
sich auf ein altes Männchen beziehet, da ich von dieser Art nur
ein einziges Individuum einsammelte.
Grundfarbe des Oberkopfes, Nacken, Rücken, Flügeldecken
7
und obere Schwanzseite schiefergrau, die kleinen Deckfedern
etwas mehr schwarzgrau, die äussere Fahne und die Endspitzen
der Schwingen ebenfalls schwarzgrau, während der obere Theil
der innern Fahne weissgrau ist mit dunkleren Bändern. Schwanz-
federn am Ende weiss gesäumt, an den zehn mittleren Federn
folgt auf diesen weissen Saum eine schwarze Binde; die andern
vier Schwanzfedern haben auf den innern Fahnen fünf schwarze
Flecken, zwischen welchen die Grundfarbe ins Weissliche über-
geht. Die grossen Flügeldeckfedern haben längs ihres Schafts
eine Reihenfolge weisser Flecken, welche bei anliegendem Flü-
gel nicht sichtbar ist. Kehle, Schenkel und Aftergegend sind
grauweiss, Ohrengegend blaugrau, Brust und Bauch röthlich
isabell mit feinen weisslichen wellenförmigen Querlinien. Füsse,
Wachshaut und Iris orangegelb, Schnabel und Nägel schwarz.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Ende der mittleren Schwanzfeder . . . 11” 10’
Länge des Schwanzes besonders gemessen . . . 5 7
Länge des Oberschnabels von der Spitze längs der
Krümmung bis zur Wachshaut . . ..— 6
Verticalhöhe des Schnabels . . 2... 54
Flügelläinge vom Bug bis zur Spitze der vierten
FE it en nr a ee ee
DE ee ein a ae FE
Vorkommen: die Insel Dahalak bei Massaua auf Mimosen-
bäumen.
Ueber einige von mir als neue Arten beschriebene Falken
habe ich folgende Berichtigungen mitzutheilen. Es hat sich durch
directen Vergleich herausgestellt, dass mein Aquila albicans
(Wirbelthiere Taf. 13. Fig. 1, 2.) doch identisch ist mit Tem-
minck’s Falco rapax, was ich bei jener Beschreibung als eine
Muthmassung selbst andeutete; der vonmir vorgeschlagene Arten-
namen ist sofort zu unterdrücken.
8
Der auf Taf. 14 meiner abyssinischen Wirbelthiere unter
dem Namen Circaätus funereus abgebildete Falke ist identisch
mit Vieillot’s Circa&tus cinereus (Galerie des Oiseaux Taf. 12.).
Nach den Ansichten des Dr. Schlegel in Leyden, welchen ich
beizupflichten bereit bin, sind meine Buteo Augur und Buteo
hydrophilus nichts als verschiedene Alterskleider und Varietäten
einer einzigen Art, und zwar ist
Taf. 16 Fig. 1 ein ausgefiedertes altes Männchen.
„ 17 , 1ein ausgefiedertes Weibchen.
„ 17 ,„ 2 ein junges Männchen.
„ 16 , 2 eine schwarze Varietät.
Als Bezeichnung für alle ist der Name Buteo Augur beibe-
halten.
Durch meinen im Reiche Schoa befindlichen Jäger erhielt
ich einen sehr schönen Aquila vulturina, von Le Vaillant auf
Taf. 6 seiner Oiseaux d’Afrique abgebildet (Lessons Aquila
Verrouxii), ferner einen Polyporoides typicus, A. Smith. South
African Zoology, Aves Taf. 81. Drei andere Raubvögel, die ich
mir wohl erinnere in Abyssinien gesehen zu haben, ohne ihrer
habhaft zu werden, wurden durch den Herzog Paul von Würt-
temberg während seines Aufenthalts in Sennaar erlegt. Es ist
ein prachtvoller Helotarsus, dem -H. ecaudatus ganz gleich, nur
mit röthlichweissem Rücken (Helotarsus leuconotus, Herzog v.
Württ.*) ; ein Circa&tus, dunkelfärbig mit einer breiten weissen
Binde über den Schwanz (C. zonurus, P, v. Württ.) ;endlich der
kleine Falco chiquera Le Vaillant, der in Gondar einst bis in unsre
Wohnung kleinere Vögel verfolgte. Ausser diesen Raubvögeln hat
der Herzog von Württemberynoch mehrere andere in Nubien und
Sennaar eingesammelt undals neue Arten bestimmt, deren Abbil-
dung und Beschreibung er ehestens zu veröffentlichen beab-
sichtiget.
") Ist dieses wirklich Folge eines specifischen Unterschieds?
A ER 5 2 Hi Zu oe
ge)
Familie der Eulen. Strigidae.
In einer Sammlung abyssinischer Vögel, welche der be-
kannte Major Harris in Schoa einsammeln liess, sah ich eine
kurzohrige Eule, die mir nie vorgekommen war, und welche
alsidentisch mit Otus capensis von 4. Smith erkannt wurde, wo-
von sich eine gute Abbildung in des Letzteren Südafrikanischer
Zoologie Taf. 67 der Vögel findet.
Nach Erichson’s Archiv. 10 Jahrg. 2. Seite 192 hat @uerin
in seiner Revue Zoologique p. 321 zwei neue abyssinische Eulen
beschrieben (Bubo cineraceus und Otus abyssiniceus), die mir
nicht bekannt sind. Ist eine derselben nicht vielleicht die von
Smith beschriebene Art?
Uebersicht aller von mir als Bewohner von Nord - Ost - Afrika
beobachteten Vögel der Ordnung der Raubvögel. apaces.
1) Geier. Julturidae.
. Gypaötus (Ray) meridionalis, Blasius. Rüpp. system. Uebers. Taf. 1,
De
paarweise, nicht sonderlich häufig. Peträisches Arabien,
Abyssinien.
. Neophron (Savigny) perenopterus, Linn. Buffon Taf. 407 adult.,
429 juven., in zahlreichen Familien im ganzen nordöst-
lichen Afrika.
3. Pr püleatus, Burchell oder Cathartes monachus Temminck,
”
Temm. Taf. 222. junger Vogel, in zahlreichen Familien in
ganz Abyssinien.
- Gyps (Savigny) fuleus, Linn., Vultur Kolbii Temm. avis adulta, Rüpp.
Atl. Taf. 32. dunkelfarbige Varietät, Le Chassefiente,
Le Vaill. Afr. Taf. 10. junger Vogel; in zahlreichen Fa-
[5
milien im ganzen nordöstlichen Afrika.
5. 5 bengalensis, Latham., J.E. Gray, Indian Zoology Taf. 14, zu-
füllig in Sennaar, v. Herzog Paul von Württ. beobachtet.
er EN 2 7 Zu ZU ” N n ns EN u ee I Ar eh, Aal ET A re
k vr
10
f 6. Fultur oceipitalis, Burchell, Rüppell Atlas Taf. 22, paarweise zusam-
hr men in Sennaar und Abyssinien.
= 7. °» einereus, Linn. Desc. de l’Egypt. Ois. Taf. 11, einzeln in
2 Egypten.
j 8. Otagyps (Gray) nubiceus?, Griffith. Anim. Kingd. Taf. ..., überall in
3 Nord - Ost- Afrika in kleinen Familien.
|
\ 2) Falken. Falconidae.
?
x 9. Buteo (Cuvier) vulgaris, Bechstein. Buffon Taf. 419, überall in Nord-
Ost - Afrika.
10... Augur, Rüpp. Adult. Rüpp. Wirbelth. Taf. 16, Juven. Rüpp.
Wirbelth. Taf. 17, sehr häufig in Abyssinien.
Ei, u rufinus, Rüpp. Atlas Taf. 27, zufällig in Nubien.
a A a
12. Aqyuila (Brisson) emperialis, Bechst. Desc. de l’Egypte Taf. 12, ein-
zeln in ganz N.O. Afrika. |
e 13. „ naevia, Linn. Desc. de l’Egypte Taf. 2. Fig. 1, einzeln in
n ganz N.O. Afrika.
14. „ pennata, Linn. Temm. Taf. 33, zufällig in Nubien.
15. „ rapar, Temm. oder A. albicans Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 13.
Fig. 1 u. 2, paarweise häufig in Abyssinien.
16. „ vulturina, Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 6, einzeln in Abyssinien.
17. Spizaötus (Vieillot) oceipitalis, Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 2, häufig im
südlichen Abyssinien und Sennaar.
EEE NE En EN ee
18. Circaötus (Vieillot) drachydactylus, Wolf. Naumann Vögel Taf. 51,
ziemlich häufig in N.O. Afrika und Arabien.
EEE
19. ; thoracicus, Cuv. oder C. pectoralis A. Smith, häufig in
Abyssinien.
20. ” cinereus, Vieill. Rüpp. Wirb. Taf. 14 als C. funereus, zu-
fällig in Abyssinien.
j 21. Haliaötus (Cuvier) vocifer, Le Vaill. Le Vaill. Ois. Taf. 4, häufig in
Sennaar und Abyssinien.
22. Pandion (Savigny) haliaötus, Linn. Buffon Taf. 414, häufig an der
Küste des rothen Meeres.
23. Helotarsus (Smith) ecaudatus Daudin. Le Vaill. Afr. Taf. 7, ziemlich
häufig in Kordofan, in Abyssinien.
7 23a. „» leuconotus Herzog Paul v. Württ. Varietät d. Vorstehend.?
Sennaar.
‚ Az BE al ; A
11
24. Falco peregrinus Linn. Buffon Pl. 430, häufig in Egypten, Nubien
TORE
26. ,,
und Abyssinien.
peregrinoides Temm. Pl. col. Taf. 479, dieselben Gegenden
wie F. peregrinus. Wahrscheinlich sind beide eine Art.
chiquera, Le Vaillant Ois. d’Afr. Taf. 30, einzeln in Abyssinien.
27. Tinnunculus (Vieillot) alaudarius, Brisson oder Falco tinnuneulus
2. ge
u...
a
5
.
= SR
Linn. Buffon Taf. 401 und 471, häufig in Egypten und
dem petr. Arabien.
cenchris, Fritsch. Stor. degli Uecelli Taf. 25, häufig in
Abyssinien, Zugvogel in Egypten und Nubien.
aesalon, Gmel. Buffon Taf. 447, einzeln in Untereg;ypten.
biarmieus, Temm.'Taf. 324, häufigin Nubien und Abyssinien.
eoncolor, Temm. Taf. 330, nur auf einer Insel (Barakan)
in rothen Meer, woselbst häufig.
rufipes, Bechstein. Buffon Taf. 431, oder Falco vespertinus
Linn. Gmel., einzeln in Unteregypten und Arabien.
rupieola, Daudin. Le Vaillant Afr. Taf. 35, häufig in ganz
Nord - Ost - Afrika.
34. Pernis (Cuvier) apivorus, Linn. Buflon Taf. 420, häufig in Egypten
und Arabien.
35. Elanus (Savigny) melanopterus, Daudin. Descr. de l’Egypte Taf. 2.
Fig. 2, häufig in ganz Nord-Ost- Afrika.
36. Milvus (Brisson) regalis oder Falco milvus Linn, Buffon Taf. 422,
1 Ehe
häufig in Unteregypten.
ater Linn. oder F. parasiticus Daudin. Desc. del’Egypt. Taf. 3.
Fig. 1, der häufigste Raubvogel in ganz Nord-Ost-Afrika.
38. Daedalion (Savigny) palumbarius, Linn. Buffon Taf. 418, einzeln
RE
in Egypten.
perspieillaris, Rüpp.*) Rüpp. Wirbelth. Taf. 18. Fig. 2,
einzeln in Abyssinien.
40. Nisus (Cuvier) communis, Cuv. Falco nisus Linn. Buffon Taf. 467,
Bu: ;
häufig in Egypten, Arabien und Kordofan.
sphenurus, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 2, einzeln in Abyssinien.
*) Vielleicht identisch mit Temminck’s Falco exilis. Pl. col. Taf. 496. Das
Grössen-Verhältniss meiner Abbildung ist auf der Tafel irrig zu '4 statt zu %, an-
gegeben.
43.
44.
45.
46.
47T.
48.
49.
50.
51.
52.
53.
54.
55.
56.
57.
58.
59.
12
. Nisus unduliventer, Rüpp. Wirbelth. Taf. 18. Fig. 1, zufällig in
Abyssinien.
Melierax (Gray) polyzonus, Rüpp. Wirbelth. Taf. 15. Fig. 1, häufig
in Nubien, Sennaar und Abyssinien.
ö gabar, LeVaill. Afr. Taf. 33,häufigin Kordofan u. Abyssinien.
Circus (Brisson) rufus, Linn. Buffon Taf. 460, häufig in Egypten und
Nubien.
„» eyaneus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 459, ziemlich häufig in
Egypten, Nubien und Arabien.
» maurus. Temm. oder C. Lalandii Smith. Temm. Taf. 461, ein-
zeln vorkommend in Sennaar und Abyssinien.
Polyporoides (Smith) typicus, Smith oder Gymnogenis madagasca-
riensis, Lesson. Smith. Zool.ofSouth Africa Taf. 81. Schoa.
Serpentarius (Cuv.) reptilivorus, Daudin. Buffon Taf. 721, einzeln
in Sennaar und Abyssinien.
3) Eulen. Strigidae.
Athene (Boje) passerina, Linn. Buffon Taf. 439, sehr häufig: in Egypt.
» pusilla, Latham. Le Vaill. Taf. 46, einzeln in Sennaar und
Abyssinien.
Scops (Savigny) vulgaris oder Strix scops Linn. Buffon Taf. 436,
einzeln in Egypten.
Bubo (Boje?) Zactea, Temm. Temm. Taf. 4, häufig in Sennaar und
Abyssinien.
„ ecapensis, Daudin. Smith. South Afr. Taf. 70. Schoa.
„ ascalaphus, Savigny Desc. de l!’Egypt. Taf. 3. Fig. 2, einzeln
in Egypten.
Otus (Ray) brachiotus, Lath. Buffon Taf. 438, Egypten, Nubien.
„ africana, Linn. Gmel. Temm. Taf. 50, häufig in Nubien und
Abyssinien.
„ leueotis, Temm. Taf. 16, häufig in Kordofan und Abyssinien.
Striz (Linn.) flammea, Linn. Buffon Taf. 440, häufig in Egypten.
a
2 Zglu
Zweite Ordnung. _
Passerinen. Passceres.
Erste Abtheilung.
Sperrvögel. Fissirostres.
Familie der Nachtschwalben. Caprimulgidae.
Von zwei durch mich in Abyssinien entdeckten Nacht-
schwalben hatte ich in meiner abyssinischen Fauna eine ein-
fache lateinische Diagnose bekannt gemacht. Da es aber äusserst
schwierig ist, einen zu dieser Familie gehörenden Vogel durch
Wortbeschreibung allein kenntlich zu machen, so wird die
naturgetreue Abbildung beider Arten besonders willkommen
seyn, obgleich ich an der Beschreibung selbst nichts wesent-
liches beizufügen habe, indem mir keine neue Exemplare dieser
Vögel zur Untersuchung und Vergleichung zugekommen sind.
EB ED a El AZ ae ee u ee ENT IHERR ERS
14
Taf. 3*).
Caprimulgus tristigma Rüppell. Dreifleckige Nachtschwalbe.
(Neue Wirbelthiere, Vögel pag. 105.)
Diagnosis: Capite, pectore, cervice, dorso, alarum tectrieibus et cauda supra sor-
dide cinerascentibus, permultis maculis, punctis ac lineis umbrino-fuseis
variegatis, nonnullis maculis isabellinis cervici et tectricibus intersper-
sis; pileo pennarum apice nigricante; remigibus umbrinis, tribus externis
parte mediana vexilli interni macula rotunda alba; remigibus secunda-
riis umbrinis, fasciis rubiginosis pictis; ventre et crisso rubiginosis li-
neis umbrinis variegatis, gula isabelline et umbrine lineolata, jugulo
maculis duabus, pectore pennarum apice albicantibus; fibrissis eximiis,
cauda recte truncata.
v
Ganze obere Körperseite, Flügeldecken, Schwanz, Hals,
sa, Zi Sa a 3
Brust und Vorderbauch schmutzig grau mit sehr vielen dunkel-
braunen Flecken, Punkten und feinen Wellenlinien, und einigen
kleinen isabellfarbigen Fleckchen im Nacken und den Flügel-
deckfedern. Die Spitze der Federn auf dem Scheitel ist schwarz-
braun; Kehle hellgrau mit vielen braunen Querlinien; am Vor-
derhals zwei grössere weissliche Flecken. Die Endspitze der
Brustfedern ist gleichfalls weisslich. Bauch, Schenkel und After-
gegend verwaschen röthlich isabell mit feinen braunen wellen-
förmigen Querlinien. Flugfedern kastanienbraun; die drei äusser-
sten haben an der halben Länge der innern Fahne einen runden
weissen Flecken; die Endspitzen dieser drei Federn sind einen
Zoll lang mit blass gelbgrauen streifenartigen Flecken. Alle
andere Flugfedern der ersten und zweiten Ordnung haben ziem-
lich dicht gestellte blass rostrothe Diagonal-Streifen auf kasta-
nienbraunem Grund. Die beiden mittleren Steuerfedern und die
äussere Fahne der seitlichen ist aschgrau mit dunkelbraunen
zackigen Querstreifen und zwischen denselben ganz gleichge-
färbten feinen Marmorirungen. Die seitlichen Steuerfedern und
") Aus Versehen stehet alsUnterschrift der Tafel: Caprimulgus poliocephalus,
welches auf die folgende Tafel gehört.
m
Fi Pe 7 BIT:
1 Bd et
15
die innere Fahne der zwei zunächst folgenden ist kastanienbraun
mit verwaschen röthlich isabellfarbigen Fleckenbündeln, die
gleichbreite Querstreifen bilden.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Gchwanze ne van ia RATE
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...4 —
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten Flugfeder 6 9
Lisge:des Tores ll aa een
Oberkiefer längs der Firste u eu a are
Asissere Zebei on 11. 1 re een
Milere Zehe:.:u; selschiellnne iin ira ah a de ass Dh
Iumare Zeche; uch sion re jr
Hintere Zeche - an sah ae
Diese Beschreibung beruhet auf der Untersuchung eines
einzigen Vogels weiblichen Geschlechts, welchen wir in den
Wiesengründen südlich von Gondar am Zana See im Monat
März erlegten.
Taf. 4*).
Caprimulgus poliocephalus Rüpp. Grauköpfige Nachtschwalbe.
(Neue Wirbelthiere, Vögel pag. 106.)
Diagnosis: Mas: Capite supra colore cinereo -cervino, vertice nonnullis maculis
nigris; stria supraorbitali isabellina, lateribus nuchae plumis fuscis
apicibus rubiginosis; collo, regione parotica et pectore nigricantibus
punctulis isabellinis variegatis, medio gulae maculis duabus albis; ju-
gulo fusco pennarum apice rubiginoso, ventre et crisso sordide isabel-
linis, illo permultis lineis transversis umbrinis; dorso umbrino - cine-
rascente, nonnullis plumis nigris, vexillo externo et parte apicali isa-
bellinis; remigibus primariis umbrinis, 2*, 3* et 4* dimidio longitudinis
fascia nivea, ceteris et secundariis umbrino et rubiginoso fasciatis;
cauda recte truncata umbrino - fusca, fasciis clarioribus paululum con-
spicuis picta, rectricibus quatuor lateralibus albis, margine vexilli ex-
terni rufo - fusco, rectricibus binis medianis cinerascentibus litturis et
striis umbrino - fuscis variegatis; fibrissis eximiis.
——
*") Aus Versehen ist auf der Tafel die irrige Unterschrift: Caprimulgus te-
trastigma.
16
Oberkopf und Mitte des Nackens rostfarbig grau, die Federn
des Scheitels längs des Schafts schwarz ; hinter dem obern Or-
bitalrand ein rostrother Streifen ; Kehle, Ohrengegend und Brust
schwärzlich mit feinen isabellenen Punkten gesprenkelt. Auf
der Mitte des Vorderhalses zwei weisse Flecken. Auf den Seiten
des Halses das Ende der schwarzgrauen Federn mehre Linien
breit rostroth. Bauch, Schenkel und Aftergegend schmutzig isa-
bell mit dunkelbraunen wellenförmigen Querlinien, Rücken und
Flügeldeckfedern graubraun, längs der Rückenmitte grosse
schwarzbraune und isabell-rostrothe Flecken. Grosse Flugfe-
dern dunkelbraun, die 2te, 3te und 4te haben da, wo der Aus-
schnitt der äussern Fahne beginnt, eine weisse Querbinde, und
auf der innern Fahne der 1ten Flugfeder einen runden rostrothen
Flecken; die übrigen Flugfedern sind nach ihrer Basis zu rost-
roth und dunkelbraun gebändert, alle an den Endspitzen grau-
braun mit feinen dunkleren Marmorirungen. Mittlere Federn des
rechtwinkelig abgestutzten Schwanzes graubraun mit dunkleren
Querstreifen und Zickzacklinien, die folgenden zwei Paar Steuer-
federn dunkelbraun mit helleren Querbändern; die vier seitlichen
Federn weiss, der äussere Fahnenrand nach dem Ende zu gelb-
braun. Füsse rothbraun, Schnabel und sehr robuste Bartborsten
schwarz.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Behwanzenden) u 0 vn. #207 Sri
Schwanzlänge besonders gemessen . . Be:
Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der 2ten Flugfeder Ba -,
Lange. ea DRLBUB. el re ine une 1
Acussere und Annere Zehe . .. "u. v4 = VW
Mittlere Zeheö nn. 5 oe ne >: SE
Hintere Zehe . . . ag 4 a >
Oberschnabel längst der Firste u ARE IE er ER
Von dieser Art erhielt ich nur ein einziges Individuum
17
männlichen Geschlechts und zwar im Monat December in den
nordwestlich von Gondar gelegenen Thälern, die Kulla genannt.
Lebensart und Nahrung entspricht derjenigen der europäischen
Nachtschwalbe.
Familie der Schwalben. Hirundinidae.
Die Zusammenstellung der von mir in Afrika beobachteten
Schwalben- Arten (Neue Wirbelthiere Vögel pag. 106) ist in
sofern irrthümlich, als ich darin zwei seitdem als selbständige
neue Arten erkannte Vögel unter dem Namen Cecropis senega-
lensis und Ü. capensis aufführte, denen sie beide ungemein äh-
neln; die Beschreibung derselben liefere ich hiermit nach-
träglich.
Taf, 5.
Cecropis melanoerissus Rüppell. Eü
Schwarzsteissige Schwalbe.
Diaynosis: Capite supra, cervice et dorso nigro - caeruleis, lateribus colli et uro-
pygio rubiginosis, alis et cauda umbrino-nigricantibus, gastraeo sordide
isabellino parte postica crissi nigra; statura octava parte ıninore Ce-
cropi senegalensi.
Diese Schwalbe steht, wie schon bemerkt, der Cecropis
senegalensis Linn. sehr nahe und man würde ohne genaue
und unmittelbare Vergleichung nicht leicht nach Abbildungen
und Beschreibung die Artenverschiedenheit beider Vögel erfassen,
welche durch dieselbe aber alsobald sich entschieden ausspricht.
Als ich durch die mir vor einigen Jahren direct aus Schoa zu-
gekommene Naturaliensendung eine wirkliche Cecropis sene-
galensis erhielt, fiel mir gleich ihr merklich grösseres Körper-
verhältniss auf, und die verschiedene Färbung der unteren
Schwanzdeckfedern. Bei der naheverwandten abyssinischen Art,
Ornith. von N.O. Afr. 2
P\ Bi
18
die ich wegen jener Schwanzdeckfederfarben Cecropis melano-
crissus benannte, ist der ganze Oberkopf, die Mitte des Nackens,
der Rücken und die Flügeldeckfedern schwarzblau mit glänzen-
dem Stahlschiller, die Flügel und der gabelförmige Schwanz
schwarzbraun, die Schenkel rein weiss, die Seiten des Nackens
und der Bürzel rostroth, die übrige untere Körperseite schmut-
zig röthlichweiss, die untern Sehwanzdeckfedern in ihrer hin-
tern Hälfte schwarz, ein grosses dunkles Dreieck unter dem
braunschwarzen Schwanze abzeichnend. Schnabel und Füsse
schwäirzlich; Iris braun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwanzende %.... nm 1%. Ne
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...39
Vom Flügelbug bis zur Endspitze der lten Flugfeder 4 11
Länge des Tarsus Wan u Das. a Mi
Innere, äussere und hintere Zehe . . . 2. 2... 3
Mittlere Zehe :. u... N 2 ru ee er
Die jungen Vögel haben längs des Schafts der Brustfedern
einen feinen braunen Strich. Diese Schwalbenart fanden wir im
Sommer (Juli — October) auf dem Hochplateau von Temben
und in den Thälern von Simen; sie hatte ihr Nest an Felsen-
wänden und eine mit der europäischen Cecropis rustica über-
einstimmende Lebensweise.
Taf. 6.
Cecropis striolata Rüppell*). Halbgestreifte Schwalbe.
Diaynosis: Capite supra, regione parotica, nucha et parte posteriore dorsi laete
ferrugineis, dorso, interscapulio et tectricibus minoribus nigro - caeru-
leis, alis et cauda umbrino - nigris, rectrieibus vexillo interno macula
alba; gastraeo sordide albicante, pennarum scaplio umbrine striato;
Al)
statura Cecropi capensi quinta parte minori. \
W
*) Aus Erichson’s Archiv, zehnter Jahrgang, Vol. 2. pag. 204 ersehe ich, dass
Herr Guerin in neuester Zeit diesen Vogel als Hirundo abyssinica in der Revue zoo-
logique beschrieben hat.
19
Die allgemeine Farbenvertheilung dieser Schwalbe passt
so ziemlich auf Cecropis eapensis Linn., nur die um ein Fünf-
theil geringeren Körperverhältnisse jenes Vogels fallen auf;
diese in Verbindung mit der durchaus rostrothen Farbe des
Kopfes der abyssinischen Schwalbe und den viel dichter ste-
henden dunkelbraunen Streifen längs des Schafts der Federn
auf der ganzen untern Körperseite, begründen ihre specifische
Trennung.
Cecropis striolata hat den ganzen Oberkopf, den Nacken,
die Ohrengegend und den Hinterrücken einförmig rostroth; Rü-
ckenmitte und kleine Flügeldecken schwarzblau mit Stahlglanz;
Schwanz und Flügel braunschwarz; auf der halben Länge der
innern Fahne an den vier äussern Steuerfedern ein grosser
weisser Flecken. Untere Körperseite röthlichweiss, jede Feder
längs des Schafts mit einem braunen Streifen, welche Farbe
auf der Kehle den weissen Grundton überwiegt. Schenkel und
untere Schwanzdeckfedern weiss; die innere Seite der Flügel
unter dem Bug ist hell rostroth.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
BR: Fe er ee
Schwanzlänge besonders gemessen . . .». .».2 6
Vom Flügelbug bis zur Endspitze der lten Flugfeder 4 —
Länge des Tran a are en ie
ee Te a ee
re Bo ee
Aeussere und hintere Zehe Bash. et
Wir sahen diese Schwalbe häufig auf den Wiesen in den
abyssinischen Provinzen Barakit (im Mai) und im November
bei Gondar.
2*
Familie der Eisvögel. Alcedinidae.
Schon seit langer Zeit befindet sich im hiesigen Museum
ein Eisvogel, aus der Cafferei abstammend, welcher uns durch
Herrn von Ludwig vom Cap der guten Hoffnung geschenks-
weise zugekommen ist. Vergebens bemühte ich mich zu ermitteln,
ob und wo dessen Beschreibung veröffentlicht sey. Meine Auf-
merksamkeit ward neuerdings auf diesen Vogel gerichtet, als
ich denselben in der von Schoa erhaltenen Zusendung vorfand,
und ich entschloss mich, ihn als fraglich neue Art abzubilden.
Ein Vergleich dieser Figur mit Vögeln im Britischen Museum
belehrte mich, dass ich einen bereits vor zwanzig Jahren durch
Swainson in seinen zoological Illustrations Taf. 151 unter dem
Namen Alcedo semitorquata bekannt gemachten Vogel abge-
bildet hatte, daher ich pflichtschuldigst diese ältere Bezeichnung
an die Stelle einer neu gewählten eintrug, obgleich ein unter-
brochenes Halsband, wie es Swainson beschrieb und abbildete,
nicht vorhanden ist.
Taf.%:
Alcedo semitorguata Swainson.
Eisvogel mit unterbrochenem Halsbande.
Diagnosis: Alcedo capite supra et nucha nigris, pennarum margine cyaneo, dorso
et alis viride-caeruleis, gula et macula laterali collari albidis, stria a
naribus ad oculos cinerea, lateribus colli et pectoris nigro - Caerule-
scentibus, remigibus umbrinis, interne rufescente, externe basin versus
caeruleo-viridescente marginatis; uropygio cyanicolore, cauda nigra
supra parellina; ventre et crisso flavo-rubiginosis, rostro nigro, pe-
dibus rubricis.
Oberkopf, Nacken und Ohrengegend schwarz, die Federn
mit kornblumenblauem Rande, wodurch das Ganze schwarz und
WAR;
. a RE m
21
blau gebändert scheint. Kinn, Vorderhals und ein Flecken an
den Seiten des Halses weiss. Ein schmaler hellgrauer Streifen
verläuft von der Schnabelspitze bis zum Auge. Von der Ohren-
gegend abwärts bis zur halben Brust ist das Gefieder schwarz-
blau. Vorderrücken und Bürzel schmalteblau, Rückenmitte und
Flügeldecken dunkelmeergrün; Flugfedern dunkelbraun, die äus-
seren Fahnen nach der Basis zu blaugrün, die innern röthlich
gerandet. Innere Seite der Flügel am Bug, der ganze Bauch,
Schenkel und Aftergegend schmutzig rostroth. Schnabel schwarz,
Füsse lackroth, Nägel rothbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwanz in Bd Mr,
Länge des Oberschnabels . . . .....1 7
1
Schwanzlänge besonders gemessen k 6
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder ee
TR ER N ER a
ER ne a a
De NE ee ee. Ze A
Himtere Zehe . . . 38
Bei jungen Vögeln s sind die EN er kleinen Flügel-
deckfedern verwaschen schmalteblau.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Sperrvögel.
Fissirostres.
1) Nachtschwalben. Caprimulgidae.
60. Caprimulgus (Linne) europaeus, Linn., ziemlich häufig in Egypten
und dem peträischen Arabien.
61. 2 infuscatus, Rüpp. Atlas Taf. 6, paarweise in Obernubien.
62. PR tristigma, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 3, einzeln im süd-
lichen Abyssinien.
63. ” poliocephalus, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 4, einzeln in
den nordöstlichen Thälern von Abyssinien.
pr
64.
De
65.
66.
67.
68.
69.
70.
71.
72.
73.
74.
75.
76.
11.
78.
79.
80.
81.
22
Caprimulgus isabellinus, Temm. Taf. 379, paarweise in Egypten,
Nubien und Abyssinien.
a erzimius, Rüpp. Temm. Taf. 398, einzeln in Sennaar.
Scotornis (Swainson) elimacturus, Vieillot. Galerie Taf. 122, einzeln
in Sennaar.
Macrodipterye (Swainson) longipinnis, Shaw. Swainson Birds of
Western Africa Vol. 2. Taf. 5, einzeln im östl. Abyssinien.
2) Schwalben. Hirundinidae.
Cypselus (Nliger) apus, Linn. Buffon Taf. 542 Fig. 1, Egypten und
Nubien.
u ambrosiacus, Buffon, oder C. parvus Licht. Temm. Taf. 460
Fig. 2, Egypten und Nubien.
Cecropis (Boje) rustica, Linn. Egypten, Nubien und Abyssinien.
», Riocourü, Savigny, oder C. cahirica, Lichtenst. Dese. de
V’Egypte Taf. 4. Fig. 4, häufig in Nord -Ost-Afrika, das
ganze Jahr.
“ senegalensis, Linn. Swainson Birds of W. Africa Vol. 2. Taf. 6,
das südliche Abyssinien.
x melanoerissus, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 5, Temben in
Abyssinien. i
. striolata, Rüpp. oder C.abyssinica Guerin. Syst. Uebersicht
Taf. 6, häufig in Abyssinien.
r filicaudata, Latham Franklin, Lath. Gen. history of Birds
Taf. 113, Temben in Abyssinien.
Cotyle (Boje) torquata, Linn. Buffon Taf. 723. Fig. 1, Barakit in
Abyssinien.
„» paludibula, Le Vaill. Ois. d’Afrique Taf. 246. Fig. 2, Gondar
in Abyssinien.
» riparia, Linn. Buffon Taf. 543 Fig. 2, häufig in Unteregypten
und Nubien, das ganze Jahr.
» rupestris, Scopoli, Naumann Vögel Taf. 146. Fig. 1, häufig in
Egypten, das ganze Jahr.
Chelidon (Boje) urbica, Linn. Buffon Taf. 542. Fig. 2, Egypten und
Nubien, im Winter.
\- pristoptera, Rüpp. Wirbelth. Taf. 39. Fig. 2, Simen in Abys-
sinien, ziemlich häufig während der Regenzeit.
AM
23
3) Racken. Coracianae.
82. Eurystomus (Vieillot) orientalis, Linn. oder Colaris afra, Cuvier, Le
Vaill. ois. de Par. Vol.1. Taf. 35, einzeln in Abyssinien.
83. Coracias (Linn.) garrula, Linn. Buffon Taf. 486, häufig im Winter
in Egypten und Arabien.
84. > abyssinica, Linn. Buffon Taf. 626, das ganze Jahr in Sen-
naar, Abyssinien und Arabien.
85. er Leraillanti, Temm. LeVaill. ois. de Parad. Vol. 1. Taf. 29,
häufig in den niederen Gegenden von Abyssinien.
4) Nageschnäbel. Trogonidae.
S6. Apaloderma (Swainson) Narina, Le Vaill. ois. d’Afr. Taf. 282, sehr
vereinzelt in Abyssinien.
5) Eisvögel. Alcedinidae.
87. Haleyon (Swainson) semicaerulea, Forsk. Rüpp. Wirbelth. Taf. 21.
Fig. 1, häufig in Abyssinien.
88. Pr chelicuti, Stanley. Rüpp. Atlas Taf. 28 b, häufig in Abyssi-
nien im Buschwerk.
89. Ceryle (Boje) rudis, Linn. Buffon Taf. 716, häufig am Gewässer in
ganz N.O. Afrika.
90, a ma:rima, Linn. Buffon Taf. 679, einzeln am Wasser in Abyssin.
91. Alcedo (Linn.) ispida, Linn. Buffon Taf. 77, häufig in Unteregypten,
einzeln am rothen Meere.
92. p: cyanostigma, Rüpp. Wirbelth. Taf. 24 Fig. 2, häufig in
Abyssinien.
93. „ caerulea, Kuhl. Buffon Taf. 783 Fig. 1, ziemlich häufig in
Abyssinien.
94. u. semitorquala, Swainson. Rüpp. syst. Uebers. Taf. 7, Schoa.
6) Bienenfresser. MHeropidae.
95. Merops (Linn.) apiaster, Linn. Le Vaill. Prom. Taf. 1, im Frühling
inEgypten und Arabien als Zugvogel, auch in Abyssinien.
96. v supereciliosus, Lath. Le Vaill. Prom. Taf. 6, zufällig in gros-
sen Schaaren im Sommer in Oberegypten und Nubien.
a
A
24
97. Merops viridis, Lath. Le Vaill. Prom. Taf. 10, häufig das ganze Jahr
in N.O. Afrika.
98.1; 5 caeruleocephalus, Lath. Le Vaill. Prom. Taf. 3, in grossen
Schaaren in den Wintermonaten in Sennaar, Kordofan
und Abyssinien.
99, ug erythropterus, Lath.”) Gen. hist. of Birds Taf. 70, das ganze
Jahr häufig in Abyssinien, Kordofan und Sennaar.
1007.23 variegatus, Vieillot, Le Vaill. Prom. Taf. 7, Zugvogel im
Monat März in Abyssinien. R
Be 7 Bulockii, Le Vaill. Le Vaill. Prom. Taf. 20, zufällig in den
nordöstlichen Niederungen von Abyssinien.
Zweite Abtheilung.
Zartschnäbeler. Tenuwirostres.
Familie der Wiedehopfe. Upupidae.
Aus jener Unterabtheilung der Cuvier’schen Gattung Epi-
machus, für welche Gray den Brisson’schen Namen Promerops
verwendet hat, und die Dr. Sınith mit dem besondern Namen
Rhinopomastus bezeichnete, findet sich in Schoa eine neue Art,
welche durch Färbung des Gefieders den beiden in Abyssinien
und Nubien vorkommenden bekannten Arten Promerops cyano-
melas und P. erythrorhynchus sehr nahe steht, aber durch
kleinere Körperdimension und andere Schnabelform sich als
selbständige Art erweist.
”) Aus Erichson’s Archiv, zehnter Jahrgang, pag. 204 ersehe ich, dass Herr
Guerin im Magas. zool. diesen Vogel als eine neue Art: Merops Lafresnayii be-
schrieben hat. Die Exemplare unsers Museums vom Cap, Senegal und Abyssinien
sind ganz gleich.
25
4
Taf. 8.
Promerops*) minor Rüppell. Kleiner Promerops.
Diagnosis: Colore nigro - violaceo, nitore metallico, regione parotica, lateribus
ventris pedibusque nigro - fuscis, remigum 2—5 vexillo interno, 6 —8
utroque vexillo macula nivea; rostro rubro compresso percuryo.
Das ganze Gefieder dieses Vogels ist vom schönsten
Schwarzblau mit Stahlglanzschiller, nur die Ohrengegend und
die Seiten des Bauchs sind matt rauchschwarz, und ein weisser
Flecken durchschneidet in der halben Länge mehrere der Flug-
federn, und zwar die 2te bis zur öten nur auf der innern Fahne,
die 6te bis 8te auf beiden Fahnen. Der gestaffelte Schwanz
zeigt durch den Schiller feine schwarze Querlinien. Der stark
gekrümmte und comprimirte Schnabel ist lackroth, die Füsse
sind schwarz, die Iris braun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
sa Fe a 1a a EZ LE Zr BEE; 5
Der Schwanz besonders gemessen . ». ...83 7
Länge des Oberschnabels längs der Krümmung der
Firste De N ie 3
Vom Flügelbug bis zur Spitze der ten Flugfeder . 3 7
BT 7 Mio En Ai na EEE ee
Re ET m
N a a eg ee
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are EB IE a Na hanın ae % wlan, ann) dee, > Ma
Bei jungen Vögeln ist das Gefieder der ganzen untern Kör-
perseite matt schwärzlich braun, der weisse Flecken der Flug-
federn erstreckt sich über beide Fahnen von der 2ten bis zur 8ten
*) Als Gattungsname der Abbildung stehet das Wort Epimachus, obgleich
ich bereits vor zehn Jahren (Neue Wirbelthiere, Vögel Seite 73, Note) die afrika-
nischen Promerops von den Epimachus - Arten aus den Oceaniden zu trennen
vorschlug.
1 A EUR 2 1 Bl A ie Sind.» „2 zoll HERE EL . 1 Baum
26
Feder. Sehr ähnlich ist dieser Vogel Swainson’s Promerops
pusillus (Birds of western Afrika Vol. 2 Seite 120), von wel-
chem er sich durch den Mangel der grauweissen Flecken gegen
das Ende der Flugfedern unterscheidet.
Familie der Honigvögel. Nectarinidae.
Alle meine in den neuen Wirbelthieren als Cinnyris- Arten
beschriebene Vögel werden nun wieder mit dem ältern Illiger-
schen Gattungsnamen Nectarinia bezeichnet. Einer derselben, den
ich irrthümlich identisch hielt mit dem von Le Vaillant abgebildeten
Sucrier protee, welcher Vogel im Systeme schon längst unter
dem Namen Nectarinia senegalensis Linn. gekannt ist, be-
währte sich seitdem bei directem Vergleich mit einem von Se-
negambien abstammenden Exemplare wegen der schwarzen
‚Kehle, die bei der Senegal’schen Art goldgrüngelb gefärbt ist,
als eine neue selbständige Art, die ich nun Nectarinia cruentata
benenne.
Taf. 9.
Neectarinia eruentata Rüppell.
. Blutbefleckter Honigvogel.
Diagnosis: Mas: Capite supra et loro ad angulum oris viride - smaragdino, hoc ma-
cula violacea terminali; gula, cervice, dorso et ventre holosericeis
pectore purpureo lineis transversis violaceis variegato, alis et cauda
umbrino - aeneis. Femina: supra colore cinereo-umbrino, loro ad an-
gulum oris sordide albicante, alis et cauda umbrino - aeneis; gastraeo
umbrino crissum versus flavescente, pennarum margine sordide isabellino.
Bei dem Männchen ist die Stirn, der Oberkopf und ein
schmaler Zügel am Mundwinkel schön smaragdgrün mit leb-
haftem Metallschiller; am Ende dieses Zügels unter dem Auge
ist ein lasurblauer Flecken. Auf dem Vorderhals und Brust ein
grosser klaprosenrother Flecken, dessen Federn gegen ihren
A
a
>
27
Endrand stahlblau schillern, wodurch sich violette Querlinien
abzeichnen. Die Flugfedern und der Schwanz sind bronzefarbig
mit Metallschiller; das ganze übrige Gefieder ist schön sammet-
schwarz; auch Schnabel und Füsse sind schwarz.
Das Weibchen ist auf der obern Körperseite braungrau;
Flügel und Schwanz gleichfalls schillernd bronzefarbig, jedoch
bei weitem schwächer als bei den Männchen. Am Mundwinkel
ein schmutzig gelblich - weisser Zügel; Kehle und Brust braun-
grau, die Endspitzen der Federn schmutzig isabell; nach dem
Hinterleib zu wird diese Farbe über das Braungraue überwiegend,
und die untern Schwanzdecken sind nur in der Mitte braungrau
mit breitem gelblich -weissem Rand.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwan 32) ar, et A
Schwanzlänge besonders gemessen . . . ..1 8
Schnabellänge längs der Krümmung der Firstte . . — 11
Vom Flügelbug bis zum Ende der 4ten Flugfeder . 2 9
Lissee Hrens: ; 50: en re ee
Aeussere, innere und hintere Zehe . . .:. 2... 3
ER 3 ie 5 N N ee
Bei dem jungen Männchen ist bereits die Kehle schwarz,
und der Vorderhals feuerroth mit lasurblauen Wellenlinien, der
Bauch schwarz, grau und isabell gesprenkelt; das Uebrige wie
bei den ausgefiederten Weibchen.
Dieser schöne Vogel findet sich zahlreich auf Mimosen-
gesträuch lebend in den Thälern der Provinz Simen.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Vögel aus der
Abtheilung der Zartschnäbeler. Tenwirostres.
1) Wiedehopfe. Upupidae.
102. Upupa epops, Linn., häufig in Egypten im Winter.
28
103. Promerops (Brisson) erythrorhynchus, Cuv. Le Vaill. Promerops
Taf. 1 und 2, häufig in Abyssinien, Sennaar u. Kordofan.
104. » eyanomelas, Cuv. Le Vaill. Prom. Taf. 5 und 6, Abyssinien,
Sennaar und Kordofan.
105. „ minor, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 8, Schoa.
2) Honigvögel. Nectarinidue.
106. Nectarinia (Illiger) famosa, Vieillot ois. dores Vol. 2 Taf. 37 u. 38,
Abyssinien.
107. » pulchella, Vieillot, Le Vaill. ois. d’Afr. Taf. 293 Fig. 1, Kor-
dofan.
108. » Tacazze, Stanley. Rüpp. Wirbelth. Taf. 31 Fig. 3, Abyssinien.
109. „ metallica, Lichtenst. Rüppell Atlas Taf. 7, Nubien, Kordo-
fan und Abyssinien.
110. „ affinis, Rüppell Wirbelth. Taf.-31 Fig. 1, Abyssinien.
111. „» gularis, Rüppell Wirbelth. Taf. 31 Fig. 2, Kordofan.
113; » habyssinica, Ehrenberg Symbolae, aves Taf. 4, Abyssinien.
113. „ eruentala, Rüppell syst. Uebersicht Taf. 9, Abyssinien.
3) Mauerläufer. Certhinae.
114. Tichodroma (llliger) muraria, Linn. Buffon Taf. 372, Egypten und
Abyssinien.
Dritte Abtheilung. -
Singvögel. Canori.
A. Unterabtheilung der Sylvien. Luscinidae.
Familie der Malurus. Malurinae.
An die Spitze dieser Familie möchte ich als Typus einer
neuen Gattung einen Vogel stellen, den ich in meiner abyssini-
schen Fauna, Vögel Taf. 41. Fig. 2 unter dem Namen Troglody-
les mierurus abbildete und der durch die Schnabelform sich den
Be
DEE
29
Prinien des Horsfield mehr als den Troglodyten des Vieillot nä-
hert, von beiden aber durch den ungewöhnlich kurzen gerade
abgestutzten Schwanz sich unterscheidet. Sollte diese Ansicht
von den Ornithologen gutgeheissen werden, so dürfte für diese
Gattung der Name Oligura (von oıyog wenig, und ovg«
Schwanz) bezeichnend seyn, und die Charaktere derselben wären
folgende: Rostrum capite brevius, gracile, acuminatum, subeur-
vum, antice compressum, tomiis integerrimis; nares in basi
maxillae, patulae, ovales, supra membrana semiclausae. Lingua
mediocris, cartilaginea, integra; fibrissae nullae. Alae mediocres,
attamen apicem cäaudae attingentes. Remigum prima dimidio
brevior 3? et 4?, quae aequales. Remiges secundariae elongatae.
Cauda brevissima, aequalis. Tarsi modiei, scutulati; hallux di-
gito externo longitudine aequali; digiti externi basi connexi,
medius externo, externus interno longior. Unguis posticus an-
ticis duplo major.
Die einzige mir bekannte Art ist der in meiner abyssini-
schen Fauna beschriebene und abgebildete Troglodytes micrurus.
Nach den neuesten Ansichten des Herrn @. R. Gray und
anderer englischen Ornithologen ist der Gattungsname Malurus
nur für die vielen in Neuholland vorkommenden verwandten
Arten zu gebrauchen, wovon Malurus cyaneus Vieillot der
Grundtypus ist. Prinia vereinigt als Gattung viele indische und
dem indischen Archipel eigenthümliche Vögel, alle mehr oder
weniger ähnlich der Prinia familiaris des Horsfield, und was ich
früher als Malurus und Prinien von afrikanischen Vögeln be-
schrieb und abbildete, soll alles in die Swainson’sche Gattung
Drymoica zusammen gestellt werden, die sich von den Prinien
nur durch gleichmässige Länge der äusseren und inneren Zehen
30
unterscheidet, welches aber eine irrige Voraussetzung ist, wie
aus nachstehendem ersichtlich. Swainson bringt zu den Drymoi-
cen sogar alle Cysticolen des Lesson, die @. R. Gray und andere
wieder davon trennen. Unbezweifelt haben alle diese afrikanischen
Drymoicen und Cysticolen einen gemeinschaftlichen Totalhabi-
tus in der Form der Füsse, des gestaffelten Schwanzes und der
Flügel, auch eine annähernde Farbenvertheilung des Gefieders ;
sie leben alle in niederm, lichtem Buschwerk oder in sumpfigen
Grastriften, und pflegen, wenn sie sitzen, mit dem Schwanz auf
und ab zu wedeln. Ich muss bekennen, dass ich mich unbefä-
higt fühle, ein Entscheidungs-Urtheil über die Gattungsabthei-
lung dieser Vögel auszusprechen; aber ich bin überzeugt, dass
von der Masse auf diese Weise in eine Gattung zusammen kom-
mender afrikanischen Vögel diejenigen, welche einen vergleich-
lich viel längeren, aus schlaffen Federn gebildeten Schwanz
besitzen, wie der sogenannte Malurus gracilis, M. clamans, M.
pulchellus und M. mistacinus, als Untergattung von den übrigen
getrennt werden könnten. Wie dem immer seyn mag, damit An-
dere meine in der abyssinischen Fauna als Prinien und Cistico-
len beschriebenen, aber nicht abgebildeten neuen Arten nach
ihrer eigenen Ansicht generisch gruppiren können, will ich jene
Vögel nebst einem neuen, aus Schoa erhaltenen, bestmöglichst
darstellen, und zwar alle unter der Benennung Drymboica.
3 Sad
sl
Taf. 10.
Drymoica mistacea
oder früher Prinia mistacea, Rüppell neue Wirbelth. Seite 110.
Schnurrbart- Drymoica.
Diaynosis: Capite, collo, dorso et alis cinereo - olivaceis, alarum flexura margine
albo, remigum limbo externo rufescente, stria superciliari et gastraeo
albo-flavicantibus, crisso et tibiis paululum rufescentibus, cauda dilute
cinereo - rufescente, apice rectricum macula fusca postice margine al-
bo, rostro nigro, pedibus colore corneo. Femina supra rufo -olivacea,
remigibus et rectricibus cinereo-olivaceis margine externo rufescente,
his apicem versus macula fusca; gula alba, stria superciliari, gutture,
pectore et ventre albo-flavicantibus, hypochondriis, tibiis et crisso
rufo - lavicantibus; rostro et pedibus colore corneo. In utroque sexu
angulo oris fibrissae duae validae.
Bei dem Männchen ist der Oberkopf und die ganze obere
Körperseite nebst den Flügeln olivenfarbig, welches stark in’s
Graue zieht; Schwanz licht und röthlich grau; die Flug- und
Steuerfedern haben an beiden Fahnen einen in’s Rostfarbige
spielenden Randsaum; Rand des Flügelbugs weisslich. Die Fe-
dern des stark gestaffelten Schwanzes unfern der Endspitze mit
einem dunkelgrauen Flecken, die Endspitze selbst weisslich ge-
randet; vor dem Auge ein kleiner schwärzlicher Flecken; darunter
am Mundwinkel in beiden Geschlechtern zwei starke schwarze
Bartborsten. Streifen über die Augen, Kehle, Vorderhals, Brust
und Bauch gelblich weiss, Steiss und Schenkel verwaschen
röthlich gelb; Füsse und Nägel hornfarbig, Schnabel schwarz,
Iris dunkelbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwan ER ER
Schwanz besonders gemessen . . . ...2 2
Oberschnabel längst der Firste . . . 2. 2. 5
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder . 1 11%
Kane: dns Tarsusı ; u nie ai ee
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Mittlere Zehe = ah
Asunsere Zebe an RE
Hintere Zehen Br ERNETTEN REREN ENE
Das Weibchen hat das Gefieder des Oberkörpers mehr in’s
Rothgrüne spielend, die Flug- und Steuerfedern grau olivenfar-
big mit grünlichrothem Rande, letzten unfern der Endspitze mit
einem graubraunen Flecken; Kehle weiss; kleiner schwärz-
licher Flecken vor den Augen; Streifen über die Augen, Hals,
Brust und Mitte des Bauchs weisslich gelb; Seiten des Bauchs,
Schenkel, Aftergegend und Bürzel verwaschen gelblich röthlich.
. Schnabel, Füsse und Nägel hornfarbig. Vorkommen: Paarweise
auf dem niedern Strauchwerk um Gondar.
Taf. 11:
Drymoica lugubris
oder Cisticola lugubris, Rüppell neue Wirbelthiere Seite 111.
Trauernde Drymoica.
”
Diaynosis Mas adult.: Fronte et vertice rufescente -umbrinis, stria superciliari
albo-flavicante, gulture et flexura alarum albidis; cervice et uropygio
cinerascenti-cervinis; dorso, tectrieibus, remigibusque umbrino - nigri-
cantibus, illis cinerascenti, his rufescenti-marginatis; pectore et ventre
sordide isabellinis; lateribus pectoris cinerascenti et umbrino - varie-
gatis; tibiis dilute ferrugineis; cauda fusco - umbrina, rectricum apice
albo et fascia transversa tertia parte pollicis distante sordide isabel-
lina; maxilla umbrina, mandibula, pedibus et unguibus colore corneo.
Avis juvenis ab adulto differt: dorso tectrieibusque sordide umbrinis,
remigum margine umbrino - cinerascente.
Oberkopf röthlich braun; über die Augen ein hellgelblicher
bi Streifen; Kehle und Flügelbug schmutzig weiss, Nacken und
Bürzel braungrau; Rücken, Deckfedern der Flügel und Flugfe-
r. dern dunkelbraun, die beiden ersteren aschgrau, letztere rost-
roth und zwar an beiden Fahnen gerandet. Brust und Bauch
33
schmutzig isabell, auf den Seiten am Flügelbug braun und grau
gescheckt. Schenkel hell rostroth. Der gestaffelte Schwanz
dunkelbraun, nach der Basis, auf der obern Seite gegen das Ende
grau isabell, unterhalb weiss, zwischen beiden Farben auf
jeder Feder eine dunkelbraune Querbinde. Oberschnabel und
Spitze des im übrigen hornfarbigen Unterschnabels dunkelbraun ;
Füsse und Nägel gelblich.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum: Sch wanneiidennssstikir innen win 5 144
Schwanzlänge besonders gemessen . . .. 1 11
Oberschnabel längs der Firste Sell; ee 5
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. und 5 5. me
feder! Des FB ra u 5
Länge des Tu ER ar enteo
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3 0 207 0) 32V OrUeEn FREE VE FRraRDSE ER Tr Kor BER EL SIERT NE ne 4
Diese Beschreibung ist die eines ausgefiederten Männchens.
Ein zweites Exemplar, welches wir gleichzeitig zu Gondar
in Abyssinien zu Anfang October erlegten, hielt ich für das Ju-
gendalter ; es hatte Rücken und Deckfedern schmutzig braun und
die äussere Fahne der Flugfedern braungrau gerandet; das
ganze Grössenverhältniss war etwas geringer, sonst alles übrige
übereinstimmend.
Vorkommen: Vereinzelt auf Hecken und dünnem Gesträuch
in abyssinischen Hochebenen.
Ornith. von N.0. Afr. 3
34
Taf. 12.
Drymoica erythrogenis
oder Cisticola erythrogenis, Rüppell neue Wirbelth. Seite 111.
Rothwangige Drymoica.
Dingnosis: Mas adult.: Pileo, nucha, interscapulio, tectricibus alarum et caudae,
remigibusque secundariis parte scapali nigro - umbrinis, lateraliter
rubiginosis; rectricibus apicem versus macula fusca, apiceipso albicante;
remigibus primariis hepaticis, margine interno et externo basin versus
rubiginoso ; stria superciliari, regione parotica et lateribus colli, uro-
pygio et tibiis rubiginosis; gutture, parte mediana pectoris et ventris
ex isabellino albidis, prope flexuram alarum nonnullis flammis umbrinis,
parte laterali ventris et crisso rufo-isabellinis; maxilla umbrina, man-
dibula, pedibus et unguibus colore corneo.
‘Auf der ganzen obern Körperseite und dem Schwanz sind
alle Federn schwarzbraun mit rostrother Randeinfassung. Flug-
federn leberbraun, einfarbig an der Spitze, oberhalb auf beiden
Seiten mit breiter rostrother Bordirung. Streifen über dem Auge,
OÖhrengegend,. Seiten des Halses und des Bauchs, Schenkel
und Steiss verwaschen rostfarbig; Kehle, Mitte der Brust und
des Bauchs weisslich isabell. Am Flügelbug längs des Schafts
einiger Brustfedern ein brauner Streifen. Der gestaffelte Schwanz
hat unfern des Endes jeder Steuerfeder einen schwarzbraunen
Flecken, auf der untern Seite vorn und hinten mit Grauweiss
begrenzt. Oberkiefer braun, Unterkiefer, Füsse und Nägel horn-
farbig.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum'Schwanzende -. ... 2.1 2m a
Oberschnabel längst der Firste . . 2.2.2.0. 5%
Schwanzlänge besonders gemessen. . . . . 1 9
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder 2 5
Längö.des Tarsusı ;:.. ra. —
InneretZehBr Ya AA EEE — 4
Mittlere Zehe
ce Ed el
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Aunassre Zehe:,,; ala I ee 4
Bee iehe . N ge er
Vorkommen: Die Umgegend von Gondar und die Thäler von
Simen in Abyssinien.
Taf. 13.
Drymoica robusta Rüppell. Kraftvolle Drymoica.
Diagnosis: Capite supra umbrino, pennarum margine rufescente; fascia superci-
liari isabellina; nucha rubiginosa; dorso et tectrieibus fusco-umbrinis,
illo cinereo-, his isabellino-marginatis ; remigibus bepatiecis apice unico-
lore, basin versus utroque vexillo margine rubiginoso; cauda supra um-
brino-fusca, infra rufo-isabellina, apicem versus fascia transversa fuscas;
gula albida, pectore et ventre albido-isabellinis, crisso et tibiis dilute
ferrugineis; rostro robusto, breviore,nigricante, mandibula basin versus
flavicante, angulis oris vibrissis duabus; pedibus et unguibus robustis
colore corneo.
Vergleichlich zu den andern vorstehend beschriebenen Dry-
moicen, hat diese Art einen kürzeren, robusten und höheren
Schnabel, er ist schwärzlich, mit hellbrauner untern Seite der
Kinnlade. Am Mundwinkel einige deutliche Bartborsten. Ober-
kopf rothbraun in der Mitte der Federn, mit etwas röthlicherem
Seitenrand, Nacken im Allgemeinen etwas mehr roströthlich.
Ueber die Augen ein isabellfarbener Streifen, darunter vor den
Augen ein kleiner dunkler Flecken. Rücken und Flügeldeckfedern
dunkelbraun, jener mit aschgrauem, dieser mit isabellfarbigem
Rande. Flugfedern leberbraun, mit Ausnahme der Endspitze, auf
beiden Seiten rostroth gerandet. Rand des Flügelbugs isabell.
Der gestaffelte Schwanz auf der obern Seite dunkelbraun, unter-
halb röthlich isabell, die Federn unfern der Endspitze mit dun-
kelbraunen Querstreifen. Kehle weisslich, Bauchseite hell isa-
bell in der Mitte, seitlich etwas dunkler, Schenkel und Afterge-
gend verwaschen rostroth. Füsse und Nägel hornfarbig; Iris
dunkelbraun.
3"
R
36
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwanzende BE
Schwanzlänge besonders gemessen 2
Oberschnabel längst der Firste . —
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder 2.
e 1
Tarsus
Innere Zehe Ä 5
Mittlere Zehe WIRT en DAT 7"
Aubnere Zeche, (un e.V SB 4%
Hintere Zehe a RT 2 1.10 EEE — 5
Von diesem Vogel erhielt ich durch die Zusendung von
Schoa drei Exemplare; alle drei sind als Männchen angegeben;
der eine mit etwas heller gefärbtem Kopt dürfte das Jugendge-
fieder seyn.
Familie der Grasmücken. Luscininae.
Durch eine entfernte Aebnlichkeit in der Form und Fär-
bung des Schnabels irregeführt wurde in meinen neuen Wirbel-
thieren auf Taf. 40 Fig. 2 ein Vogel als Drymophila abyssinica
abgebildet, welcher nach den belehrenden Untersuchungen des -
Herrn Boje von Kiel mehr zur Gattung Curruca als zu irgend
einer andern passt, und daher unter dem Namen Curruca abyssi-
nica aufzuführen ist. Die Sendung aus Schoa enthielt nur eine
neue Art dieser Gattung.
37
Taf. 14.
Curruca chocolatina Rüppell.
Chocoladefarbige Zaungrasmücke.
Diagnosis: Notaeo colore cervino, remigibus et rectricibus chocolatino, gastraeo
sordide flavo-cinerascente, gulam versus fusciore; pedibus et unguibus
nigricantibus; rostro umbrino - schisticolore, tomiis albo - cinereis.
Der ganze obere Körper und die Seiten des Halses sind reh-
farbig, ins Grünlichbraune übergehend, die Flugfedern und der
Schwanz chocoladebraun ; die untere Körperseite ist schmutzig
gelbgrau, nach den Seiten zu ins Braungrüne verlaufend. Die
kleinen Federchen, welche theilweise die Naslöcher überdecken,
spielen ins Röthlichgraue; die verlängerten Bartborsten am
Mundwinkel sind schwarz. Von den Flugfedern misst die erste
10, die zweite 21, die dritte 26, und die vierte, welche die
längste ist, 28 Linien.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
| Run Behwanzende 3 2. Ka asia itau 1 94
Überschnabel längst der Krümmung der Firsstte — 5%
Schwanzlänge besonders gemessen . . » » 2 =
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder 3 3
N a rei. lan eine ren SR
Innere umd äussere Zehe ;.. .. a. a ta, uerl — 4%
Beklare BBa Na alehliekieinte 1 ik er iıner) e 5%
Hintere Zehe ee a ren 31%
Von Curruca lugens (neue Wirbelthiere Taf. 42 Fig. 2)
unterscheidet sich dieser Vogel durch seine beiläufig 1 Zoll
längeren Flügel, und durch die Färbung der Steuerfedern.
Vaterland: die Provinz Schoa.
a
’ > | se
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" 2a
38
Taf. 15.
Salicaria leucoptera Rüppell.
Weissschulteriger Rohrsänger.
Diaynosis: Capite et collo cinerascentibus, stria alba supra- etinfraorbitali, ab ocu-
lis ad nares stria fusca; dorso et rectricibus cinnamomeis, his apicem
versus umbrinis, tribus rectriceibus lateralibus macula terminali albida;
alis umbrinis, tectricibus et remigibus secundariis vexillo externo albo-
marginato; gula, ventre et crisso albis, peetore cinerascente, lateribus
ventris rufescentibus; maxilla et apice mandibulae umbrinis ; hac gulam
versus flavicante; pedibus colore corneo.
Der Totalhabitus dieses Vogels und seine Färbung erinnert
an Salicaria galactodes und würde demnach nach Boje zur Gat-
tung Aedon zu zählen seyn.
Obere Kopfseite und Nacken aschgrau; am obern und un-.
tern Augenliderrand ein weisser, zwischen Augen und Nasen-
löchern ein schwärzlicher Streif; Ohrengegend röthlichgrau,
Rücken und Schwanz zimmetfarbig, Flügel bisterbraun, sämmt-
liche Flügeldeckfedern und die Flugfedern der zweiten Ordnung
an der äussern Fahne mit breiter weisser Randeinfassung. Die
Steuerfedern haben gegen das Ende zu einen breiten braunen
Querstreifen ; an den drei äussersten Schwanzfedern ist die End-
spitze sechs Linien weit weiss, und die seitlichste Feder hat
ihre äussere Fahne braun mit feinem weissem Randsaum. Die
Kehle, der Vorderhals, die Bauchmitte und Aftergegend sind
weiss; die Seiten des Halses und der Brust hellgrau, die des
Bauches röthlich. Oberschnabel und Spitze des Unterschnabels
dunkelbraun; hintere Hälfte des letzteren gelblich; Füsse und
Nägel graubraun; Iris braun. |
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwanzende EEE LER a 3
Länge des Oberschnabels längst der Frstte . — 6%,
Schwanzlänge besonders gemessen . . . . 2 ij
TEEN BAT N NT TE NER wi
2 39
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder 2 DM
Bünkn des Tarsusı (Alain nn ar 1 —
Innere und hintere Zehe an. u 2.0 3"
Möltlere Zehe -- chen u 1 61%
sure Zehe: ; „TS lenkte ee — 4
Vaterland: die Provinz Schoa.
Familie der Steinschmätzer. Saxicolinae.
Taf. 16.
Sazicola albofasciata Rüppell.
Weissbindiger Steinschmätzer.
Neue Wirbelth. Seite 115.
Diagnosis Mas: Collo, pectore, dorso, alis, tibiis et cauda nigris; ventre, uropygio
et fascia ad basin remigum secundariarum niveis; fascia inter pectus
et ventrem nigro- et rubiginoso - variegata; sub alarum flexura pennis
nonnullis albis; rostro et pedibus nigris. Femina et avis juvenis: Ca-
pite et collo sordide umbrinis, hoc punctulis ferrugineis variegato ; ter-
g0, alis et cauda glandicoloribus, tectrieibus margine rufo - isabellino,
fascia transversa per alas et uropygio albis, pectore et ventre sordide
rufo- isabellinis.
Dieser Vogel ist bereits in meinen neuen abyssinischen
Wirbelthieren durch vorstehende lateinische Diagnose bekannt
gemacht worden; jedoch war damals keine Abbildung dazu ge-
geben, die nun nebst der deutschen Beschreibung nachgeliefert
wird.
Kopf, Hals, Brust, Rücken, Flügel, Schenkel und Schwanz
schwarz; Bauch, Bürzel und eine breite Binde an der Basis der
Seceundarflugfeder rein weiss; zwischen der Brust und dem
Bauch ein breiter Streifen rostfarbig und schwarz gescheckt ; un-
40
ter dem Flügelbug sind auf der Brust einige weisse Federn; an
der Endspitze der Steuerfedern ein ganz kleiner weisser Flecken.
Schnabel, Füsse und Nägel schwarz.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwanzende Ken 2 a LEE al
Oberschnabel längs der Firstte . . 2. 2.2... — 5
Schwanzlänge besonders gemessen 1 9
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3. Flugfeder 2 7
IR nn my 20 0 9%
Innere und äussere Zehe . . . . 2. 2.2. — 3%,
SE En > 5%
Hintere Zehe . . . — 3%
Bei dem Weibchen und dem jungen Yard ist der Kopf und
Hals schmutzig dunkelbraun, letzterer mit rostrothen Flecken
gescheckt; der Rücken, die Flügel und der Schwanz sind grau-
braun, die Flugfedern mit röthlich isabellfarbigem Randsaum ;
Brust und Bauch schmutzig röthlich-isabell; Bürzel und Binde
über den Flügeln weiss,
Lebt paarweise auf Felsen in den Hochgebirgen der abys-
sinischen Provinz Simen. Auf die nahe Verwandtschaft dieses
Vogels mit der in Indien lebenden Saxicola bicolor Sykes habe
ich bereits am angeführten Orte aufmerksam gemacht.
Taf. 17.
Sazicola albifrons Rüppell.
Synonym: Sazicola frontalis Swainson.
Diagnosis: Mas adult.: Toto corpore colore anthraecino, vexillo interno remigum
cinereo - nigricante, fronte ad basin rostri nivea. Femina: Corpore ni-
gro-umbrino concolore; fronte et gula punctulis umbrino - cinereis
variegatis.
Ich halte es um so nothwendiger, diesen Vogel, den ich
41
bereits in meinen neuen Wirbelthieren, Vögel Seite 78 beschrie-
ben hatte, hier abzubilden, da derselbe seitdem von Herrn Swain-
son, Birds of Western Africa Vol. 2.S. 46 unter dem Namen Saxi-
cola frontalis bekannt gemacht wurde, obgleich er meiner ihm
früher gemachten Mittheilung, diesen Vogel in Abyssinien einge-
sammelt und beschrieben zu haben, dabei selbst erwähnt hat.
Es ist mir übrigens ziemlich gleichgültig, welcher Artenname
im Systeme beibehalten werde, nur soll man es vermeiden,
den nämlichen Vogel unter verschiedener Bezeichnung aufzu-
führen. |
Das Gefieder des ausgefärbten Männchens ist gleichsam
durchaus rein blauschwarz, da nur der an die Basis des Ober-
schnabels stossende Theil des Vorderkopfs von rein weisser
Farbe ist, und die innern Fahnen der Flugfedern grauschwarz
sind; über den Schwanz verlaufen feine, durch mattere Färbung
veranlasste Parallellinien. Bei den Weibchen ist das ganze Ge-
fieder braunschwarz, und die Stirn und Kehle ist braungrau ge-
sprenkelt.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zn Behwanzendeiin,.» arta.nıi se: u DH
Der Schwanz besonders gemessen . . ... 2 —
Länge des Oberschnabels längs der Firsste . . — 6%
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder,
die um eine halbe Linie länger ist als
Dee 10%
Läöge des Tersukfä, uhr um tere
Innere, äussere und hintere Zee . . .. — 3"a
Mittlere Zehe et a ee 1 a A ee 6
Ich erhielt diesen Vogel nur in der abyssinischen Provinz
Temben, wo er die terrassenförmigen Felsenhöhen bewohnt,
welche die dortigen Hochebenen begrenzen. Der nämliche Vogel
kömmt nach Swainson’s Angabe am Gambia in Westafrika vor.
Ey" Ba 5 Sn Laie a 2
42
Familie der Meisen. Parinae.
Auch von Parus- Arten beabsichtiget Herr G@uerin nach
Erichson’s Archiv (pag. 202) eine neue abyssinische Art be-
kannt zu machen, die er vorläufig P. leuconotus benannte; es
dürfte dieser Vogel wohl derselbe seyn, den ich schon lange als
P. dorsatus aufgestellt hatte, und von dem nachstehend die Be-
schreibung.
" 2a8. 18.
Parus dorsatus Rüppell. Graurückige Meise.
Diagnosis: Parus colore nigro-caeruleo, interscapulio albo-cinerascente, remigibus
et rectricibus umbrino - nigris, illis vexillo interno basin versus mar-
gine albescente.
Die Grundfarbe des Gefieders ist ein schönes Blauschwarz,
nach dem Oberkopf zu mit Schillerglanz ; die Ohrengegend rauch-
schwarz; der Vorderrücken hellgrau ins Fleischfarbige spielend;
Flug- und Schwanzfedern braunschwarz; bei jenen von der drit-
ten bis zur eilften ist die obere Hälfte der innern Fahne weiss
eingefasst. Füsse und Schnabel bläulich grauschwarz; Iris
braun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwäizende u.) 2 al warn
Schwanzlänge besonders gemessen . . . . 2 a
Oberschnabel längs der Krümmung der Firsstte — 5
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. und 5. Flug-
feder, beide gleich lang u a Re BEE
Lange: ÜBER 200.2 21 re Ne 8%
Innere und äussere’ Zehe . u... 2a di 4
aittlere' Zeheilt \t| nun ee 57%
Hintere Zebe: al da a IRRE ER H 37%
De
43
Die aus Schoa mir überschickten Exemplare waren ohne
Angabe des Geschlechts, doch sind es jedenfalls ausgefiederte
Vögel.
In die Familie der Meisen gehört nach Herrn G@ray’s An-
sicht ein Vogel, den ich selbst unter die Sylvicolinen versetzt
hatte, und bereits auf Tafel 22 mit dem Namen Sylvicola fron-
talis abbilden liess, welcher aber wegen der progressiven Ver-
längerung der Flugfedern von der ersten bis zur fünften, der
gleichmässigen Krümmung der Firste, und des Mangels einer
Auskerbung an der vordern Kante des Oberschnabels zur Gat-
tung Parisoma des Swainson zu zählen ist.
Taf. 22.
Parisoma frontale Rüppell. Weissstirnige Parisome.
Diaynosis : Fronte et mento cinereo-albicantibus, ante oculos stria nigra subtus al-
bescente; notaeo caudaque viride - umbrinis, remigibus interne et ex-
terne cinereo -Jimbatis, tectricibus majoribus et mediis fuscis, pectore
et ventre umbrino - cinereis, crisso rubiginoso, rostro sordide umbrino,
angulo oris nonnullis vibrissis rigidis.
Stirn und Kinn grauweiss; von den Augen bis zum Mund-
winkel ein schwarzer Streifen, unter welchem ein grauweisser
verläuft. Obere Körperseite und Schwanz grünlich braun, die
grossen und mittleren Deckfedern der Flügel braunschwarz ;
Flugfedern auf der innern und äussern Fahne mit grauem Rand-
saume; Brust, Bauch und Schenkel braungrau, Aftergegend rost-
roth; Schnabel schmutzig braun mit sanft gebogener Firste,
und ohne Auskerbung an der Schneide des Kiefers; am Mund-
winkel einige robuste schwarze Borsten. Von den Flugfedern
ist die erste halb so lang als die fünfte, die zweite hält das
Mittel zwischen beiden, die dritte ist zwei Linien und die vierte
eine halbe Linie kürzer als die fünfte. Jede Schwanzfeder endigt
44
ein paar Linien kürzer als die mittleren.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwanzende en Fe gi
Schwanzlänge besonders gemessen . . ... 8 —
Schnabellänge längs der Krümmung der Firsste . — 6
Vom Flügelbug bis zur Endspitze der 5. Schwung-
BSlaRIS un, lan: ti RAR NEE
Lane desslarsunl le... 20.0 2 N
Innere und äussere Zehe, die in Länge gleich sind — 4%
BIBLTENDENE, . 0; Er ir ie N. re TE 4
Mittlere Zehe de NE nr 20 ee 6
Füsse und Nägel hornbraun. Die Zuschärfung der letzte-
ren deutet an, dass der Vogel seine Nahrung auf Buschwerk
sucht.
Die Sendung enthielt nur ein Exemplar, das angeblich ein
Männchen seyn soll.
B. Unterabtheilung der Drosseln. Turdidae,
Familie der Mistelvögel. Turdinae.
Taf. 21.
IE,
Bessonornis semirufa Rüppell. Abyssinische Bessonornis.
Diagnosis: Avis adulta: Capite supra, regione ophthalmica et parotica nigris, faseia
superciliari alba a naribus ad nucham; auchenio, interscapulio et
alarum tectricibus umbrino - viridescentibus; remigibus et binis rectri-
cibus medianis fusco-umbrinis; uropygio, reetrieibas lateralibus et toto
gastraeo laete flavo - rubiginosis, rostro nigro, pedibus et unguibus vi-
ride - umbrinis. Avis hornotina: capite, collo et teetricibus minoribus
pennarum apice et scapo rubiginosis, stria alba postoculari, ante ocu-
los nulla.
Als ich diesen Vogel zuerst in meinen neuen Wirbelthieren
in einem Winkel und nicht zugerundet, die seitlichen sind um
45
(1835) unter dem Namen Petrocincla *) semirufa beschrieb,
machte ich auf seine grosse Aehnlichkeit in Körpergrösse und
Färbung mit dem in der Caplandschaft vorkommenden Janfredrie
des Levaillant aufmerksam; seitdem soll Herr @uerinjenen un-
ter dem Namen Cossypha nigrocapilla in der Revue zoologique
als neue Art veröffentlicht hahen, daher die von mir gegebene
Abbildung zur Beseitigung dieser Synonyme nicht überflüssig
seyn wird.
Bei dem ausgefiederten Vogel in beiden Geschlechtern ist
der Oberkopf bis wagrecht mit dem Mundwinkel kohlschwarz ;
ein reinweisser Streifen reichet von der Basis der Nasenlöcher
auf beiden Seiten des Kopfes über dem Auge nach dem Nacken;
letzterer und der Vorderrücken sind grünlich braun mit rostro-
them Schiller; die ganze untere Körperseite von der Dillenkante
an, Federn unterhalb des Flügelbugs, Hinterrücken und Schwanz
einfarbig gelbrostroth; zuweilen ist die Bauchmitte weiss; die
beiden mittleren Schwanzfedern und ein Theil des Randsaumes
der äussersten dunkelgrünbraun, ebenso der ganze Flügel, wo-
bei der äussere Fahnenrand etwas weniges heller; Schnabel
schwarz, Füsse und Nägel grünbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwanzende .. uns 24.0 2. 0
Länge des Schwanzes besonders gemessen = U
Länge des Oberschnabels 7
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. _ Flugfeder 3 4
1
Länge des Tarsus 1%
Innere Zehe ... ee ana se Ve At — B)
Aeussere Zee . . . . 0 Om hr)
Imkttere Zebe . „nr ee Li
tere Zeche » 0 Kun 05" VE 3%
*) Der Smith’sche Gattungsname Bessonornis, der mit Petrocincla des
Swainson gleichbedeutend ist, hat vor diesem die Priorität.
46
Die erste Flugfeder ist halb so lang als die vierte, die
zweite ist 9 Linien länger; die dritte 2 Linien kürzer als die
vierte und fünfte, die gleich lang sind.
Aeussere und innere Zehe 5 Linien lang; die hintere misst
3%, die mittlere vordere 7 Linien.
Bei dem jungen Vogel ist die Kehle röthlich grau mit Braun
gesprenkelt; der weisse Streif auf beiden Seiten des Kopfes
beginnt erst oberhalb des Auges, und ist demnach weit kürzer
als beim alten Vogel; der Oberkopf ist dunkelbraun, sämmtliche
Federn längs des Schafts mit rothbraunem Streif; die Flügel-
deckfedern und die hintern Schwingen haben an den Endspitzen
einen gelbrothen Flecken.
Die Bessonornis leben in Abyssinien paarweise im niedern
Gebüsch der Thäler, welche grössere Bäume beschatten; ihre
Nahrung besteht aus Insekten.
Familie der Timalien. Timalinae.
In meinen älteren Publicationen wurden mehrere Vögel als
Ixos und Malurus abgebildet*), die von den neuern Ornitho-
logen zu der Swainson’schen Gattung Crateropus gezählt werden.
Zu diesen Crateropus gehört ein mir von Schoa geschickter
Vogel, der neu zu seyn scheint.
*) Ixos leucocephalus, 1. plebejus, I. leucopygius, Malurus squamiceps, M.
acaciae.
‚u De Sul
47
Taf. 19.
Crateropus rubiginosus Rüppell. Rostfarbiger Drössling.
Diagnosis: Notaeo umbrino-vinaceo, pennarum frontalium scapo rigido albicante,
remigum vexillo interno colore hepatico, basin versus margine flavo-
rufescente, gastraeo — excepta cauda gradata, notaeo concolore, —
dilute rubiginoso ; pedibus, unguibus et rostro colore corneo.
Die Federn der Stirn sind zugespitzt und haben einen weis-
sen steifen Schaft; die Endspitze der Flügel reicht einen Zoll
über die Basis des Schwanzes hinaus; letzterer ist gestaffelt.
Die erste Flugfeder ist halb so lang als die zweite, die drei
Linien kürzer als die folgende ist, welche letztere der Länge der
vierten und fünften entspricht. Die ganze obere Körperseite
und der Schwanz oben und unten grünlich gelbbraun; die Flug-
federn hornbraun, alle mit Ausnahme der ersten, am obern
Drittel der innern Fahne gelbröthlich gerandet. Die untere Kör-
perseite ist verwaschen rostroth, nach der Kehle zu ins Isabell-
farbige übergehend; auf dem gestaffelten Schwanz bemerkt man
in gewissen Richtungen betrachtet, feine etwas hellere parallele
Querlinien; die robusten Füsse, Nägel und der Schnabel sind
hornfarbig. Die hintere und die beiden seitlichen Zehen sind
unter sich in Länge gleich. Iris gelblich.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
EST TLNIES RUN I RR SG ITIUFRETENETIRTPTORE - ERS:
Länge des Schwanzes besonders gemessen ee
Oberschnabel längs der Firste Hei .—. 7
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4ten F kenn u
Länge des Tarsus At
MmESBBe! :. =. .ie wi elle Sr): ee ee
Ben lBehen.: =. 3 “id an Aha a ee
Alle Crateropus-Arten leben in kleinen Familien in lichtem
Buschwerk, sind sehr beweglich, und suchen theilweise ihre in
Rs;
48
Insekten bestehende Nahrung auch auf der Erde. Crateropus
acaciae und CE. squamiceps haben durch ihre Färbung und die
mehr gestaffelte als zugerundete Form des Schwanzes eine
natürliche Verwandtschaft zu C. rubiginosus; ich hatte jene
Vögel in meiner abyssinischen Fauna unter dem Lichtenstein-
schen Gattungsnamen Sphenura von den übrigen Crateropus
gesondert, die damals in dem Temminck’schen Genus Ixos ver-
einigt wurden; jedochist es schwierig, zwischen beiden Gruppen
haltbare Unterschieds-Charaktere nachzuweisen.
Unter den von Major Harris von Seiner abyssinischen
Reise nach England gebrachten Vögeln, befindet sich ein anderer
mit meinem Crateropus (Ixos) leucopygius nahe verwandter
Vogel, der mir neu zu seyn scheint; folgende Beschreibung ent-
warf ich von demselben nach den in London aufgestellten
Exemplaren. Federn an der Basis des Oberschnabels, Kehle,
Augengegend, und von derselben bis zum Ohr rein weiss;
Oberkopf, Nacken, Rücken, Flügel, Hals, Bauch und zugerundeter
Schwanz chocoladebraun, die Federn des Halses und der Brust
mit feinem weissem Randsaume. Die äussere Seite des Bauchs
und der Schenkel röthlich braun, Bürzel und Aftergegend schmut-
zig grauweiss, Schnabel schwarz, Füsse und Nägel hornfarbig;
die Flügel ragen nicht weit über die Schwanzbasis, die 1te
Schwinge halb so lang als die 2te; die 4te am längsten.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Behwanzende: #3. 1... 21) 102 UM RE
Schwanzlänge besonders gemessen . . . ..93 5
Länge.des Tarsuss . . U N FA 1
Oberschnabel längs der Firsstte . . . . . 2. .— 7
Dieser Vogel, der nach der Angabe im Februar zu Ali Amba
in Schoa erlegt wurde, soll mit dem Artennamen Crateropus
limbatus bezeichnet werden.
49
€. Unterabtheilung der Fliegenfänger. Muscicapidae.
Familie der Fliegenschnäpper. Muscicapinae.
Taf. 20.
Museicapa chocolatina *) Rüppell.
Chocoladefarbiger Fliegenschnäpper.
Diaynosis: Mas adult.: Capite, cervice et tergo cinereo - umbrinis, interscapulio,
alis et cauda colore chocolatino, remigum secundariarum margine cla-
riore; gastraeo sordide cinerascente, parte mediana abdominis paululum
albescente, rostro et pedibus nigricantibus; vibrissis eximiis, cauda sub-
rotundata.
Auch von diesem Vogel habe ich bereits in meinen abys-
sinischen Wirbelthieren (Vögel Seite 107) eine lateinische
Charakteristik gegeben; bei der jetzt veröffentlichten Abbildung
wüsste ich ausser der deutschen Uebersetzung jener Diagnose
nichts wesentliches beizufügen, da ich kein neueres Individuum
dieser Art erhalten habe, noch mir eine anderwärts gegebene
Beschreibung derselben bekannt geworden ist.
Oberkopf, Nacken und Hinterrücken dunkel aschgrau, Vor-
derrücken, Flügel und Schwanz chocoladebraun, die Flugfedern
der zweiten Ordnung mit einem feinen helleren Randsaum ;
Bauchseite schmutzig hellgrau, Mitte des Unterleibes ins Weiss-
liche übergehend. Schnabel schmutzig blaugrau, stark entwi-
ckelte Bartborsten am Mundwinkel; Füsse und Nägel dunkel-
braun. Der untersuchte Vogel ist eben in der Mause, wodurch
mehrere Schwanzfedern fehlen oder unausgewachsen sind, da-
her es ungewiss ist, ob der Schwanz hinten winkelig oder etwas
*) Ist dieses nicht der nämliche Vogel, den viele Jahre später Herr Guerin
in der Revue zoologique als Muscicapa fumigata von Abyssinien beschrieben hat?
Ornith. von N.0.Afr. 4
50
zugerundet verbleibt. Von den Flugfedern ist die erste halb so
lang als die dritte, welche die längste ist; und diese vier Linien
m länger als die zweite. Innere und äussere Zehe gleich lang (4
% Linien), die hintere eine halbe Linie kürzer, die mittlere 1%
3 Linien länger. Nägel schwach, comprimirt, zugeschärft.
j- - Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
4 Schwan. ! ml an ke MR Sr Ee
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...2 8
Oberschnabel längs der Firste . . . 65
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder a BE.
LERORER TAIBUS .. 000 Zee. au eh Yo RE EEE
Bittere Zee N. I RER
Innere und aussere Zehe:, >2..7 2 KT Tee
Mittlere Zebe N De A
Einzeln vorkommend in den engen Thälern der Provinz
bs Simen.
| D. Unterabtheilung der Würger. Lanidae.
m: Familie der Neuntödter. Laninae.
Taf. 23.
Telophorus uethiopicus Latham.
Aethiopischer Würger.
Diagnosis: Capite, dorso, tectrieibus minoribus caeruleo - nigris; remigibus et
cauda supra et subtus holosericeis, fascia per alas, gutture, pectore et
SE abdomine niveis; uropygio plumis laxis cinereis.
Ich hatte in meinen abyssinischen Wirbelthieren, Vögel
2 Seite 32 mit Bestimmtheit erklärt, dass Weillot in der Encyclo-
51
pedie bei der Beschreibung dieses Vogels die Irrung beging,
als dessen Abbildung einen Le Faillant’schen südafrikanischen
Würger zu eitiren, der ein ganz anderer Vogel ist, welcher
sogar jetzt in der Untergattung Laniarius als L. brubru auf-
geführt wird, während jener äthiopische Würger in der Swain-
son’schen Untergattung Telophorus seinen Platz hat. Wie ich
aus Erichson's Archiv, Jahrgang 1844 Seite 198 ersehe, theilte
Herr G@uerin acht Jahre nach mir die nämliche Bemerkung als
etwas Neues mit. Eine gute Abbildung des Jieillot’schen Lanius
aethiopicus fehlte bisher, und sie wird daher nicht unwill-
kommen seyn.
Der aethiopische Telophorus hat Kopf, Nacken, Vorder-
rücken und Flügeldecken glänzend blauschwarz; die Flugfedern
und der Schwanz sind dunkel rauchschwarz mit Andeutung von
feinen matten wellenförmigen (Querlinien ; die weichen zerschlis-
senen Federn, welche den Hinterrücken bedecken, sind verschie-
denlich grau nüaneirt; die weissen äusseren Fahnen der mittleren
Flügeldeckfedern bilden eine Querbinde. Die ganze untere Körper-
seite ist reinweiss, der zugerundete Schwanz unterhalb grün-
schwarz, gleichfalls mit Andeutungen feiner Querlinien. Schnabel,
Füsse und Nägel schwarz.
An den Flügeln ist die erste Schwinge halb so lang als
die fünfte, welche die vierte nur um eine halbe Linie überragt ;
die dritte ist 4, die zweite 8 Linien kürzer als jene. An den
Füssen ist die innere und hintere Zehe gleich lang, die äussere
etwas länger. .
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Behwanzende cut. ie a BA
Länge des Schwanzes besonders gemessen . . . 3 5
Oberschnabel längs der Firste . . . a
Vom Flügelbug bis zur Spitze der ten Plugfeder Ar EN
4*
Bee
52
Länge des Tarsus er RR A re
Innere Zee 0 RAR DWA
Keussere Zehe mE ERBEN. TER FB
Mittlere’Zehe 2: ea a I N
Hintere Zehe . °. . > Ra,
Das Gefieder beider Geschlechter ist sich ganz gleich. Der
Vogel lebt einzeln auf lichtem Dorngesträuch, wo er den ver-
schiedenen Inseeten nachjagt, gleich wie es der gewöhnliche
Würger zu thun pflegt; er findet sich ziemlich häufig auf dem
Mimosen-Buschwerk, der abyssinischen Küste entlang.
-In die Nähe von Telophorus stellt Herr @. R. Gray die
von Dr. A. Smith Eurocephalus benannte Gattung, die derselbe
oder noch vor ihm Burchell in dem Kaffernlande entdeckte; der
Typus der Gattung ist mir von Schoa zugeschickt worden *).
Die Unterscheidungs-Charaktere dieser Abtheilung sind ein ver-
gleichlich kurzer robuster Schnabel ohne merkliche Auskerbung
am Oberschnabel, steife vorwärtsgerichtete borstenartige Federn
an der Schnabelbasis, welche die ovalen, durch eine Membran
halbgeschlossenen Nasenlöcher überdecken. Die ziemlich langen
Flügel reichen bis zur Hälfte des ein wenig abgerundeten
Schwanzes; die erste Flugfeder misst % der dritten, welche
die längste ist; die zweite ist nur wenige Linien kürzer als
diese; die Tarsus sind kurz und robust, die Zehen sämmtlich
getrennt mit starken gekrümmgen Nägeln; am Mundwinkel stehen
einige vorwärts gerichtete Bartborsten.
*) Doctor A. Smith beschrieb diese neue Gattung in dem in der Capstadt
1836 gedruckten Report of the expedition etc. In den bis jetzt erschienenen 22
Heften seiner südafrikanischen Zoologie gab er noch keine Abbildung dieses Vo-
gels; im brittischen Museum aber befinden sich Exemplare aufgestellt mit der Na-
mensbezeichnung, die ihnen jener Naturforscher gab, daher über Identität der
Art kein Zweifel obwaltet.
53
Tat. 27.
Eurocephalus anguitimens A. Smith.
Weissköpfiger Eurocephalus.
Diagnosis: Pileo et nucha, gula, pectore, uropygio et basi rectricum albisz stria
per oculos, regione parotica lateribusque posticis colli nigris; dorso,
alis et cauda caffeatis, lateribus ventris hepatiecis, tibiis et fascia per
crissum umbrinis, hac antice et postice alba.
Ganzer Oberkopf und Nacken, Kehle, Vorderhals und Brust
weiss, ein braunschwarzer Streif zieht sich von den Nasen-
löchern durch die Augen, hinter welchen er sich über die Ohren-
gegend und die Seiten des Halses bis zur Mitte des Nackens aus-
breitet, jedoch ohne dass die Streifen beider Seiten zusammenstos-
sen. Rücken und Flügel kaffebraun; Bürzel, Basis der Schwanz-
federn und untere Schwanzdeckfedern weiss; Steuerfedern
dunkelbraun; die Flug - und Deckfedern haben an der äussern
Fahne einen helleren Randsaum; einige der Flugfedern sind an
der innern Fahne fleischfarbig eingefasst. Die Hauptfarbe der
untern Körperseite ist weiss, nur die Seiten des Bauchs sind
hellbraun, die Schenkel und eine über den Steiss gehende breite
Binde dunkelbraun ;Schnabelschwarz, Füsse und Nägelgraubraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
EOEESBDE. to 2 ER
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...3 6
Oberschnabel längs der Krümmung der Firstte . . — 9
use des TanBen I RE ea Nr
Aeussere, hintere und innere Zee . . . 2... 5
Re: Zellen. a a N
Die vordere Seite der Tarsen ist mit kurzen Schildtafeln
bedeckt; die Zehen der Füsse und die Nägel sind robust, letztere
etwas comprimirt und zugeschärft. Ueber Nahrung und Lebens-
weise dieses Vogels sind die Bekanntmachungen des Dr. A. Smith
54
zu gewärtigen. Mit der Sendung von Schoa erhielt ich nur ein
einziges Individuum dieses Vogels, ohne irgend eine belehrende
Notiz.
Zur Unterabtheilung der Thamnophilinen gehört ein kleiner
nordafrikanischer Vogel, den Swainson in seinen Birds of Western
Africa als Malaconotus chrysogaster bereits beschrieben und
abgebildet hatte; er war mir niemals auf meinen Reisen vor-
gekommen, aber bei der Sendung aus Schoa befand sich ein
Exemplar davon, das ich jedoch nicht für die Swainson’sche Art
erkannte, weil dessen Darstellung ungenügend ist. Erst später,
als bereits für gegenwärtiges Werkchen eine gute Abbildung
gefertiget war, fiel mir die Uebereinstimmung der Beschreibung
auf, welche mir auch die in englischen Museen gemachten Ver-
gleichungen bestätigte, daher ich ohne Weiteres auf meine Ab-
bildung den Swainson’schen Artennamen eintragen liess. Ob
übrigens auf diesen Vogel auch der von Shaw beschriebene
Lanius olivaceus von Südafrica passt, wofür der Oliva (Le
Vaillant Ois. d’Afr. Taf. 75 und 76) eitirt wird, scheint mir
sehr zweifelhaft; ich kenne denselben nicht. Der in Vieillot’s
Galerie des Oiseaux Taf. 139 unter dem Namen Thamnophilus
olivaceus abgebildete Vogel ist mit den vorstehend erwähnten
Arten nicht zu verwechseln, obgleich durch Farbenvertheilung
dem Malaconotus chrysogaster sehr ähnlich. Derselbe geöhrt
vielleicht in Berücksichtigung seines stark comprimirten und
hohen Schnabels, der in einen abwärts gerichteten Haken aus-
läuft, in eine eigene Gattung. Dass ich diesen Vogel in Kordofan
einsammelte, ward in meinen abyssinischen Wirbelthieren Seite
33 angegeben.
55
Taf. 24.
Malaconotus chrysogaster Swainson.
Gelbbäuchiger Malaconotus.
Diagnosis: Fronte viridi, diademate et stria superciliari flava, macula nigra ante
et infra oculos, pileo, cervice et lateribus colli einereis; dorso, cauda,
tectricibus et vexillo externo remigum gramineo, rectricum et remigum
secundariarum apicibus luteo - virentibus; gastraeo et tibiis flavis,
pectore aurantiaco, rostro et pedibus nigris.
Vorderkopf saftgrün, längs der Basis des Oberschnabels
eitrongelb, welche Farbe sich als schmaler Streifen über die
Augen hin verlängert. Oberkopf, Nacken und Seiten des Halses
aschgrau; von dem Mundwinkel nach dem Auge und unterhalb
demselben ein schwarzer Streif, der auf der Ohrengegend in das
Grau des Nackens übergeht. Rücken, Deckfedern der Flügel,
äussere Fahne der Flugfedern und Schwanz grasgrün; innere
Fahne der Flugfedern braun, die hinteren nach der Basis zu
eitrongelb eingefasst. Die Flugfedern der zweiten Ordnung so
wie die grossen und mittleren Flügeldeckfedern haben eine blas-
gelbe Endspitze; an dem zugerundeten Schwanz ist das Ende
und der Rand der innern Fahnen gelbgrün. Bauchseite, Schenkel,
untere Schwanzdeckfedern und Rand des Flügelbugs citrongelb,
die Brust pomeranzengelb. An den Flügeln ist die erste Schwinge
halb so lang als die vierte, diese um eine Linie länger als die
dritte, deren Endspitze die zweite um vier Linien übertrifft.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
De a A, „BR
Schwanzlänge besonders gemessen . . . .. 2 1
Öberschnabel längs der Krümmung der Firstte . . — 6
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4ten Flugfeder . 3 3
Be den Targus. 10. el he ler wur e
„ der äussern Zehe PEN VEREee
een Rn
56
Länge der innern und hintern Zee . . . ..— 3%,
” „ mittlern Zehe MP RE ER |
Die Verbreitung dieses Vogels gehet über das ganze tro-
pische Afrika, doch scheint er in Abyssinien und Schoa eben
so selten zu seyn, als es Swainson von Westafrika mittheilt.
Ueber Lebensart und Nahrung sind mir keine Mittheilungen zu-
gekommen.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Singvögel.
Canori.
A. Unterabtheilung der Sylvien. Luscinidae.
1) Malurus. Malurinae.
115. Oligura micrura, Rüppell, oder Troglodytes mierurus, Rüppell Wir-
belth. Taf. 41,Fig.1, häufig in Kordofan und Abyssinien.
116. Drymoica (Swainson) clamans, Prinia clamans Rüpp. Atlas Taf. 2
Fig. a, häufig in Nubien und Kordofan.
117. „» gracilis, Prinia gracilis Rüpp. Atlas Taf. 2 Fig.b, häufig in
Egypten.
118. „» pulchella, Prinia pulchella, Rüpp. Atlas Taf. 35 Fig a, Kor-
dofan.
119. „» inquieta, Rüpp. Atlas Taf. 36 Fig.b, einzeln im peträischen
Arabien.
120. „ ruficeps, Rüpp. Altlas Taf. 36 Fig.a, häufig in Kordofan
und Abyssinien.
121. „ rufifrons, Rüpp. Wirbelth. Taf. 41 Fig. 1, häufig an der
abyssinischen Küste.
122. » mystacea, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 10, Umgegend
von Gondar.
123. „ robusta, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 13, Schoa, südlich
von Abyssinien.
124. „» Jugubris, oder Cisticola lugubris, Rüpp. system. Uebers.
Taf. 11, Abyssinien.
125. „ erythrogenis, oder Cisticola erythrogenis, Rüpp. system.
Uebers. Taf. 127 Abyssinien.
AR
ct
ar EL
57
2) Grasmücken. Luseininae.
126. ARTE (Naumann) arundinaceus, Brisson. Egypten.
127.
„
turdoides, Meyer. Buffon pl. enl. 513, häufig in Arabien.
128. Curruca (Brisson) erassirostris, Rüpp. Atlas Taf. 33 Fig. a, Kor-
129.
130.
131.
132.
133.
134.
135.
136.
137.
138.
139.
”
dofan.
subalpina, Bonelli, Egypten.
orphaea, Temminck, Arabien und Egypten.
melanocephala, Latham, häufig in Egypten.
atricapilla, Brisson, häufig in Egypten, Nubien und Arabien.
cinerea, Brisson, Egypten und Nubien.
garrula, Brisson, Egypten und Nubien.
capistrata, Rüpp. abgebildet als Sylv. Rüppelli, Atlas Taf.
19, Zugvogel durch Egypten und Arabien.
luseinia, Linn., häufig im Winter in Egypten und Arabien.
lugens, Rüpp. Wirbelth. Taf. 42, Fig. 2, einzeln in Abys-
sinien.
chocolatina, Rüpp. syst. Uebersicht, Taf. 14, Schoa.
abyssinica, Rüpp. abgeb. als Drymophila, neue Wirbelthiere
Taf, 40, Fig. 2, einzeln in Abyssinien.
140. Cyanecula (Brehm) swecica, Linn., häufig in Egypten, Nubien und
Abyssinien.
141. Erythacus (Swainson) rubecula, Linn., den Winter in Nordafrika.
142. Ruticilla (Brehm) phoenicura, Linn. ebendaselbst.
143.
”
Thitis, Scopoli, ebendaselbst.
144. Ficedula (Koch) sibilatrix, Bechstein, im Winter in Egypten.
145.
146.
147.
148.
149.
150.
„
”
Trochilfus, Linn., häufig in Egypten und Nubien.
Bonelli, Vieillot oder S. Nattereri Temminck, das ganze nörd-
liche Afrika.
rufa, Latham, im Winter in Egypten.
umbrovirens, Rüpp. einzeln in Abyssinien, ist nur beschrie-
ben in den neuen Wirbelthieren, Vögel Seite 112.
brericaudata, Rüpp. Atlas Taf. 35 Fig. b, einzeln in Kor-
dofan.
Zosterops (Gould) madagascariensis, Latham, Levaill. Ois. d’Afr.,
Taf. 132, einzeln in Abyssinien.
58
3) Steinschmätzer. Sazicolinae.
151. Saricola (Bechstein) leucura, Gmelin, Descript. de ’Egypte 0is.
Taf. 5 Fig. 1, häufig in ganz Nordostafrika.
152. „ monacha,Rüpp. Temm. pl. col. 359 Fig. 1, zufällig in Nubien.
153. „» Tugubris, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 28, Fig. 1, häufig in
Abyssinien.
154. „ melaena, Rüpp. ebendaselbst Taf. 28 Fig. 2, zufällig in
Abyssinien.
155. „» albifrons, Rüpp. syst. Uebersicht Taf 17, einzeln in Abys-
sinien.
156. „» lugens, Lichtenstein, einzeln in ganz Nord -Ost- Afrika.
157. „ albofasciata, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 16, Abyssinien.
158. » melanura, Rüpp. Temm. pl. col. Taf. 257 Fig. 2, Küste des
rothen Meeres.
159. „ isabellina'), Rüpp. Atlas Taf. 34 Fig. b, häufig in Nubien
und Abyssinien.
160. „ pallida, Rüpp. Atlas Taf. 34 Fig. a, häufig in Nubien.
161. „ oenanthe, Bechstein, Buffon Taf. 554 Fig. 1 und 2, häufig in
Egypten und Arabien.
162. Pr stapazina, Gmel. et aurita Temm. Taf. 231 a, und Edwards
Taf. 31, häufig in ganz Nord -Ost- Afrika.
163. „ deserti, Rüpp. Temm. pl. col. 359 Fig. 2, häufig in Egyp-
ten und Nubien.
164. „» rubicola, Bechstein, Buffon Taf. 678 Fig. 1, häufig in ganz
Nord-Afrika.
165. „ rubetra, Bechstein, Buffon Taf 678 Fig. 2, Egypten und
Arabien.
166. „ rufocinerea, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 27 Fig. 1 und 2,
einzeln in Abyssinien.
167. » ? sordida, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 26, Fig. 2, ein-
zeln in Äbyssinien.
168. Thamnobia? (Swainson) albiscapulata, Rüpp. neue Wirbelthiere
Taf. 26, Fig. 1, Abyssinien.
*) Die in meinen neuen Wirbelthieren, Vögel Seite 80 bei den Saxicolen,
namentlich über Saxicola isabellina gemachten Bemerkungen sind wohl zu be-
rücksichtigen.
169.
170.
171.
172.
173.
174.
175.
176.
177.
178.
179.
180.
181.
182.
183.
184.
185.
59
Thamnobia? semirufa, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 25 Fig. 1 und
2, häufig in Abyssinien.
4) Meisen. Parinae.
Parus (Linn.) Zeucomelas, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 37. Fig. 2,
einzeln in Abyssinien.
„ . dorsalus, Rüpp. system. Uebersicht, Taf. 19, Schoa.
Parisoma (Swainson) frontale, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 22,
Schoa.
5) Bachstelzen. Motacillinae.
Motaeilla (Linn.) alba, Linn. Buflon Taf. 652 Fig. 2, häufig in
Egypten, Nubien.
„ eapensis, Lichtenst. Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 178, häufig
in Nubien und Abyssinien.
» longicauda, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 29, Fig. 2, ein-
zeln in Abyssinien.
Budytes (Cuvier) flava, Linn. Buflon Taf. 674 Fig. 2, häufig in
Nord - Afrika.
„ boarula, Linn. Buffon Taf. 28, Fig. 1, ebendaselbst.
» melanocephala, Lichtenst. Rüpp. Atlas Taf. 33, Fig. b, eben-
daselbst.
Anthus (Bechstein) arboreus, Bechstein, Buffon Taf. 660 Fig. 1,
häufig in Egypten.
„ pratensis, Bechstein, Descript. de l’Egypte Taf. 13, Fig. 6,
häufig in Egypten.
» Ceeilü, Savigny, Motacilla cervina? Pallas. Deseript. de
V’Egypte Oiseaux Taf. 5 Fig. 6, im Frühling in Egypten
und Arabien.
„ eampestris, Bechstein, Buffon Taf. 661, Fig. 1, häufig in
Egypten, Nubien und Arabien.
„ spinoletta, Linn. od. A. aquaticus Bechst. Buffon Taf. 661
Fig. 2, ebendaselbst.
„ sordidus, Rüpp. Wirbelth. Taf. 39 Fig. 1, häufig in Abys-
sinien.
„ einnamomeus, Rüpp. ebendaselbst beschrieben $. 103.
Gleiches Vorkommen.
186
60
B. Unterabtheilung der Drosseln. Turdidae.
1) Mistelvögel. Turdinae.
. Bessonornis (Smith) semirufa, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 21,
häufig in Abyssinien.
187. Petrocossyphus (Boje) cyaneus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 250,
häufig in Nord- Afrika.
188. „ sawatilis, Lath. Buffon Taf. 562, häufig in Nord-Afrika.
189. Merula (Boje) vulgaris, Linn. Buffon Taf. 2, im Winter in Egypten.
190. „ simensis, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 29, Fig. 1, häufig
in Abyssinien.
191. » musica, Linn. Gmel. Buffon Taf. 406, einzeln im Winter in
Nord -Ost- Afrika.
192. » viscivora, Linn. Buffon Taf. 489, im Winter in Egypten.
193. »„ pülaris, Linn. Buffon Taf. 490, im Winter in Nubien.
194. » olivacea, Linn. Le Vaill. Afr. Taf. 98, häufig in Abyssinien.
195. Cercotrichas (Boje) erythropterus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 354,
häufig in Nubien und Abyssinien.
196. Pyenonotus (Kuhl) arsinoe, Lichtenstein, häufig in Nord-Ost-
Afrika.
197. » Levaillanti, Temminck, Le Vaill. Taf. 106,Fig. 1, Egypten
und Arabien.
2) Timalinen. Timalinae.
198. Crateropus (Swainson) leucocephalus, Rüpp. Atlas Taf. 4, häufig in
Sennaar und Abyssinien.
199. „» Teucopygius, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 30 Fig. 1, häu-
fig in Abyssinien.
200. „» plebejus, Rüpp. Atlas Taf. 23, häufig in Kordofan.
201. „» rubiginosus, Rüpp. system, Uebersicht, Taf. 19, Schoa.
202. „» limbatus, Harris, Schoa.
203. Sphenura (? Lichtenstein) acaciae, Lichtenst. Rüpp. Atlas Taf. 28,
204.
Eg;ypten und Nubien.
„» squamiceps, Rüpp. Atlas Taf. 12. Peträisches Arabien.
61
3) Pirolen. Oriolinae.
205. Oriolus (Linn.) galbula, Linn., Buffon Taf. 26, häufig in Egypten
und Nubien.
206. „» Moloxita, Buffon, neue Wirbelthiere Taf. 12, Fig. 1, häufig
in Abyssinien.
C. Unterabtheilung der Fliegenfänger. Muscicapidae.
1) Fliegenschnäpper. Muscicapinae.
207. Museicapa (Linn.) grisola, Linn. Buffon Taf. 565, Fig. 1, Nord-
Ost- Afrika.
208. „ albicollis, Temminck, Buffon Taf. 565 Fig. 2, Egypten und
Arabien.
209. „» semipartita, Rüpp. Wirbelthiere Taf. 40, Fig. 1, Abyssi-
sinien und Kordofan.
210. „ ehocolatina, Röpp. system. Uebers. Taf. 20, Abyssinien.
211. Muscipeta (Cuvier) melanogaster, Swainson, Abyssinien.
212. Platysteira (Jardine) senegalensis, Linn. Le Vaill. Afr. Taf. 161,
Fig. 1 und 2, häufig in Abyssinien und Kordofan.
D. Unterabtheilung der Seidenvögel. Ampelidae.
1) Campephaginen. Campephaginae.
213. Graucalus (Cuvier) pecioralis, Jardine ornithol. Illust. Taf. 57, ein-
zeln in Abyssinien.
214. Ceblepyris (Cuvier) phoenicea, Swainson Birds of Western Africa 1,
Taf. 27 und 28, Abyssinien und Sennaar.
2) Dierurinen. Dierurinae.
215. Melaenornis (G. R. Gray) edoloides, Swainson Birds of West. Afr. Be
Taf. 29, Schoa.
216. Dierurus (Vieillot) Zugubris, Ehrenberg Symbolae physicae aves,
Taf. 8, häufig in Abyssinien, Sennaar und Kordofan.
TER |
62
E. Unterabtheilung der Würger. Lanidae.
1) Neuntödter. Laninae.
217. Lanius (Linn.) rufus, Brisson. Buffon Taf. 9 Fig. 2, häufig in Nord-
Afrika.
218. „» personatus, Temminck. planch. color. Taf. 256 Fig. 2, häufig
in Nord-Afrika.
219. „» ezcubitor, Linn., Buffon Taf. 445, häufig in Egypten und
Arabien.
220. » minor, Linn., Buffon Taf. 32, Fig. 1, häufig in ganz Nord-
Afrika.
221. Enneoctonus (Boje) collurio,Briss. Buffon Taf. 31 Fig. 2, Egypten.
222. Telophorus (Swainson) aelhiopicus, Vieillot, Rüpp. system. Ueber-
sicht Taf. 23, häufig in Abyssinien.
223. Nilaus (Swainson) Brubru, Le Vaill. ois. d’Afr. Taf. 71, häufig in
Abyssinien.
224. Eurocephalus (Smith) anguitimens, A. Smith, Rüpp. system. Ueber-
sicht Taf. 27, Schoa.
225. Prionops (Vieillot) eristatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 12 Fig. 1,
226
227
Abyssinien und Sennaar.
2) Thamnophilen. Thumnophilinae.
. Dryoscopus (Boje) cubla, Latham. Le Vaill. Afr. Taf. 73, häufig in
Abyssinien und Sennaar.
. Laniarius (Vieillot) eruwentus, Ehrenberg, Symbolae physiec. Aves,
Taf. 3, häufig an der Küste von Abyssinien.
228. „ erythrogaster, Rüpp. Atlas Taf. 29, häufig in Sennaar.
229. „» erythropterus, Shaw. Buffon Taf. 479 Fig. 1, häufig in
Abyssinien und Sennaar.
230. „ eollaris, Latham. Jardine ornithol. Illust. Taf. 52, Abyssinien.
231. Malaconotus (Swainson) olivaceus, Vieillot Galerie, Taf. 139, Kor-
232.
dofan.
„» ehrysogaster, Swainson, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 24,
häufig in Abyssinien.
63
Vierte Abtheilung.
Kegelschnäbel. Conirostres.
Familie der Raben. Corvidae.
Der von Sundewall in den Abhandlungen der Stockholmer
Academie für 1839 beschriebene Corvus umbrinus, den Heden-
borg in Arabien, Egypten und Nubien eingesammelt hat, ist von
mir auf meinen Reisen übersehen worden; ich kenne ihn nicht,
und nehme ihn nur auf die Autorität jener Naturforscher in die
Fauna von Nordafrika auf.
Familie der Staare. Sturnidae.
Zwei sehr schöne Arten von Glanzdrosseln überbrachte
mir die Sendung aus Schoa, wovon die eine so charakteristi-
sche Farbenzeichnungen besitzt, dass sie leicht zu beschreiben
und zu unterscheiden ist. Anders verhält es sich mit der zweiten
Art, die einigen bekannten afrikanischen Vögeln sehr nahe
steht, und vielleicht selbst mit einem derselben identisch ist,
welches ich eben nicht ermitteln konnte durch den Vergleich
mit der stattlichen Suite dieser Vögel, die im britischen Museum
in London aufgestellt ist *).
") @. R. Gray bezeichnet die kurzschwänzigen Lamprotornis mit dem Namen
Calornis, Zesson diejenigen mit langem Schwanz durch Juida, und jener ältere
Gattungsname würde sofort ganz verschwinden. Sicher wird auch einmal mein
Lamprotornis tenuirostris zu einer Gattung erhoben!
64
Taf. 25. 1er
Lamprotornis purpuropteru Rüppell.
Purpurschillernde Glanzdrossel.
Diagnosis : Capite nigro-virente nitente, regione parotica et gula nigra fusca, illa
opaca, hac subaenea; notaeo et pectore nigro-caerulescentibus, splen-
dore chalybeo, alis nitore violaceo-subpurpureo; cauda gradata modice
elongata, supra rectricibus binis mediis nigro - virentibus, lateralibus
purpureo - violaceis, lineis fuscis transversis, cauda subtus et ventre
nigris, hoc parte media nitore aeneo.
Eine auffallende Aehnlichkeit hat dieser Vogel mit dem in
Kordofan und Sennaar vorkommenden Lamprotornis aeneus
Temminck, von dem er sich nur unterscheidet, indem erin allen
Dimensionen um ein Fünftheil kleiner ist, und durch dunkel-
violette Hauptfärbung, die auf den Flügeln ins Purpurfarbne spielt,
während bei Lamprotorn. aeneus die Hauptfarbe namentlich auf
den Flügeln stahlblau ist, welches ins Grasgrüne schillert.
Oberkopf und Vorderhals grünschwarz, letzteres mit Tom-
backschiller, Ohrengegend matt schwarz, Rücken und Flügel
schwärzlich stahlblau ; die beiden mittleren Schwanzfedern
schwarzgrün, die seitlichen stahlblau purpurfarbig, sämmtlich
mit feinen dunkleren wellenförmigen Querlinien. Einige Flügel-
deckfedern, Flugfedern zweiter Ordnung und der Vorderrücken
haben in gewissen Richtungen einen dunkelpurpurnen Schiller.
Die Brust ist dunkel stahlblau, der Bauch, die Schenkel und die
untere Seite des Schwanzes sind rauchschwarz, die Bauchmitte
mit etwas Tombackschiller. Schnabel und Füsse schwarz, Iris
grauweiss.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwanzende. vr. ee Lee ASE2E
Schwanzlänge besonders gemessen . . »..64 8
Länge des Oberschnabels längs der Firste . . . — 8%
65
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder . 5% 11%
ERBE ET RE 6
Innere und äussere Zehe ae rer
Eiöre Zehe a VE ir ae
Be Zeche Se 2. RREETRIE
Die Jugend unterscheidet sich durch etwas geringere
Länge des Schwanzes, und ist oberhalb durchaus dunkel purpur-
violet mit feinen schwärzlichen Querlinien; der Bauch ist schwarz
mit Stahlblau gescheckt.
Dieser Vogel dürfte wohl gleich den andern afrikanischen
langschwänzigen Glanzdrosseln, vorzugsweise in Familien zu-
sammen auf Bäumen leben, im Gegensatze zu den Kurzschwän-
zigen, die immer ihre in Insekten bestehende Nahrung auf dem
Boden suchen.
Taf. 26.
Lamprotornis superbus Rüppell.
Prangende Glanzdrossel.
Diaynosis: Capite et regione parotica nigris, splendore subaeneo; gula, collo, pec-
tore, notaeo et cauda supra viride-caeruleis chalybeis; alis malachitieis
nitore aeneo, tectricibus macula apicali nigra, ventre et tibiis laete
rubiginosis, torquet& pectorali et crisso niveis, rostro et pedibus nigris;
cauda subrotundata.
Oberkopf und Ohrengegend sammetschwarz, mit einem
Anflug von gelblichem Metallschiller ; Kehle, Hals, Brust, Rücken
und obere Seite des Schwanzes stahlblau; Flügel malachitgrün
mit Metallglanz, die Endspitzen der kleinen und mittleren Flügel-
deckfedern sind schwarz; eine schmale Binde über die Brust
Ornith. von N.O.Afr. 5
u
66
und die unteren Schwanzdeckfedern rein weiss, Bauch und
Schenkel dunkel rostroth, untere Seite des zugerundeten Schwan-
zes schwarz, Füsse und Schnabel schwärzlich, Iris dunkelbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwanzende. s, : . . 2.78 0.0 Ri EE
Schwanzlänge besonders gemessen . . . . . 1 10
Oberschnabel längs der Firste . . . a ;
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten F jugiäiee Ze TEE
Länge des Tarsus 1002
„ der äussern, innern und hintern Zehe . . — 6
= 15 mittleren: Zehen Ha „u 02 Na ERITERTE
Zu bemerken ist, dass die innere Fahne der 3ten, 4ten
und 5ten Flugfeder ungefähr vier Linien von der Endspitze
derselben einen regelmässigen Ausschnitt hat.
Diese Glanzdrossel muss in Schoa zahlreich vorkommen,
da Major Harris davon eine ganze Partie nach London gebracht
hat.
Familie der Fringillen. Fringillidae.
Webervögel. Ploceinae. :
Jeder Versuch, die grosse Schaar der Webervögel in genaue
Untergattungen zu gruppiren, wird immer sehr ungenügend aus-
fallen, weil die Gesammtmasse aus einer nicht unterbrochenen
Reihenfolge von Uebergängen besteht. Swainson benannte die-
jenigen Arten, deren Schnabel kürzer als der Kopf ist, wo die
Nasenlöcher so ziemlich von den Stirnfedern überdeckt werden,
und bei welchen die Schnabelfirste zugerundet ist, Euplectes,
eine Gruppe, für die Herr Gray ziemlich willkührlich den Gat-
67
tungs-Namen Ploceus des Curier vorbehalten haben will; die
Abtheilung mit völlig freiliegenden Nasenlöchern und einem den
Kopf an Länge übertreffenden Schnabel mit etwas verflachter
Firste, welche Swainson als Symplectes bezeichnete, nennt nun
Gray nach Temminck Textor. Endlich vereiniget jetzt der
englische Naturforcher unter dem Namen Hyphontornis alle
jene vielen Webervögel, deren Schnabel etwas länger als bei
den Euplectes-Arten ist, mit breiter Basis und etwas verflachter
Firste und die beinahe freiliegende Nasenlöcher haben. Für diese
Gruppe hatte Swainson den Namen Ploceus des Cuvier ver-
wendet. Obgleich ich @ray’s System als Grundlage meiner Ab-
theilungen angenommen habe, so sehe ich doch keinen Zweck in
dieser Namensversetzung der Untergattungen, und ich bezeichne
nach wie vor von den vorstehend skizzirten drei Gruppen die
lte als Euplectes, die 2te als Textor, und die 3te als Ploceus.
Taf. 28°).
Euplectes zanthomelas Rüppell.
Gelbschwarzer Euplectes.
Diagnosis: Mas adult.: Colore totius corporis atro, exceptis tergo et humeris
luteis, tectricibus ac remigibus secundariis flavo -limbatis; maxilla
nigra, mandibula alba, pedibus et unguibus cinereo - umbrinis, iride
fusca. Femina: colore ex rufo-isabellino flammeis longitudinalibus
umbrinis, flexura humeri et tergo viride-favis nigro - variegatis, ro-
stro albo rufescente. Mas juvenis: capite, cervice et dorso ex rufo isa-
bellinis umbrino-variegatis; gula nigra, pectore et abdomine sordide
isabellinis, scapulis Navis, alis, cauda et tibiis nigris, teetrieibus alarum
isabelline limbatis; maxilla nigricante, mandibula ex rufo - albicante.
Diese lateinische Diagnose erschien bereits in meinen
abyssinischen Wirbelthieren S. 10. Die im Deutschen abgefasste
*) Die Beschreibung der Tafel 27 ist bereits vorstehend auf Seite 53 gege-
ben worden.
5*
WR TE:
2 NEN LER.
ö « a
Ve
' 2
68
Beschreibung des Vogels folgt hier: Bei dem ausgefiederten Männ-
chen ist die ganze Körperfarbe sammetschwarz mit Ausnahme
der Rückenmitte, der Deckfedern des Flügelbugs und der innern
Seite der Flügel, welche lebhaft zitrongelb sind. Die Flugfedern
und grossen Flügeldeckfedern sind fein isabell gerandet, die
Schenkel graugelb; der Oberkiefer schwarz, der untere weiss.
Füsse und Nägel graubraun, Iris dunkelbraun.
Ganze Körperlänge N. ie 0 WERT
Schwanzlänge Ne are ar Ve ee 7
Oberschnakel . - » » Be a HIST
Flügel bis zur Spitze der 3ten n Flugfeder a 9
Tarsus N ee er 1
Aeussere und innere Zehe . -. . 2. eu. AN,
tere Zieh, 22 ae ee ae
Mittlere Zehe . . . A IR
Das Gefieder des Weibchens ist röthlich isabell mit läng-
lichen braunen Streifen gescheckt; Flügelbug und Rücken grün-
gelb mit Schwarz gescheckt; Schnabel röthlich grau. Bei dem
jungen Männchen ist Kopf, Nacken und Rücken röthlich isabell
mit Braun gescheckt, die Kehle schwarz, Brust und Bauch
schmutzig isabell, Schultern gelb, Schwanz und Schenkel
schwarz, der Rand der Flügeldeckfedern isabell. Oberkiefer
schwärzlich, Unterkiefer röthlich weiss.
Vorkommen in grossen Scharen in den abyssinischen
Provinzen Simen und Temben, wo sie durch Gefrässigkeit nam-
baren Schaden veranlassen. Dass dieser Vogel in Nordafrika der
Repräsentant des Euplectes capensis Linn. ist, abgebildet in
Buffon Tafel 101 als Grosbec de Coromandel, habe ich bereits
in meinen abyssinischen Wirbelthieren angegeben.
ein
69
Taf. 29.
Ploceus flavoviridis Rüppell *).
Gelblichgrüner Webervogel.
Diagnosis: Mas adultus: Capite, nucha et lateribus colli viride-luteis, stria super-
ciliari, gula, collo et pectore eitrinis; dorso, teetricibusque humeri
einereo - olivaceis, umbrino striolatis; alis viride -umbrinis, remigibus
et tectrieibus flavo - marginatis, tectricibus secundariis apicem versus
albescentibus; cauda umbro-virente, margine viride-Iuteo; ventre an-
tice flavicante, postice et crisso albido, tibiis flavis ; rostro fusco, pe-
dibus et unguibus cinereo -flavicantibus. Mas juvenis differt: gula et
pectore sordide isabellinis, dorso tectricibusque humeri umbrinis
margine isabellino, mandibula basin versus isabellina.
Bereits vor 15 Jahren erhielt ich in dem reizenden Thale
Modat an der abyssinischen Küste ein Männchen dieses Weber-
vogels, das aber als alleinstehend nur zu ganz ungenügender Be-
schreibung gedient hätte, daher ich lieber ganz unterliess ihn zu
erwähnen. Einige Exemplare des jungen und alten Vogels, wel-
che ich aus Schoa erhielt, setzen mich jetzt in Stand, von dieser
Art das verschiedene Altersgefieder bekannt zu machen.
Das ausgefiederte Männchen, welches die Abbildung dar-
stellt, hat den Oberkopf und Nacken gelbgrün, ein schmaler
Streifen über die Augen, Kehle, Vorderhals und Brust eitronen-
gelb, vor dem Auge ein kleiner dunkler Fleck; ganzer Rücken
und Deckfedern des Flügelbugs grünlich grau am Federnrande,
graubraun längs der Mitte. Flügel bisterbraun, die Flugfedern
auf beiden Seiten grüngelb gesäumt, die hintern Flugfedern der
zweiten Ordnung gegen das Ende mit Weiss, und alle Flügel-
deckfedern hellgelb gerandet, Vorderrand und innere Seite des
Flügelbugs schön eitronengelb, Schwanzfedern grünbraun, seit-
*) Irrigerweise stehet auf der Tafel: Textor Navoviridis statt Ploceus Na-
voviridis.
70
lich gelbgrün gesäumt ; Bauch und untere Schwanzdecke weiss-
lich, Schenkel hellgelb, Füsse und Nägel gelbgrau, Schnabel
braunsch warz.
Ganze, Körperlänge. akz2,.". ° oo U RL Pi
Schwanzlänge SB 2 5 ehem 1 6
Öberschnabel längs der Firsstte . . . . 2.20 — 8
Flügel bis zur Spitze der 3ten Schwinge . . . 3 1
WEBER a RE le en a Te
Innere und äussere Zee . . 2» 2. 2. 2 41%
TEE HREBBN ER De ur RAR ER 4
Miitiere Zehe . . .. — 7
Bei dem jungen Vogel ist die Kehle, der Hals, die Brust
und die Bauchseiten schmutzig isabell, der Rücken und die Deck-
federn der Schultern gelbgrau, mit Dunkelbraun längs der Mitte
der Federn. Die gelbgrüne Farbe des Oberkopfs verbreitet sich
weniger über den grüngrauen Nacken, als bei dem alten Vogel.
Vorkommen während der Regenzeit einzeln in den Niederun-
gen der abyssinischen Küste ; häufiger in Schoa.
Bezüglich des an der abyssinischen Küste von mir einge-
sammelten Ploceus aurifrons bemerke ich, dass schon Temmiänck
bei der Beschreibung und Abbildung dieses Vogels (Pl. colo-
riees Taf. 175) herausgehoben hat, wie derselbe durch einen
kegelförmigen, gerade gestreckten und länglichen Schnabel von
den andern Ploceusarten wesentlich abweiche, und in dieser
Hinsicht den amerikanischen Icterusarten näher stehe. Diese
abnorme Form muss den englischen Ornithologen entgangen
seyn, denn sonst würden sie vielleicht für diesen einzelnen Vo-
gel eine neue Untergattung in Vorschlag gebracht haben. Da
dieser Vogel in Abyssinien nur ganz zufällig mir vorkam, so
weiss ich nicht, ob Lebensweise ihn von den andern Ploceus
entferne, mit welchen er durch die Färbung nahe verwandt ist. —
Ich will hier noch eine kurze Beschreibung von zwei andern
|
|
71
Ploceus geben, welche von Schoa durch den Major Harris nach
Europa gebracht wurden, und in den Londoner Sammlungen auf-
gestellt sind, von mir aber nicht in Abyssinien beobachtet wur-
den. Vermuthlich sind es neue Arten,
Ploceus erythrocephalus.
Kopf, Nacken, Brust und Hals feuerroth, nur am Kinn und
von den Seiten des Schnabels an durch die Augen bis einschliess-
lich der Ohrengegend ist die Färbung braunschwarz. Rücken,
Flügel und Schwanz braungrau; der äussere Theil der Flug-
so wie die Schwanzfeder sind feuerroth gesäumt; die grossen
Deckfedern der Flügel auf der äussern Fahne hellgrau gerandet;
Bauch, Schenkel und untere Schwanzdeckfedern weiss; Schna-
bel roth, Füsse und Nägel rothbraun. Ganze Körperlänge 5’
8°; Flügellänge 3°; Länge des Tarsus 8°,
Ploceus intermedius.
Sehr nahe mit meinem Ploceus larvatus verwandte Art.
Vorderkopf bis über den hintern Augenwinkel, Kehle, Oberhals
und Öhrengegend schwarz, Hinterkopf wmd Nacken röthlich
braungelb. Mitte der Brust orangengelb, Seiten des Halses und
Unterkörpers eitrongelb. Rücken gelbgrün, gegen den Schwanz
hin eitronengelb. Auf dem Nacken längs der Schafte der Federn
ein bräunlicher Streif, Flügel dunkelbraun, die kleinen Deckfe-
dern grasgrün, die mittleren und die Flugfedern strohgelb ge-
randet, Schwanz hellbraun, die Federn nach aussen zu grasgrün,
nach innen strohgelb fein gesäumt. Körperlänge 5’ 4’; Flü-
gellänge 2° 8°’; Länge des Tarsus 9°, Schnabel schwarz,
Füsse und Nägel hellbraun.
ni A EN 1
En
Kreta. 5 PyW 238 # yo A er St ti
72
Taf. 30.
Textor Dinemelli Horsfield.
Weissköpfiger Webervogel.
Diagnosis: Mas adult.: Capite, collo, pectore et ventre niveis,interscapulio, tergo,
tectricibus et tibiis chocolatinis, remigum dimidio apicali et cauda um-
brino-fusecis, illarum dimidio basali niveo, remigum secundariarum et
tectricum mediarum vexillo externo albolimhato, macula scapulari,
uropygio et crisso miniis, macula ante oculos, rostro et pedibus fuscis.
Während ich mich mit der Herausgabe gegenwärtigen
Werkchens beschäftigte, hat Herr @. R. @ray eine Abbildung
von diesem schönen Webervogel in dem ersten Heft seiner Ge-
nera of Birds unter vorstehendem Namen veröffentlicht, nach
einem von Major Harris vor Kurzem aus Schoa nach England
überbrachten Exemplare. Es ist mir lieb, dass ich hiervon zeitig
genug Kenntniss erhielt, um meinen, diesem Vogel schon
längst in unsrer Sammlung gegebenen Namen (T. leucocepha-
lus) zu beseitigen, und zugleich auf das Gleichbedeutende bei-
der Abbildungen aufmerksam zu machen. Uebrigens ist meines
Wissens noch die Beschreibung des Vogels zu veröffentlichen,
Ich erhielt nur ausgefärbte alte Männchen; das nämliche Ergeb-
niss war in der nach London gemachten Sendung. Die äussere
Beschreibung des Gefieders ist folgende: Kopf, Hals, Brust,
Bauch und die Basalhälfte der Flugfedern ist weiss; Rücken-
mitte, Flügeldeckfedern und Schenkel chocoladebraun ; Endhälfte
der Flugfedern, äusserer Rand der ersteren derselben, und Steuer-
federn dunkelbraun; die äussere Fahne der mittleren Deck-
und hintern Flugfedern ist weisslich gerandet. Ein kleiner Flecken
am Flügelbug, nebst Bürzel und Steiss sind lebhaft feuerroth.
Schnabel schmutzig blauschwarz, nackter Flecken vor den
Augen schwärzlich, Füsse und Nägel dunkelbraun.
* vr. al (N “ TR 4 Pad) N w
NT ad Be:
h
73
Ganze Körperlänge ld)... - raw) DOREE
Schwanz besonders gemessen . . » 2...2 6
Oberschnabel längs der Firstte . . 2 2 2.20 84
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder 4 2
ee. 5 06 en a tm hey ai run
BeuaBere Zehen ia cd ne
innere und hintere Zehe . „= » = 2.2 ..—, 93
tere Zehe en
Es wäre interessant zu beobachten, ob dieser Vogel gleich
dem Textor Alecto vorzugsweise mit Viehheerden gesellig zu-
sammen lebt, und ob auch er gleich diesem eine auffallende Ent-
wickelung der Ruthe besitzt.
Coliuspasser.
Herr @. R. Gray hat in seinen Genera of Birds, Heft b\
meine als Untergattung von den Viduen des Curier getrennten 0%
Coliuspasser wieder mit denselben vereiniget; ich muss beken-
nen, dass mir dieses auffällt, denn der ausdrückliche Charakter
der Gattung Vidua bestehet darin, dass die obern Schwanzdeck-
federn stark verlängert sind, die Steuerfedern aber nichts ab-
normes haben, während gerade das Gegentheil der Charakter
des Coliuspasser ist, wo die Schwanzdeckfedern von gewöhn-
licher Grösse, die langen Steuerfedern aber die Vergrösserung
des Schwanzes veranlassen. Dass der von mir in der abyssini-
schen Fauna als Coliuspasser flavoscapulatus benannte Vogel
identisch mit Loxia macrura Linn. Gmel. ist, welche Buffon auf
Taf, 183, Fig. 1 abbildete, und über welche dabei erklärt wird,
dass Bruce den Vogel als eine von ihm beobachtete abyssini-
sche Art erkannt hat, war mir entgangen.
74
Plocepasser.
Ein dem von Dr. A. Smith in Südafrika entdeckten Plo-
cepasser Mahali *) ungemein ähnlicher Vogel fand sich in der
mir gemachten Sendung von Schoa vor. Der ganze Unterschied
beschränkt sich darauf, dass bei jenem der etwas mehr robuste
Schnabel verwaschen braunroth, bei demjenigen aus Schoa aber
schwarz ist; dass ferner bei jenem der Bauch schmutzig isa-
bell, bei diesem rein weiss ist; bei jenem die dunkelbraunen |
Steuerfedern nicht allein am Ende, sondern auch seitlich weiss
gesäumt sind, während der nordafrikanische Vogel nur das Ende
der Steuerfedern weiss gerandet hat. Vielleicht ist das Ganze
nur climatische Varietät, die ich provisorisch mit dem Namen
Plocepasser melanorhynchus zu bezeichnen vorschlage.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Kegelschnäbel.
Conirostres.
A. Unterabtheilung der Raben. Corvidae.
1) Glaucopinen. Callaeatinae.
233. Ptilostomus (Swainson) senegalensis, Gmel. Buffon Taf. 538, in klei-
nen Familien in Kordofan und Abyssinien.
2) Corvinen. Corvinae.
234. Pica (Brisson) caudata, Ray oder Corvus Pica Linn. Buffon Taf.
438, im Winter in Unteregypten.
235. Corvus (Linn.) cornir Linn. Gmel. Buffon Taf. 76, im Winter in
Unteregypten und Arabien.
236. „ monedula, Linn. Buffon Taf. 523,
2 ; häufig in Unteregypten.
237: „» frugilegus, Linn. Buffon Taf. 484,
*) Zool. of South Africa, Aves Taf. 65.
238.
239.
240.
241.
242.
243.
244
245.
246.
247.
248.
249.
250,
251.
252.
253.
75
Corvus scapulatus, Daudin') Swainson Birds of West. Afr. I. Taf. 5,
ungemein häufig in Nubien, Abyssinien und Kordofan.
„ Aaffinis, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 10, Fig. 2, Abyssinien.
„ eapensis, Le Vaillant, Ois. d’Afr. Taf. 52, Abyssinien.
» umbrinus, Hedenborg, Egypten, Nubien, Arabien. .
Corvultur (Lesson) crassirostris, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 8,
häufig in den höheren Gegenden Abyssiniens.
3) Fregilinen. Fregilinae.
Freyilus (Cuvier) graculus, Linn. Buffon Taf. 255, in kleinen Fa-
milien auf den höchsten Bergen von Arabien und Abys-
sinien.
B. Unterabtheilung der Staare. Sturnidae.
1) Ptilonorhynchinen. Ptilonorhynchinae.
Ptilonorhynchus (Kuhl) albirostris, Rüpp. Wirbelth. Taf 9, Fig. 1
und 2, Familienweise in ganz Abyssinien.
Lamprotornis (Temminck) oder Calornis (Gray) leucogaster, Temm.
Buffon Taf. 648, Fig. 1, truppweise in Abyssinien.
„ nitens, Temm. Buffon Taf. 561, häufig in Nubien und Abys-
sinien.
„ rufiventris, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 11, Fig. 1, häufig
in Abyssinien, Sennaar und Kordofan.
PR chalybäus, Ehrenberg, Symbolae Physicae Aves 1. Taf. 10,
häufig in Abyssinien.
„ superbus, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 26, Schoa.
„ aeneus, Linn. Gmel. (Gattung Juida des Lesson) Le Vaill.
Ois. d’Afr. Taf. 87, häufig in Sennaar.
» Purpuropterus, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 25, Schoa.
„ morio, Temminck, Le Vaill. Ois. d’Afrique Taf. 83, in zahl-
reichen Familien in Abyssinien.
» (22) tenwirostris, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 10, Fig. 1,
scharenweisein verschiedenen Provinzen von Abyssinien.
") Swainson glaubte, dass der südafrikanische Corvus scapnlatus von
dem des nördlichen verschieden sei; dieses ist aber nicht der Fall, daher
Swainson’s neuer Name für letzteren (€. leuconotus) wegfallen muss.
254.
255.
256.
257.
258.
259.
260.
261.
262.
263.
264.
265.
266.
267.
268.
269.
76
2) Madenhacker. Buphaginae.
Buphaga (Linn.) erythrorhyncha, Stanley, Temm. Taf. 465, in gros-
sen Scharen auf den Weideplätzen in Abyssinien.
3) Staare. Sturninae.
Dilophus (Vieillot) carunculatus, L. Gmel. Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf.
93, strichweise während der Regenzeitin grossen Schaa-
ren in Nubien und Abyssinien.
Sturnus (Linn.) vulgaris, Linn. Buffon Taf. 75, im Winter in Unter-
egypten.
C. Unterabtheilung der Fringillen. Fringillidae.
1) Webervögel. Ploceinae.
Textor (Temm.) alecto, Temm. Taf. 446, Kordofan, Sennaar und
„
Abyssinien.
Dinemelli, Horsfield Rupp. system. Uebersicht Taf. 30, Schoa.
Ploceus (Cuvier) flavoviridis, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 29,
BR]
”
”
Rh)
Abyssinien und Schoa.
larvatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 32, Fig. 1, Abyssinien.
galbula, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 32, Fig. 2, Abys-
'sinien.
rubiginosus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 33, Fig. 1, Abys-
sinien.
(??) aurifrons, Temm. Taf.175, Sennaar und Abyssinien.
erythrocephalus, n. sp. von Major Harris, Schoa.
intermedius, n. sp. von Major Harris, Schoa.
Euplectes (Swainson) zanthomelas, Rüpp. system. Uebersicht Taf.
28, sehr häufig in Abyssinien.
abyssinicus, Buffon, Latham, Abyssininn.
ignicolor, Ehrenberg, Symbolae Taf. 2, Nubien.
flammiceps, Swainson, Birds of Western Africa Vol. 2,
Taf. 13, Abyssinien.
2) Kernbeisser. Coccothraustinae.
270. Fidua (Cuvier) paradisea, Linn. Gmel. Vieillot ois. chant. Taf. 37,
scharenweise in Abyssinien und Sennaar.
271. „ erythrorhyncha, Swainson, Vieillot Taf. 36, Abyssinien
und Sennaar.
272. Coliuspasser (Rüppell) macrurus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 183, Fig.
1, oder besser Brown Illust, Taf. 11, einzeln in Abys-
sinien.
273. „ torguatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 36, Fig. 2, Abyssinien.
3) Finken. Fringillinae.
274. Estrilda (Swainson) caerulescens oder Fringilla astrild Linne, Vieil-
lot ois. chant. Taf. 12, Kordofan, Sennaar und Abyssinien.
275. » bengalus, Linn. Gmel. Vieillot Taf. 5, ebendaher.
276. „ Minima, Vieillot, Taf. 10, ebendaher.
ETT. „ einerea, Vieillot, Taf. 6, ebendaher.
278. „» elegans *), Vieillot Taf. 25, Nubien und Abyssinien.
279. „ eantans, Linne, Brown Ill. Taf. 27, Fig. 2, Sennaar und
Kordofan.
280. Amadina (Swainson) detruncata, Lichtenst. Vieillot Taf. 58, Nu-
bien und Kordofan.
281. „» nitens, Vieillot Taf. 21, Nubien, Kordofan und Abyssinien.
2832. „ frontalis, Vieillot Taf. 16, ebendaher.
283. „ larvata, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 36, Fig. 1, Abyssinien.
284. „» polyzona, Temm. Taf. 221, Fig. 2 und 3. Abyssinien.
285. Serinus (Brehm?) Zuteus, Lichtenst. Temm. Taf. 365, Nubien.
286. „ eürinelloides, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 34, Fig. 1, Abys-
sinien.
287. „ nigriceps, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 34, Fig. 2, Abyssinien.
288. „ ranthopygius, Rüpp. ebendaselbst Taf. 35, Fig. 1, Abys-
sinien.
289. „ tristriatus, Rüpp. ebendaselbst Taf. 35, Fig. 2, Abyssinien.
290. Cannabina (Brehm oder Linaria Brisson) linaria, Linn. Gmel. Buf-
fon Taf. 151, Fig. 1, im Winter in Egypten.
*) Swainson’s Untergattung Pytelia.
La. +7
Beh 7 9» I
78
291. Passer (Brisson) domesticus, Linn. sehr häufig in Egypten und Ara-
bien.
292. „ eisalpinus, Temm. häufig in Egypten und Nubien.
293. »; hispaniolensis, Temm. Descript. de l’Egypte Ois. Taf. 3,
Fig. 7, scharenweise in Unteregypten.
294. „» montanus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 267, Fig. 1, Egypten.
295. „» Swainsonü, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 33, Fig. 2, sehr
häufig in Kordofan, Sennaar und Abyssinien.
4) Ammer. Emberizinae.
296. Emberiza (Linn.) hortulana, Linn. Gmel. Buffon Taf. 247, Fig. 1,
im Winter als Zugvogel in Abyssinien und Egypten.
297. „» Miliaria, Linn. Gmel. Buffon Taf. 233, im Winter in Egypten.
298. » (Fringillaria, Swainson) flavigaster, Rupp. Atlas Taf. 25,
Kordofan.
299. „» septemstriata, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 30, Fig. 2, Abys-
sinien.
300. „ striolata, Rüpp. Atlas Taf. 10, Fig a, Nubien.
301. „ eaesia, Rüpp. Atlas Taf. 10, Fig. b, Egypten und Abyssinien.
302. Plocepasser (A. Smith) supereiliosus, Rüpp. Atlas Taf. 15, Sennaar
303.
und Abyssinien.
„ melanorhynchus oder P. Mahali varietas, Smith, South. Afr.
Zool. Vögel Taf. 65, Schoa.
5) Lerchen. Alaudinae.
304. Certhilauda (Swainson) desertorum, Stanley, Rüpp. Atlas Taf. 5,
Nord-Afrika und Arabien.
305. Melanocorypha (Boje) calandra, Linn. Buffon Taf. 363 Fig. 2,
häufig im Winter in Nubien und Eg;ypten.
306. „» brachydactyla, Leissler Wetterauer Annalen Band 3, Taf.
19, ganz Nord-Afrika.
307. „ tsabellina, Temm. Taf. 244, Egypten und Arabien.
308. Otocornis (Boje) bilopha, Rüpp. Temm. Taf. 244, peträisches Ara-
309
bien.
. Galerita (Boje) eristata, Linn. Buffon Taf. 503, Fig. 1, häufig in ganz
Nord - Afrika.
310.
311.
312.
313.
314.
315.
316.
317.
318.
319.
320.
321.
322.
323.
324.
225.
79
Alauda (Linn.) arvensis, Linn. Buffon Taf. 363, Fig. 1, im Winter
in Nord-Afrika. |
Megalophonus (G. R. Gray) ruficeps, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 38,
Fig. 1, häufig in Abyssinien.
Macronyxz (Swainson) flavicollis, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 38,
Fig. 2, häufig in Abyssinien.
6) Pyrrhulinen. Pyrrhulinae.
Pyrrhulalauda (Smith) erueigera, Temm. Taf. 269, Fig. 1, Arabien.
„ leucotis, Stanley Temm. Taf. 269, Fig. 2, Nubien.
Pyrrhula (Brisson) githaginea, Lichtenst. Temm. Taf. 400, Egyp-
ten und Nubien.
sinaica, Liehtenst. Temm. Taf. 375, peträisches Arabien.
striolata, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 37, Fig. 1, Abyssinien.
„
”
D. Unterabtheilung der Klammervögel. Colidae.
Colius (Linn.) senegalensis, Linn. Vieillot Galerie Taf. 51, fami-
lienweise häufig in Sennaar und Abyssinien.
leucotis, Rüppell. Mus. Senckenberg. Vol. 3, Taf. 2, Fig. 1,
häufig in Abyssinien.
„
E. Unterabtheilung der Hornvögel. Bucerotidae.
Tragopan (Möhring) abyssinicus, Gmel. Buffon Taf. 779, häufig in
kleinen Familien in Kordofan und Abyssinien.
Buceros (Linn.) eristatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 1, einzeln in
Abyssinien, häufig in Schoa.
Tockus (Lesson) erythrorhynchus, Latham Buffon Taf. 260, häufig
in Kordofan, Nubien und Abyssinien.
nasulus, Latham Buffon Taf. 890, Nubien und Abyssinien.
flavirostris, Latham, neue Wirbelth. Taf. 2, Fig. 1, Abys-
sinien.
limbatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 2, Fig. 2, selten in
”
Abyssinien.
80
F. Unterabtheilung der Pisangfresser. Musophagidae.
326. Turacus (Cuvier) leucotis, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 3, familien-
weise häufig in Abyssinien.
| 327. Chizaerhis (Wagler) zonura, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 4, fami-
b. lienweise seltner in Abyssinien. SR
328. „» personata, Rüpp. Zool. Soc. Transact. Vol. 3, Taf. 16, Schoa.
329. » leucogaster, Rüpp. Zool. Soc. Transact. Vol. 3, Taf. 17,
Schoa. H
\
A
Ki
B
"
® 2
\n
SER
Dritte Ordnung.
Klettervögel. Scansores.
Ich habe von den nordafrikanischen, zu dieser Ordnung
gehörigen Vögeln vor einigen Jahren im dritten Band des Mu-
seum Senckenbergianum eine vollständige Uebersicht veröffent-
licht, als ich mehrere dazu gehörige neue Vögel beschrieb; die
Abbildungen letzterer erscheinen nun in gegenwärtigem Werk-
chen, wobei jene Beschreibungen zu ihrer Erläuterung wieder
gegeben werden müssen,
Familie der Sittiche. Psiftacidae.
Pionus - Papageien.
Taf. 31.
Pionus flavifrons Rüppell. Gelbstirniger Pionus - Papagei.
Diaynosis: Fronte et regione ophthalmica eitrinis, sincipite, collo, pectore, dorso
tectrieibusque psittacinis, pennarum margine alliaceo; ventre, uropygio,
tibiis et crisso Nlavovirentibus, remigibus et cauda rufescenti - umbrinis
marginem versus virescentibus; rostro valido, maxilla sordide caeruleo-
cinerascente, mandibula albicante.
Körpergrösse ungefähr ein Sechstheil grösser als bei Psit-
tacus Meyeri; Vorderkopf und Augengegend schön ceitrongelb;
Ornith. von N.0. Afr. 6
u |
wir
Bad
82
das ganze übrige Gefieder verschiedentlich grün nüaneirt. Hin-
terkopf, Nacken, Vorderrücken, Hals, Brust und Flügeldeckfe-
dern sittichgrün, der Rand der Federn mit hellem lauchgrünem
Schiller. Bürzel, obere und untere Schwanzdeckfedern, Bauch
und Schenkel zeisiggrün, ins reine Grasgrüne übergehend;
Flugfedern und Schwanz röthlichbraun, nach dem freien Rande
zu ins Gelbgrüne übergehend. Schnabel sehr robust, der obere
schmutzig bläulichgrau, der untere weisslich. Iris ziegelroth,
Füsse rothbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwanzende 2... 0.04 sn. A
Schwanz besonders gemessen -. . . 2 ......2- 9
Oberschnabel längs der Krümmung der Firsste . . 1 2
Dessen Breite an der Basis a ie
Länge. des Tarsua. » 7 4,14 ad 4. Are a 6 re
Aeussere rückwärts gebogene Zehe . . . ..— 9
Mütlere Zehbe- 4 u.s01 00100 $10eieneı Hawzt lab re Ko
Iomere Zebe .. ::, 220.0: 2 20005 Ge
Hintere Zehie:... =. 22.2 24. 0m wa ae DT Auer,
Durch Major Harris sind gleichfalls mehrere Exemplare
dieses Vogels nach England von Schoa gebracht worden, die
alle ganz gleich sind, mit Ausnahme der bereits von mir be-
obachteten unterschiedlichen Ausbreitung der gelben Farbe am
Vorderkopfe, welches aber nicht vom Alter oder Geschlecht
herrührt, sondern zufällig seyn dürfte.
Taf. 32.
Pionus rufiventris Rüppell. Rothbäuchiger Pionus-Papagei.
Diagnosis: Avis adult.: Capite et collo ex cinerascente vinaceis, pennarum parte
mediana subrufescente; pectore, dorso, alis et cauda ex umbrino - viri-
descentibus, uropygio, tibiis et crisso flavovirentibus, illo pennarum
margine psittacino; ventre laete minio; stria nigra a basi maxillae ad
oculos; rostro caeruleo - cinerascente.
Durch Körpergrösse und Schwanzform ähnelt dieser Vogel
sehr dem Psittacus senegalus, dem er sich auch durch die Ver-
theilung der Hauptfarben annähert, aber bei der abyssinischen
Art ist der Schnabel unter gleichem übrigen Verhältnisse bei
weitem stärker. Kopf, Hals, Nacken und Brust graubraun, ins
Grünliche spielend, nach der Federnmitte ins Rothbraune ver-
laufend, wodurch das Gefieder in gewisser Richtung wie ge-
fleckt erscheint. An der Ohrengegend ist die Farbe etwas lich-
ter, dagegen auf der Brust dunkler, wo diese Farbe in einer
stumpfwinkeligen Grenzlinie sich von dem lebhaften Mennigroth
des Bauchs absondert. Zwischen der Basis des Oberschnabels
und dem Auge ist ein schwärzlicher Strich. Flügel, Rücken und
Schwanz grünlichbraun; Bürzel, Schenkel, Aftergegend und un-
tere Schwanzdeckfedern gelbgrün; an ersterem sind die Federn
mit sittichgrünem Rande, unter dem Bug sind die Flügel mennig-
roth. Schnabel bläulich dunkelgrau, Füsse dunkelbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
BO WERE Sn ne ine veryean! Dr
Schwanz besonders gemessen . . . . . 2... 2 6
Oberschnabel längs der Krümmung der Firse . . 1%
Dessen Breite an der Basis . . . RE le :
Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der dritten
BERHOBBr. 5 VRR T RTE Bu HZ PN Eee
Bags Barsus . u... REN,
6*
, RR in
84
Mitiere Zehe ee ER FE Ve
Aeussere rückwärtsgebogene Zehe Bin
Innere Zeche : „ee... 10 SR BT A EZ EEE
Bintere Zehe\, Cena . .. ee En
Bei jüngeren Vögeln fehlt die rothbraune Schattirung in der
Mitte der Federn des Kopfs und der Brust. Von der Brust nach
dem Bauche verläuft die Farbe in ein schmutziges Braungrün,
die Federn nach den Schenkeln zu sind mit gelbgrünem Rande.
Diese beiden Pionus-Papageien sind mir von Schoa über-
schickt worden, wo sie scharenweise zusammen leben müssen,
da die neueren Naturaliensendungen aus jenem Lande viele der-
selben überbrachten.
Familie der Spechte. Pieidae.
Taf. 33.
Dendrobates schoensis, mas adult, Rüppell.
Schoanischer Specht.
Diaynosis: Mas adult.: Pico biarmico Cuvieri paulo majore, capite et collo ni-
! gris, fronte et vertice albo - punctulatis, sincipite coccineo, lateribus
colli vittis duabus albis, prima a margine orbitali superiori, nucham
versus, ubi deflexa, altera a basi rostri arcuata sub regionem paroticam
decurrente; medio gulae stria verticali punctulis albis, pectore nigro
fumigato, pennarum apice partim sordide cinerascente; dorso, scapu-
lis, alarum tectricibus, remigibus rectricibusque fusco - umbrinis, trans-
verse albido - isabelline undulatis; rachibus remigum et rectricum,
harumque apieibus viride-favis; corpore subtus a pectore ad crissum
umbrino - cinerascente, lineis canescentibus variegato, rostro et pedi-
bus fuseis.
Von diesem schönen Specht kenne ich nur das ausgefiederte
Männchen. Dessen Vorderkopf ist braunschwarz, die Federn mit
N
85-
weisslichen Endspitzen; Oberkopf scharlachroth; ein weisser
breiter Streifen über und unter dem Auge, ersterer hinter der
Ohrengegend längs den Seiten des Halses abwärts verlaufend.
Auf der Mitte des Vorderhalses ein verticaler, weiss und schwarz
gescheckter Streifen, von einer breiten schwarzen Binde begrenzt,
die vom Unterschnabel beginnend zuerst nach der Brust ab-
wärts, dann an der Seite des Halses aufwärts und über die
Ohrengegend vorwärts bis zum Auge verläuft. Der Nacken ist
schwarz. Der Rücken, die Flügel und der Schwanz sind grün-
braun, mit feinen weisslich isabellenen wellenförmigen Quer-
streifen. Auf den Flugfedern ist der Rand der äusseren Fahne
mit kleinen, die innere Fahne mit grossen isabellenen Flecken.
Der Bürzel und Schwanz hat einen gelbgrünen Farbenanflug; der
Schaft der Flug- und Steuerfedern, so wie die Endspitze der
letzteren ist lebhaft grüngelb. Brust dunkelbraun, die Endspitzen
der Federn hellgrau; der Bauch und die unteren Schwanzdeck-
federn grau und braun in die Quere gestreift. Schnabel und Füsse
dunkelgraublau, Iris roth. Die Spitze des Oberschnabels abge-
stutzt.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
a ee re
Schwanz besonders gemessen : .. ..... “m uw,
Oberschnabel längs der Firste . . . De a
Flügel vom Bug bis zur Spitze der dritten nn Elngfeder I. —
Länge der rückwärts gerichteten äussern Zee. . — 7%
Länge der vordern äussern Zehe (Mittelzehe) . . — 7
Dieser Specht hat viele Aehnlichkeit mit dem in Südafrika
vorkommenden Picus biarmieus Cuv. (Le Vaillant Taf. 251),
den er übrigens in Gesammtgrösse des Körpers und Schnabel-
länge übertrifft; das Eigenthümliche des Dendrobates schoensis
ist, dass der schwarze Streifen der OÖhrengegend mit demjeni-
gen des Unterkiefers auf den Halsseiten in Verbindung steht
2,
86
während beide in der cap’schen Species durch den breiten weis-
sen Zügel vollständig getrennt sind.
Vaterland: die Provinz Schoa.
Taf. 34.
Dendrobates poicephalus Swainson.
Grauköpfiger Specht.
Synonym: Picus poliocephalus? Cuv., Wagler Syst. Avium Nro. 47.
Diagnosis Feminae : Capite, collo, corporeque infra canis, pectore et abdomine
subolivaceo - tinctis, inter pedes macula abdominali coccinea; dorso et
tectricibus alarum ex olivaceo flavovirentibus; tergo et uropygio coc-
cineis, alis et cauda umbrino-virentibus rachibus fuseis, vexillo externo
rectricum lateralium serie punctorum flavicantium, remigum prima-
riarum dimidio basali externe maculis viridibus, interne maculis flavis,
secundariis olivaceo - marginatis; rostro et pedibus fuseis.
Dieser Vogel, den ich fraglich vor drei Jahren als das
Weibchen von Swainson’s Dendrobates poicephalus *) beschrieb,
hat sich bei meiner in London gemachten Vergleichung wirk-
lich als solches bewährt; der rothe Flecken an der Mitte des
Hinterleibes, dessen Swainson in seiner Beschreibung nicht er-
wähnte, findet sich immer vor, aber meist nur ganz schwach
angedeutet. Es ist mir seitdem ein Zweifel geworden, ob dieser
Specht nicht auch mit Cuvier’s Picus poliocephalus **) vom Se-
negal identisch ist, welches ich der Untersuchung der Pariser
Naturforscher überlassen muss.
Ich besitze von diesem Vogel nur ein Weibchen; es hat
den ganzen Kopf, den Hals und die untere Körperseite asch-
rau, von der Brust an abwärts mit einem srüngelben Anflu
’ fo} {eo} ’
*) Birds of western Africa Vol. 2. Seite 154.
”") Wagler Syst. avium, Picus Nro. 47.
87
Vorderrücken und Flügeldecken zeisiggrün ins Olive übergehend,
Hinterrücken und Bürzel, so wie ein Fleck längs der Bauchmitte
bis zum After scharlachroth, Flügel und Schwanz grünlichbraun,
am Aussenrande der seitlichsten Steuerfeder gelbliche Pünkt-
chen. Die Federnschafte glänzend braunschwarz. An der obern
Hälfte der Flugfedern die äussere Fahne grün gefleckt, die Flug-
federn der zweiten Ordnung olivengrün gerandet, die innere
Fahne aller Flugfedern mit gelblichweissen halbrunden Abzeich-
nungen.
Be Körperläüper ma a ee
Schwanzlänge besonders gemessen . . . .»..2 .—
Länge des Oberschnabels . . . . .. — 10%
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4ten Flugfeder 4 2
Länge der äusseren rückwärtsgebogenen Zehe . — 6%
„ der vordern (Mittel-) Ze . . . 2... %
Iris dunkelbraun, Füsse und Schnabel schwärzlich blaugrau.
Es ist diese Species im nördlichen tropischen Afrika der
Repräsentant des in Südafrika vorkommenden von Le Vaillant
abgebildeten Picus capensis Latham (Le Pic olive Le Vaill.
T. 248 und 249.)
Taf. 35.
Dendrobates Hemprichi, mas Ehrenberg.
Hemprich’s Specht.
Diagnosis: Mas adult.: Fronte et loro malari sordide flavo-umbrinis, pileo et oceci-
pitis crista coccineis, gula striaque supra- et infraorbitali albidis, re-
gione parotica fusca, pennarum margine albido, cervice, dorso et alis
umbro - fuscis, lineis transversis albidis variegatis} cauda umbrine et
isabelline fasciata, rachibus remigum et rectricum laete flavis; tectri-
cibus superioribus caudae rufescentibus; gastraeo cinerascente, pec-
tore striis Iongitudinalihus, abdomine et crisso fasciis transversis um-
brinis variegatis.
Femina a mari differt : Fronte umbrino - fusciore, pileo et nucha ni-
gricante. 4Jvis juvenis: Capite supra, regione parotica, loro malari et
dorso colore cervino, alis, crisso et cauda umbrinis albo - fasciatis,
stria infra- et supraorbitali gulaqgue albis, gastraeo sordide cinerascente
cervine striolato.
Von diesem Spechte, den ich im Jahr 1825 in verschiede-
nen Exemplaren in Kordofan einsammelte, erhielt einige Zeit
nachher Professor Ehrenberg an der abyssinischen Küste auch
ein Individuum, dessen Beschreibung er in den Symbolae physi-
cae unter obigem Namen veröffentlichte, ohne jedoch über Ge-
schlecht des Vogels Auskunft geben zu können. Bereits in mei-
nen abyssinischen Wirbelthieren, Vögel Seite 59 gab ich als
Ergänzung hiervon eine kurze lateinischeBeschreibung der durch
Geschlecht und Alter verursachten Verschiedenheiten, die ich
nachfolgend zur Erklärung der Abbildung des Männchens in
deutscher Sprache wiederhole.
Das ausgefiederte Männchen hat die Stirn hell gelbbraun,
die Endspitzen aller Federn etwas lichter; ein braungrauer Zü-
gel an der Basis des Unterkiefers; Ohrengegend zart braun und
weiss gestreift; Oberkopf und Schopf des Hinterkopfs feuer-
roth; Nacken, Rücken und Flügel dunkelbraun mit Weiss gebän-
dert; Schafte der Flugfedern hellgelb; Schwanz dunkelbraun
und isabell gebändert, obere Schwanzdeckfedern mit mennig-
89
rothem Anflug; Kehle weisslich, Bauchseite hellgrau, die Brust
mit breiten Längsstreifen, der Bauch mit Querbinden von brau-
ner Farbe. Schnabel, Füsse und Nägel hornfarbig.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwanzende a a
Schwanz besonders gemessen . - : » . .. 1 .4
Oberschnabel längs der Firste . . . .— 8
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Plugfeder . 3. —
Die rückwärts gerichtete äussere Zehe und die Mit-
Ve a N
Biere Zehe re ee
Bei dem Weibchen ist die Stirn kaffeebraun, der obere und
Hinterkopf schwarzbraun, sonst alles wie bei dem Männchen.
Der junge Vogel hat den Oberkopf, die Ohrengegend, den Rücken
und den Zügel an der Basis des Unterschnabels rehfarbig, Strei-
fen über und unter dem Auge und die Kehle weiss, die Flügel,
der Steiss und Schwanz kafleebraun mit weissen (Querstreifen,
die Bauchseite schmutzig hellgrau, längs der Federnschafte einen
rehfarbigen Streifen. Die Schafte der Schwanzfedern sind grau-
braun.
Diese niedliche Spechtart lebt paarweise in den abyssini-
schen mit Baumpartieen durchsetzten Thälern; ich fand sie häufig
in Kordofan und sicherlich wird sie auch in dem dazwischen
liegenden Sennaar anzutreffen seyn. Le Vaillant's Pie a baguettes
d’or (Vis. d’Afr. Taf. 253), der Picus fulviscapus des Illiger,
ist der südafrikanische Repräsentant dieses Vogels.
90
Taf. 36.
Dendromus aethiopieus, mas Hemprich.
Aethiopischer Specht.
Diaynosis: Mas adult.: Capite supra, occipite subcristato loroque laete coceineis,
stria supraorbitali, fascia a naribus regionem paroticam versus, mento
gulaque ex albo - flavicantibus; regione parotica nigricante pennarum
margine laete cinerascente, lateribus colli albidis permultis maculis
nigris variegatis; auchenio, dorso et alis umbro-virentibus fasciis et
maculis albidis variegatis, interscapulio et uropygio subprasine induto;
cauda umbrina flavo-isabelline fasciata, rachibus et apice citrinis;z
pectore et abdomine albido - flavicantibus, maculis rotundis nigris va-
riegatis; rostro, pedibus et unguibus colore corneo.
Femina adulta a mari differt: Fronte et occipite nigris maculis albis
punctatis; loro et regione parotica nigris, pennarum margine laterali
albo.
Vier durch Färbung und Grösse sehr nahe verwandte
Spechte, zur Untergattung Dendromus gehörig, bewohnen den
afrikanischen Continent. Swainson in seinem gehaltvollen Werk-
chen über die Vögel von West-Afrika beschrieb zwei derselben
ausführlich *), den einen als Dendromus chrysurus, den andern
als D. punctatus, welches letztere synonym mit Picus punctatus
Cuvier und P. nubicus Lichtenstein ist, die Wagler als Picus
punctuligerus beschrieben hat. Jener ist charakterisirt durch
die Färbung der Stirn und des Vorderkopfs des Weibchens, die
schwärzlich einfarbig ist; dieser, dass bei dem Weibchen die
Federn des Zügels weiss sind, an den Endspitzen mit einem
schwarzen Flecken. Buffon hat ihn auf Taf. 667 als Pic tachete
de Nubie abgebildet. Die dritte Art ist der von Le Vaillant auf
Taf. 250 abgebildete Pic tigre, welchen Wagler als Picus nota-
tus aufführt, dessen Weibchen am Mund gar keinen Zügel haben
soll, und wo die Seiten des Kopfs nebst der Kehle schmutzig
gelbweiss mit vielen dunkelbraunen kleinen Flecken und der
*) Birds of western Africa Vol. 2. Seite 158 und 163.
91 .
Vorderkopf olivengrün mit gelblichem Streif am Schaft ist. Von
einer vierten Art entdeckte der verstorbene Hemprich nur das
Weibchen, welches er an der abyssinischen Küste einsammelte,
und es ist als Picus aethiopieus im ersten Hefte der Symbolae
physicae, Aves, Bogen V beschrieben *). Ich habe beide Ge-
schlechter dieses Vogels ziemlich häufig in Nubien, Kordofan
und Abyssinien erhalten; obgleich der Unterschied von jenem
Picus punctatus des Curier nur höchst unbedeutend ist, so ent-
schloss ich mich doch, das Männchen dieser angeblich neuen
Art abzubilden, und dabei beide Geschlechter genau zu beschrei-
ben, es späteren Naturforschern überlassend, darüber ein Ent- .
scheidungsurtheil zu fällen **), welche jener vier vorstehend
bezeichneten Arten als synonym wegfallen müssen.
Bei dem Männchen von Dendromus aethiopieus ist der
ganze obere und Hinterkopf und ein Streif von der Basis des Un-
terkiefers rückwärts bis unter die Ohrengegend verlaufend leb-
haft scharlachroth. Ein gelblicher, ins Weisse übergehender
Streifen von den Nasenlöchern bis zum Auge und unterhalb und
über denselben als Begrenzung der scharlachrothen Farbe; Kehle
gelblich weiss; Ohrengegend schwärzlich, die Federn mit feinem
weissem seitlichem Saume. Seiten des Kopfes nach dem Nacken
grauweiss, jede Feder gegen das Ende mit einem schwarzen
Flecken. Rücken grünbraun, alle Federn mit weisslichem Ende
und theilweise unterbrochenen Querstreifen ; der Vorderrücken
und Bürzel spielt etwas ins Gelbgrüne. Die Schafte der Flugfe-
dern sind eitrongelb, das Enddrittel ihrer innern Fahnen einför-
mig dunkelbraun, der Rand ihrer äussern Fahnen mit gelblich-
*) Worauf sich das in jener Beschreibung angegebene: „Taenia nigra ob-
soleta inter oculos et vceiput“ beziehen soll, weiss ich wirklich nicht. Ist damit
der schwarze Zügel mit weissem Seitenrande unter den Augen gemeint ?
"*) In London hielten einige Ornithologen den Dendromus acthiopieus iden-
tisch mit D. chrysurus Swainson, welches aber nicht wohl möglich ist, in Berück -
sichtigung der verschiedenen Färbung des Vorderkopfes der Weibchen.
m
92
weissen Flecken. Der Schwanz ist dunkelbraun mit Braungelb
gebändert, und mit citrongelben Schaften und Endspitzen. Die
Bauchseite ist weisslichgelb, auf jeder Feder mehrere grosse,
gewöhnlich eirunde braunschwarze Flecken. Schnabel, Füsse
und Nägel röthlichbraun, Iris cochenillroth.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwanzenleh 1. vn RITTER
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...2 8
Länge des Oberschnabels . . . u |.
Vom Flügelbug bis- zur Spitze der Sten Flugfeder . 4 4
Die äussere Vorder- und Hinterzehe gleich lang,
mesben? Li Bunte... ih ANNE
Länge des Tarsus . . BEE 212
Das Weibchen hat den Vorder- und | Oberkopf schön
schwarz, die Endspitzen jeder Feder mit einem eirunden weis-
sen Flecken. Die Federn des von der Basis des Unterkiefers
rückwärts verlaufenden Streifens sind in der Mitte schwarz,
auf den Seiten weiss gerandet.
Vorkommen: ziemlich häufig paarweise zusammenlebend
aufhochstämmigen Bäumen in Nubien, Kordofan und Abyssinien.
Der von Stanley in dem Anhang zu Sult’s Reise nach Abys-
sinien beschriebene Picus abyssinicus ist mir unbekannt.
MR
MIET € .
93
Ra: 37.
Iynz aequatorialis Rüppell.
Tropischer Wendehals.
Diagnosis: Iynx supra cinereo-umbrina, lineolis. fuscis maculisque umbrinis in
capite, dorso, tectrieibus et cauda; sub regione ophthalmica macula
oblonga albicante, lineis nigris transversis undulata; parte mediana
gulae, jugulo, pectore, parte anteriori abdominis, tibiis et crisso, laete
ferrugineis; ventre isabellino, rachibus umbrinis, remigibus vexillo
externo fasciis cinnamomeis et umbrinis.
Von der Gattung Wendehals kannte man nur zwei in der
alten Welt vorkommende Arten, nämlich Iynx torquilla, Linn.,
in Europa und Nordafrika heimisch, und I. pectoralis Vigors,
welche in Südafrika lebt. Die südlichen Provinzen von Abyssi-
nien beherbergen eine dritte Art dieser Gattung, durch Grösse
der nordischen entsprechend, und durch das Rostrothe der un-
tern Körperseite sich der südafrikanischen annähernd, von wel-
cher sie sich durch die Vertheilung dieser Farbe unterscheidet.
Der ganze Oberkörper und beide Seiten des Schwanzes
sind braungrau, mit sehr feinen, etwas gewellten dunkleren
Querlinien; auf dem Kopf, dem Rücken und den Flügeldecken
einige dunkelbraune Flecken; über die Schwanzfedern sechs
dunkelbraune Querstreifen; an den Seiten des Halses von der
Basis des Unterschnabels an, unterhalb der Augengegend, ein
weissgrauer Flecken mit schwärzlichen Transversallinien; Mitte
der Kehle, Vorderhals, Brust, und abwärts von derselben bis zur
Hälfte des Vorderleibes, Schenkel und untere Schwanzdeckfedern
einfarbig dunkelrostroth; eine zollbreite fahlgelbe Binde quer
über den Bauch mit braunem Streif längs der Federnschafte.
Die kastanienbraunen Flugfedern auf der äussern Fahne mit
<a RE
94
zimmetfarbigen Querstreifen, auf der innern mit halbrunden
Flecken. Füsse, Schnabel und Nägel hornfarbig.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
SchwanzeiklEt UFER. EN e RTR NIEREN
Schwanz besonders gemessen . . . . : „un! 2 8
Länge des Oberschnabele . .. a IE
Vom Flügelbug bis zur Spitze der vierten Flugfeder 3 3
Länge der vordern mittleren und rückwärtsgerich-
teureren Lehe... ee
BE TIEREN ae N. OR a 90
„ser anne Vorderzehe 4; . He ee
in der Hinteren'Zehe u WA
Vaterland: die südlichen Provinzen in Abyssinien.
In diesem Vogel haben wir abermals einen Repräsentanten
einer den Süden von Afrika bewohnenden Art (Iynx pectoralis),
zwischen welchen eine grosse Aehnlichkeit in der Gefiederfär-
bung und ihrer Vertheilung statt hat. Den europäischen Wende-
hals beobachtete ich mehrmals in Egypten und im peträischen
Arabien; er ist dort ein Standvogel, nährt sich vorzugsweise
von Ameisen, und in Ermangelung von Waldpartieen bewohnt
er lichtes Mimosengebüsch.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika lebenden Klettervögel.
Scansores.
A. Unterabtheilung der Sittiche. Psittacidae.
330. Pionus (Wagler) Meyeri, Rüppell, Rüpp. Atlas Taf. 11, familien-
weise zusammenlebend in Kordofan, Sennaar und Abys-
sinien.
31 » flavifrons, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 31, Schoa.
332. „» rufiventris, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 32, Schoa.
333. » Vaillantii? Kuhl, Le Vaillant Taf. 130, nur ein einziges
Mal gesehen in Abyssinien.
334.
335.
336.
337.
338.
339.
340.
341.
342.
343.
344.
345.
346.
346.
347.
348.
95
Psittacula (Brisson) Tarantae, Stanley, Lear Psittacae Taf. 39, fa-
milienweise häufig in Abyssinien.
Palaeornis (Vigors) eubieularis, Hasselquist. Le Vaill. Perr. Taf. 22,
häufig in Kordofan, Sennaar und Abyssinien.
B. Unterabtheilung der Spechte. Picidae.
1) Bartvögel. Bucconinae.
Laimodon (G. R. Gray) oder Pogonias (llliger) melanocephalus,
Rüpp. Atlas Taf. 28, Fig. a, häufig in Sennaar und Kor-
dofan.
Fieilloti, Leach. Zoological Miscellany Vol. 2, Taf. 97, häufig
aber immer vereinzelt in Sennaar, Kordofan und Abys-
sinien.
Brucei, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 20, Fig. 1, häufig in
Abyssinien.
undatus, Rüppell, ebendaselbst Taf. 20, Fig. 2, häufig in
Abyssinien.
„» Taevirostris, Leach. Zoological Miscellany Vol. 2, Taf. 77,
häufig in Schoa.
Barbatula (Lesson) chrysoconus, Temminck Taf. 536.
Trachyphonus (Ranzoni) margaritatus, Rüppell, Rüpp. Atlas Taf.
20, häufig in Kordofan, Sennaar und Abyssinien.
2) Spechte. Picinae.
Dendrobates (Swainson) schoönsis, Rüppell, system. Uebersicht
Taf. 33, Schon.
poicephalus Swainson, Rüpp. system. Uebers. Taf. 34, Schoa.
Hemprichit, Ehrenberg, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 35,
Kordofan und Abyssinien.
Dendromus (Swainson) aelhiopieus, Hemprich, Rüpp. system. Ueber-
sicht Taf. 36, Nubien, Kordofan und Abyssinien.
”
”
a. Picus? abyssinicus, Stanley.
3) Wendehälse. Iynginae.
Iynz (Linn.) forquilla Linn., Buffon Taf.698, Egypten und Arabien,
aequatorialis, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 37, Schoa.
349.
350.
351.
352.
353.
354.
355.
356.
357.
358.
359.
96
C. Unterabtheilung der Kuckucke. Cueulidae.
1) Honigangeber. /ndicatorinae.
Indicator (Le Vaillant) archipelagicus, Temminck Taf. 542, einzeln
in Abyssinien.
„» minor, Le Vaillant Ois. d’Afr. Taf. 242, einzeln in Abys-
sinien.
2) Spornkuckucke. ÜCoceyzinae.
Centropus (llliger) senegalensis, Brisson, Deseript. de l’Egypt. Ois.
Taf. 4, Fig. 1, Egypten.
„ monachus, Rüppell, neue Wirbelthiere Taf. 21, Fig 2, ein-
zeln in Abyssinien.
supereiliosus, Rüppell, neue Wirbelthiere Taf. 21, Fig. 1,
häufig in Kordofan, Nubien und Abyssinien.
Coccyzus (Vieillot) glandarius, Linn. Descript. de I’Egypte Ois.
Taf. 4, Fig. 2, in ganz Nord -Ost-Afrika und Arabien, je-
”„
doch nirgends häufig.
3) Kuckucke. Cucculinae.
Oxylophus (Swainson) ater, Leach. Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 209,
einzeln in Abyssinien.
Cuculus (Linn.) canorus, Linn. Bufon Taf. 811, nicht sonderlich
häufig in Egypten und Arabien.
Chrysococcyx (Boje) Clasü, Le Vaill., Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 212,
häufig in Sennaar und Abyssinien.
„ eupreus, Latham, Vieillot Galerie Taf. 42, einzeln in Abys-
sinien.
auratus, Linn. Le Vaill. ois. d’Afr. Taf. 210, nicht sonder-
lich häufig in Abyssinien.
„
2.2.20 gang 2 Re N
DI BR AR
Vierte Ordnung.
Tauben. Colwmmbae.
Bei der in meinen neuen Wirbelthieren gegebenen Ueber-
sicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Tauben habe
ich eine zu der Swainson’schen Untergattung Peristera gehörige
Art mit einer ihr sehr nahestehenden, der Columba afra Linn.,
verwechselt; diese scheint blos im südlichen Afrika zu leben,
und sie wird in Abyssinien, wie am Senegal, durch Peristera
chalcospilos ersetzt. Sie unterscheiden sich von einander dadurch,
dass bei letztern die metallschillernden Flecken, welche auf den
grossen Deckfedern der Flügel sind, eine schöne stahlblaue
Farbe haben, während bei der südafrikanischen Art diese Fle-
cken vom schönsten Goldgrün glänzen. Wäagler, in seinem Sy-
stema avium, Le Vaillant in den Oiseaux d’Afrique und alle
andere Naturforscher vor Swainson haben übrigens gleichfalls
beide Arten mit einander verwechselt, oder sie als Varietäten
betrachtet; so giebt z. B. LeVaillant auf Tafel 271 eine ganz
gute Abbildung der senegambisch - abyssinischen Art, be-
schreibt aber durch die Erwähnung der smaragdgrünen und
goldglänzenden Flecken die eap'sche Art; auch @. R. Gray hat
in seinen Genera of Birds bei der Aufzählung der Peristera-
Ornith. von N.0.Afr. 7
98
Arten den Fehler gemacht, für Peristera afra jene Le Vaillant-
sche Tafel 271 zu eitiren, die nur auf Swainson’s P. chalco-
spilos passt; Swainson selbst hat in seinen Birds of western
Africa Vol. 2 Seite 210 zwar ganz richtig bei seiner Peristera
chalcospilos jene Le Vaillant’sche Tafel eitirt, irrigerweise aber
auch die Wügler’sche Beschreibung von Columba chalcospilos
(Syst. avium N. 83) darauf bezogen, in der doch ausdrücklich .
stehet: „‚tectrieibus alarum majoribus nonnullis maculis aureo-
viridibus “. Diese wiederholten Verwechselungen bestimmten
mich bei ihrer Berichtigung eine genaue Abbildung der nordafri-
kanischen Peristera chalcospilos zu veröffentlichen.
Taf. 38.
Peristera chalcospilos Swainson.
Metallfleckige Erdtaube.
Diaynosis: Mas adult.: Fronte et gula albidis, pileo et nucha cinereo-canis; collo
dorso, tergo, alarum tectrieibus et uropygio umbrino - cervinis, hoc
fasciis umbrino - fuscis; teetricibus alarum majoribus et mediis vexillo
externo macula nigra chalybaeo - micante; cauda rotundata supra rec-
tricibus duabus intermediis cervinis, lateralibus basi griseo - caerule-
scentibus, externis vexillo marginali niveo, omnium apice nigro; collo
antico pectoreque pallide rosaceo-vinaceis; ventre, abdomine et crisso
rosaceo - albicantibus; alarum tectricibus inferioribus remigibusque ve-
xillo interno fusco-rubiginosis, externo et apice fusco - umbrinis. Femi-
na tectricum maculis metallicis minoribus.
Bei dem ausgefiederten Männchen ist Stirn und Kehle weiss;
zwischen dem Auge und Mundwinkel ein schwarzer Streif;
Oberkopf und Nacken violettgrau, Hinterhals. ganzer Oberkörper,
Flügeldeckfedern und mittlere Schwanzfedern braun rehfarbig ;
über dem Bürzel ein Paar breite dunkelbraune Streifen; auf
mehreren grossen und mittleren Flügeldeckfedern an der äus-
sern Fahne ein eirunder schwarzer Fleck mit stahlblauem Me-
99
tallglanz; die innern Fahnen der Flügeldeck - und der Flugfedern
dunkel rostroth, die äussere Fahne und Endspitze der letzteren
dunkelbraun. Hals, Brust und Bauch blass rosenroth ins Wein-
gelbe übergehend, Hinterleib und untere Schwanzdecken weiss.
Schwanz zugerundet mit breitemschwarzem Endrande; oberhalb
ist er blaugrau, die seitlichste Feder hat die Mitte der äusseren
Fahne und den Endrand derselben oben und unten weiss; das
übrige des ganzen Schwanzes ist unten schwarz. Füsse röth-
lich, Schnabel und Nägel dunkelbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwede Un art re
Schwanzlänge besonders gemessen . . 2 ..898 .—
Oberschnabel längs der Firste zn‘ .— 7
Vom Flügelbug bis zur Spitze der dritten Flugfeder >
ee N u, a ER
„ der äusseren und inneren Zee . . ..— 6
tes ehe: Var en
uU JE (ne ii ag. ee
Zu bemerken ist, dass bei diesen Taubenarten nicht die
Verschmälerung der ersten Flugfeder statt findet, welche bei den
Peristera statt haben soll; diese Feder ist durchaus eben so
breit als die andere; auch ist das Verhältniss der Länge der
Zehen anders als es in der durch Herrn @. R. Gray von dieser
Untergattung gegebenen Charakteristik angegeben ist. °
Das Gefieder des Weibchens ist nur durch etwas kleinere
blauglänzende Flecken auf den Flügeln von dem des Männchens
unterschieden.
Diese Taubenart lebt paarweise immer zwischen niederem
Buschwerk, gewöhnlich auf der Erde, wo sie ihre in Sämereien
bestehende Nahrung sucht; sie kömmt ungemein zahlreich in
den warmen Distrieten von Kordofan, Sennaar und Abyssinien
vor.
7%
u
100
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Taubenarten.
360.
361.
362.
363.
364.
365.
366.
367.
368.
369.
370.
371
372
„
E2]
„
„
„
”
Columbae.
Vinago (Cuvier) abyssinica, Latham, Le Vaill. afr. Taf, 276, paar-
weise auf hochstämmigen Bäumen in Kordofan und Abys-
sinien.
Columba (Linn.) Zivia, Linn., Descript. de l’Egypte Taf. 13, Fig. 7,
in zahllosen Scharen in allen Felsengegenden in der Nähe
des Wassers in Egypten.
arquatrir, Temm. Le Vaill. Afr. Taf. 264, scharenweise in
Familien auf Hochbäumen in Abyssinien.
guinea, Linn. Temm. Pigeons Taf. 16, gleiches Vorkommen
in Kordofan, Sennaar und Abyssinien.
albitorques, Rüppell, Wirbelthiere Taf. 22, Fig, 1, in klei-
nen Familien auf Bäumen in Abyssinien.
Turtur (Ray) auritus, Ray oder Columba turtur Linn., Temm. Pi-
geons Taf. 42, ungemein häufig in kleinen Familien auf
Mimosengesträuch in ganz Nord -Ost- Afrika.
risorius, Linn. Le Vaill. Afr. Taf. 268, parasitenartig in den
verlassenen Wohnungen in Egypten, Arabien und der
abyssinischen Küste.
senegalensis, Latham, Descript. de l’Egypt. Taf. 5, Fig. 9,
paarweise ungemein häufig in ganz Nord-Ost- Afrika.
lugens, Rüppell neue Wirbelth. Taf. 22, Fig. 2, im niederen
Gebüsch ziemlich häufig im abyssinischen Hochlande.
semiiorquatus, Rüppell, neue Wirbelth. Taf. 23, Fig. 2,
paarweise auf Hochbäumen in den niedern Gegenden von
Abyssinien.
bronzinus, Rüppell, neue Wirbelth. Taf. 23, Fig. 1, sehr
einzeln in hochgelegenen abyssinischen Bergdistrieten.
. Oena (Selby) capensis, Latham, Le Vaill. Afr. 273, häufig paarweise
und in kleinen Familien auf niedern Bäumen in Nubien
und Abyssinien.
. Peristera (Swainson) chalcospilos, Wagler, Rüpp. system. Uebersicht
Taf. 38, paarweise zwischen niederem Buschwerk in
Sennaar, Abyssinien und Kordofan.
TERN
Fünfte Ordnung.
Hühnervögel. Gallinae.
Durch die Naturaliensendung aus Schoa habe ich keinen
bisher unbekannten Vogel, zur Ordnung der Hühner gehörig,
erhalten; aber das Verzeichniss der Nord-Afrika bewohnenden
Arten ward durch dieselbe mit mehreren vermehrt, die Dr. Smith
in neuester Zeit in Süd-Afrika entdeckte, und da er sie bereits
in dem Kupferwerke zu seinen Reisen beschrieben und vortreff-
lich abgebildet hat, so bedarf es nur in der systematischen
Uebersicht auf dieselben Tafeln einfach hinzuweisen. Ich will
dagegen einige schon länger bekannte nordafrikanische Hühner-
arten abbilden, von denen meines Wissens bisher noch keine
Darstellung veröffentlicht wurde.
. Taf. 39.
Numida ptilorhyncha Lichtenstein.
Nubisches Perlhuhn.
Diaynosis: Numidae meleagridi persimilis, a qua differt rhinario setis flavis semi-
cartilagineis obtecto, vertice cornu conico, remigibus umbrinis albo-
maculatis, alarum tectricibus majoribus vexillo externo subtilissime
cinereo-nigroque striolato, mediis marginem versusnigro- et albo-fas-
ciatis.
Dieses Perlhuhn, welches im Totalhabitus ungemein der
gewöhnlichen in Europa domesticirt lebenden N. meleagris Linn.
ähnlich ist, ward zuerst von Lichtenstein in Berlin als eine
selbstständige Art erkannt und aufgestellt. Seine am meisten
in die Augen springende Eigenthümlichkeit besteht in einem
dicken Büschel gelbgrauer knorpeliger elastischer Fasern, wel-
cher sich über die Nasenlöcher erhebt; ausserdem sind seine
Flugfedern nicht, wie bei jener Art, rein weiss, sondern braun
mit weissen kleinen Fleckchen auf beiden Fahnen; der äussere
Rand der grossen Flügeldeckfedern ist ganz fein grau und braun
gestreift, und die mittleren Flügeldeckfedern haben schwarze
und weisse alternirende Querbinden, während sie bei N. meleagris
weisse runde Fleckchen auf schwarzem Grund haben. Das Horn
auf dem Scheitel ist nicht comprimirt und rückwärts gebogen,
sondern symmetrisch konisch geformt; die nackten Kopfstellen
und die Fleischlappen unter den Augen sind blau nüancirt; die
Kehle ist nackt, den Vorderhals bedecken kurze schwarze spar-
sam stehende Borsten, und längs des Nackens sind schwarze
etwas aufwärts gekrümmte Federn. Das Gefieder des ganzen
Körpers ist dunkelgrau mit zahlreichen weissen eirunden schwarz
eingefassten Flecken, umgeben von äusserst feinen schwarzen
Wellenlinien. Alle Flugfedern sind einförmig dunkelbraun mit
weissen Querstreifen und Flecken.
103
Die Tarsen sind beiläufig 2 Linien länger als bei dem ge-
wöhnlichen Perlhuhn, dem es in allen andern Grössenverhält-
nissen vollkommen gleich ist.
Diese Perlhühner leben in zahlreichen Familien in allen
mit Buschwerk begrenzten Thälern von Abyssinien und Nubien
bis zum 16ten Breitegrad; sie haben eine höchst unangenehme
gellende Stimme, die sie häufig vernehmen lassen; äusserst
selten fliegen sie auf, oder, wenn sie es thun, nur auf ganz kurze
Strecken, um dann im Lauf der vermeinten Gefahr zu entrinnen. „
Ihr Fleisch ist ungemein schmackhaft.
Taf. 40.
Franecolinus gutturalis Rüppell. = ax. _ BR
ee
Isabellkehliger Francolin. air
Diaynosis: Mas adult.: Capite supra et nucha umbrino - fuscis, pennarum margine
clariore, gula albo - isabellina, regione ophthalmica et parotica lateri-
busque colli et torque gulari dilute ferrugineis, hoc pennarum apice
maculis fuscis; dorso, pectore, alarum tectricibus et cauda hepaticis
fasciis subtilibus isabellinis variegatis; dorso stria scapali albescente,
tergo pennarum parte mediana flavicante, lateraliter maculis umbrinis
rhomboidalibus picta; pectore et alarum tectricibus maculis castaneis,
remigibus primariis pallide brunneis, vexillo externo basin versus rubigi-
n050, apicem versus cinereo - marginato; abdomine isabellino maculis
lanceolatis fuscis, hypochondriis pennarum vexillo interno concolore
castaneo, externo umbrino- et isabellino-fasciato; tibiis dilute ferrugi-
neis, pedibus testaceis.
Die erste Beschreibung dieses Francolins gab ich vor zehn
Jahren in meinen abyssinischen Wirbelthieren. Oberkopf und
Nacken sind bei dem ausgefiederten Männchen dunkelbraun,
der Rand sämmtlicher Federn etwas lichter; Vorderhals und
Kehle sind gelblich weiss, die Augen und Ohrengegend, die
Seiten und der Vorderhals verwaschen rostroth, eine halbbo-
‘
£
104
genförmige Einfassung umgiebt letzteren, gebildet durch dun-
kelbraune Flecken am Ende der Federn, welche Flecken sich
auch an den Seiten des Halses finden. Rücken, Flügeldecken,
Brust und Schwanz leberbraun mit einigen feinen isabellfarbigen
Querlinien, deren Rand namentlich auf dem Schwanze dunkel-
braun begrenzt ist. An den Federn des Rückens und der Flügel-
decken ist dem Schaft entlang ein hellerer Streifen, von welchem
auf dem Hinterrücken gleichfarbige Seitenstreifen ablaufen,
zwischen denen die Grundfärbung dunkelbraun ist. Auf den
Deckfedern des Bugs, der Brust und der Seiten des Bauchs
kastanienbraune Flecken. Flugfedern hornbraun, die äusseren
Fahnen nach der Basis zu rostroth, nach der Spitze graubraun.
Schenkel verwaschen rostroth; Füsse ziegelroth, Schnabel
hornfarbig; der Sporn am Tarsus der Männchen mittelmässig
klein.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwanzende ;. +: u... ns 7 2) we
Schwanzlänge besonders gemessen . . ... 2 2
Oberschnabel längs der Firste le a ae LE
Vom Flügelbug bis zur vierten Flugfeder 1.2 ie EEE
Länge des Tarsus 1 5
ee she. u) 1 ehr 1 Segen sehe ee
Be ee) re ek 1
Aomiere Miche. ne 4 ee Tee a a an ee
Hua Ehe ll rs. 2 a
Das Weibchen, wovon ich jetzt kein Individuum zur nähe-
ren Beschreibung besitze, war, mit Ausnahme des ihm fehlen-
den Spornes der Tarsen, dem Männchen in Gefiederfärbung ganz
gleich; seine Grösse war auch etwas geringer. In Abyssinien,
woselbst allein wir diese Hühnerart erlegten, ist solche bei
weitem seltener als Francolinus Erkelii und Pternistes rubri-
collis, und wir begegneten davon nur einige Mal ein Pärchen
105
an den Grenzen der zum Ackerbau benutzten Hochebenen bei
Halei, Temben und Axum, welche beiläufig 6 — 8000 Fuss
über der Meeresfiläche gelegen sind. Im brittischen Museum be-
findet sich ein diesem Huhn ungemein nahestehendes Huhn,
das Dr. 4. Smith in Südafrika aufgefunden und mit dem Namen
Francolinus gariepensia bezeichnet hat *). Es ist diese Species
zwar meines Wissens noch nicht beschrieben; sollten übrigens
beide identisch seyn, so geschah deren Bekanntmachung von
meiner Seite bereits vor einer Reihe von Jahren. Auch fand ich
in jenem reichen Museum, dass der von mir in meinem zoolo-
gischen Atlas Taf. 9 unter dem Namen Perdix Clappertonii
abgebildete und beschriebene Vogel mit der früher unter diesem
Namen durch Herrn Children in Denhams Reise aufgestellten
Species nicht identisch ist, welches nach der Kürze der davon
gegebenen Beschreibung nicht wohl zu ermitteln war. Herr
Gray hat das von mir in Abyssinien und Kordofan aufgefun-
dene Huhn nunmehr als Francolinus Rüppelli bezeichnet.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Hühnerarten.
Gallinae.
1) Meleagrinen. Meleagrinae.
373. Numida (Linn.) pfilorhyncha, Lichtenstein, Rüpp. systematische
Uebersicht Taf. 39, scharenweise in Abyssinien, Kordofan
und Sennaar.
2) Feldhühner. Perdricinae.
374. Ptilopachus ? (Swainson) ventralis, Valenciennes, häufig in kleinen
Familien im westlichen Abyssinien und in Kordofan, auf
felsigen Hügeln '').
*) List of the specimens of birds of the british museum. Part 3. Seite 33.
*") Ich kenne keine Abbildung dieses in dem Dictionnaire des Science. Nat.
Vol. 38. Seite 435 beschriebenen Vogels, welcher besonders merkwürdig ist wegen
seiner Gewohnheit, den Schweif vertical zusammen zu drücken, und vielleicht eine
besondere Untergattung bilden dürfte.
317.
378
379.
380.
381.
382.
383
106
. Ptilopachus Hayi, Temminck Taf. 328, häufig in kleinen Familien in
Arabien, bei Djetta und am Sinai.
. Chacura (Hodgson) graeca, Brisson, varietas, Gray Indian Zoology
Rh)
Vol. I. Taf. 54, paarweise am Sinai.
melanocephala, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 5, einzeln an der
arabischen Küste bei Djetta.
. Franecolinus (Brisson) Erkeli, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 6, sehr
„
br)
„
häufig in kleinen Familien in bergigen Gegenden in Abys-
sinien.
Rüppelli, G. R. Gray. Rüppell Atlas Taf. 9, als Perdix Clap--
pertonii, häufig in Kordofan und Abyssinien.
gutturalis, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 40, sehr einzeln
in Abyssinien.
pileatus, A. Smith. South African Zoolog;y Taf. 14, von Sehoa.
Pternistes (Wagler) rudricollis, Rüpp. Atlas Taf. 30, sehr häufig
an felsigen Abhängen in Abyssinien.
. Coturniz (Möhring) communis, Autorum. Buffon Taf. 170, häufig
in ganz Nord-Afrika, vorzüglich im Winter; im April in
Nubien.
3) Steppenhühner. Pteroclinae.
384. Pterocles (Temminck) senegalensis Latham, Taf. 128, oder P. gut-
385.
386.
387.
388.
b>)
9
>)
„
tatus, Lichtenst. Temminck Taf. 345, ungemein häufig in
ganz Nord-Afıika am Rande der Wüste auf sandigen
Flächen lebend.
erustus, Temminck Taf. 354 und 360, ebenfalls sehr häufig
in ganz Nord-Afrika, Abyssinien und Arabien.
coronatus, Lichtenst. Temm. Taf. 339 und 340, sehr häufig
in Nubien und Kordofan.
Lichtensteini, Temminck Taf. 355 und 361, sehr häufig in
Nubien und Kordofan.
gutturalis, A. Smith Zool. of South Africa Taf. 3, Schoa.
Sechste Ordnung.
Laufvögel. Cwrsores.
Familie der Trappen. Otidinae.
Taf. 41.
Otis melanogaster, fem. Rüppell.
Schwarzbäuchige Trappe.
Diaynosis: Femina adult.: Capite supra umbrino- et isabillino-variegato, gula alba,
regione ophthalmica iSabellina, nucha, collo et pectore lineolis tenuis-
simis umbrinis et isabellinis; dorso et tectricibus isabellinis, maculis
lanceolatis striolisque subtilioribus umbrinis; remigibus primariis et se-
eundariis nigris, illis excepta prima concolore vexillo interno ma-
eulis albis, his vexillo externo et apice fasciis albo isabellino nigroque
vermiculatis; regione hypochondriaca abalatecta nigra; cauda ejusque
tecetricibus superioribus permultis lineis vermiculatis et nonnullis fascüis
umbrinis transversis.
Auf der siebenten Tafel der Vögel meiner neuen Wirbel-
thiere hatte ich das vollkommen ausgefärbte Männchen dieser
schönen neuen Trappenart abgebildet, und im Text das Weibchen
kurz beschrieben. Eine iconographische Darstellung des letzteren
wird um so willkommener seyn, da ausnahmsweise die Art eine
sehr grosse Verbreitung über den afrikanischen Continent hat,
indem Dr. Smith auf seiner Reise in der Caflrerei dieselbe gleich-
falls eingesammelt hat. Wegen der sehr ausführlichen Beschrei-
108
bung des Männchens auf meine Wirbelthiere verweisend, gehe
ich gleich zu derjenigen des Weibchens über.
Der Grundton des ganzen Gefieders ist Isabellgelb, wel-
ches auf der Mitte des Bauchs und an den Schenkeln in’s Weiss-
liche übergeht; auch ist die Kehle rein weiss. Auf dem Ober-
kopf sind die Federn dunkelbraun, längs ihres Randes mit kleinen
isabellfarbigen Flecken; die Gegend rund um das Auge und auf
dem Ohr ist rein isabell; der Nacken, Hals und Brust sind durch
zahllosse feine braune Wellenlinien querüber gestreift. Auf
den Seiten des Bauchs längs des Schafts der Federn ein schwar-
zer Streif und einige feine dunkle Ziekzacklinien. Der von dem
Flügel üderdeckte Körpertheil ist schwarzgefiedert. Auf dem
Rücken und an den grossen Deckfedern der Flügel sind längs der
Mitte der Federn Reihenfolgen dunkelbrauner lanzettförmiger
Flecken, umgeben von feinen gleichfarbigen wellenförmigen
Linien. Bei den mittleren Flügeldeckfedern ist der isabellfarbige
Grundton vorherrschend, den nur einzelne braune Zickzack-
linien unterbrechen. Die Flugfedern der ersten Ordnung sind
schwarz; die äusserste einfarbig, die drei folgenden sind auf
der innern Fahne mit grossen weissen, die andern auf beiden
Fahnen mit gelblichen braun marmorirten Flecken. Bei den
Flugfedern der zweiten Ordnung und den grossen Flügeldeck-
federn ist die innere Fahne schwarzbraun, die äussere braun
und isabell gebändert und gestreift. Auf dem Schwanz und des-
sen oberen Deckfedern sind die feinen braunen Zickzacklinien äus-
serst dicht gestellt, und zwischen ihnen sind mehrere dunkle
Querbinden; die untern Schwanzdeckfedern sind rauchsch warz
an der Basis, weisslich an der Endspitze und das übrige isabell
mit wellenförmigen schmalen und breiteren Querstreifen.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwänkende' 1 21.2 TI NEN 234
Schwanz besonders gemessen . . . 2 .2...6 .—
109
Länge des Oberschnabels längs der Firsste . . . 1” 6
Vom Flügelbug bis zur Spitze der dritten Flugfeder 12 3
Base. des Taraaa VAREL
Baskter Theil den Dina Er VEN
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Iris dunkelbraun; Oberschnabel dunkel hornfarbig, Unter-
schnabel und Füsse fleischfarbig.
Diese Trappenart lebt paarweise und in kleinen Familien
auf grasreichen Flächen in der Umgebung des Dembea-Sees in
Abyssinien; sie ist zahlreich in Schoa, und wie schon bemerkt,
kömmt sie in ganz Centralafrika bis in die Kaffrerei vor. Die
Lebensart und Nahrung ist ganz gleich derjenigen der bekannten
Arten der Gattung.
Die Begleiter des Major Harris haben während ihrer An-
wesenheit in Schoa viele Exemplare der so seltenen Otis Rhaad
Latham oder, wie man in England jetzo vorzieht diesen Vogel
zu benennen, der Otis senegalensis erlegt *), welche mir ent-
gangen war, und von der ich in meiner Monographie dieser
Gattung, im Museum Senckenbergianum Band 2. Seite 205 die
genaue Beschreibung veröffentlicht habe.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Laufvögel.
Cursores.
1) Strausse. Struthioninae.
389. Struthio (Linn.) camelus, Linn. Buffon Taf. 457, paarweise in Egyp-
ten, Nubien und an der abyssinischen Küste, in zahl-
reichen Familien in Sennaar und Kordofan.
*) Ich habe den Namen Otis Rhaad vorgezogen als den ältesten der Art,
obgleich es keineswegs ausser Zweifel ist, ob Buffon diesen Vogel bei seiner kur-
zen von Rhaad gegebenen Beschreibung vor Augen hatte. Die von mir veröffent-
lichte Abbildung ist dagegen Fieitlot’s Otis senegalensis, welches ich bei der Syno-
nymie bemerkt habe.
nn.
110
2) Trappen. Otidinae.
390. Otis (Linn.) Nuba, Rüpp. Atlas, Vögel Taf. 1, zufällig, paarweise
in Nubien.
I 391. „» 4rabs, Linn. Rüpp. Atlas Taf. 16, häufig paarweise in Kor-
K dofan, Nubien und Abyssinien. |
A 392. „» melanogaster, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 7 und system. |
u Uebers. Taf. 41, häufig in Abyssinien. |
- 393. , Rhaad, Latham, Rüpp. Mus. Senck. Vol. 2. Taf. 15, sehr
E. häufig in Schoa.
ar: 394. Houbara (Bonaparte) undulata, Gmelin, Vieillot Galerie Taf. 227,
einzeln in Nord - Afrika.
Siebente Ordnung.
Wadvögel. Grallatores.
Familie der Regenpfeifer. Charadridae.
Taf. 42.
Oedicnemus affinis Rüppell.
Abyssinischer Dickfuss.
Diagnosis: Oedicnemo crepitanti statura simili, tarsis paululum longioribus;
vertice, collo postico, loro malari et pectore isabellinis, stria scapali
umbrina; gula, fascia infraorbitali, parte postica abdominis et crisso
albis; dorso, alarum caudaeque tectricibus isabellinis, fasciis umbrinis
et stria scapali fusca pictis; remigibus umbrino - fuscis, tribus primis
fascia mediana alba, sequentibus unicoloribus, posterioribus basin versus
vexillo interno et margine apicali albis; rectricibus albo- et fusco-fasci-
atis, tectrieibus inferioribus caudae dilute isabellinis.
In einer Monographie der Trappenarten, veröffentlicht im
2ten Band des Museum Senckenbergianum, gab ich (Seite 210)
die Diagnose eines abyssinischen Dickfusses, welcher durch
Körpergrösse ungemein der europäischen Art ähnelt, durch das
Gefieder aber dem Lächtenstein’schen Oedienemus capensis
nahe steht. Da eine getreue Abbildung viel besser diese Ver-
wandtschaft zu jenen beiden Arten versinnlicht, als eine wort-
reiche Beschreibung auszudrücken vermag, so wird die hier
gegebene Tafel dieser Absicht genügend entsprechen.
112
Oberkopf, Nacken, Hals, Brust, Vorderleib und ein Streifen
von der Basis des Unterschnabels bis hinter die Ohrengegend
isabellfarbig, auf jeder Feder längs des Schafts ein kräftiger
brauner Streif. Ein breiter Streifen von der Wurzel des Ober-
schnabels beginnend, unter dem Auge nach der Ohrengegend
zulaufend, die ganze Kehle, der Hinterleib und die Schenkel
sind weiss; Rücken, Deckfedern der Flügel und des Schwanzes
isabell, jede Feder mit mehreren braunen Querbinden, längs des
Schafts durch einen dunkleren Streifen verbunden ; Flugfedern
braunschwarz, die drei äussersten quer über ihre Mitte mit
einer breiten weissen Binde, die drei folgenden einfarbig braun-
schwarz, die übrigen theils mit weisser Binde, theils nur die
Hälfte der innern Fahne und die Endspitze weiss. Schwanz-
federn weiss und dunkelbraun gebändert; untere Schwanzdeck-
federn verwaschen isabell.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Schwangende‘. 7.3.1. a2 a er
Länge des Oberkiefers der Firste entlang . . . 1 4
Schwanz besonders gemessen . . .» A Sl
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten Flugfeder BL
Dinge ER TErBus.. 2) 2. ee ee
Mittlere Zeheiii 3 ya ira
Aönssere Zehe u N tr ee
Innere Zee . . . 0. 9%
Die Iris ist lien die Füsse und Zehen sind gelbgrün,
die Tarsus wie bei der europäischen Art, etwas verdickt, daher
der Name der Gattung. Beide Geschlechter sind sich ganz gleich;
das Gefieder des jungen Vogels ist mir unbekannt.
In den mit Unterholz durchsetzten Thalniederungen der
abyssinischen Küste entlang, welche fliessendes Wasser und Wie-
sengründe besitzen, findet sich dieser Vogel ziemlich zahlreich;
der europäische Oedienemus crepitans kömmt daselbst gleich-
113
falls vor und ist leicht erkenntlich durch seine ganz eigenthüm-
liche Stimme, während die abyssinische Art ganz schweigsam
ist.
Taf. 43.
Glareola limbata Rüppell.
Hellrandiges Sandhuhn.
Diagnosis: Avis adulta: capite supra, nucha, lateribus colli, pectore, tergo et
alarum tectricibus chocolatinis, pennarum margine limbo clariore;
annulo orbitali et gula albis, gutture sordide isabellino, torque semi-
circulari fusco paululum conspicuo; remigibus umbrino-fuseis, tribus
primis concoloribus, posterioribus apicem versus isabelline marginatis;
ventre, tibiis, crisso, uropygio et cauda niveis, hac furcata, rectricum
apicibus umbrinis, limbo marginali isabellino; parte interna alarum et
hypochondriis ab illa tectis, rubiginosis; rostro nigro, angulo oris ru-
fescente.
Avis juvenis ab adulta differt: pennarum limbo isabellino margi-
nali magis conspicuo, alarum parte interna et hypochondriis umbrino-
fuscis, annulo orbitali nigro.
Oberkopf, Nacken, Gegend der Ohren, Seiten des Halses,
Brust, Rücken und Flügeldecken chocoladebraun, alle Federn
mit einem helleren Randsaun; ein hellerer Streifen geht von
den Nasenlöchern durch die Augen, und um die Augenlieder ist
ein schmaler Ring von weissen Federchen. Kehle in der Mitte
weiss, seitlich und unten in Isabellgelb übergehend; gewöhn-
lich ist diese Färbung von einem schwach angedeuteten halb-
bogenförmigen dunklen Halsbande begrenzt, das aber zuweilen
ganz verschwindet. Flugfedern dunkelbraun, die drei äusseren
einfarbig, die folgenden mit weisslicher Einfassung an der End-
spitze. Innere Seite der Flügel und der von ihnen bedeckte
Theil des Leibes rostroth; Mitte des Bauchs, Bürzel, Schenkel,
untere und obere Schwanzdeckfedern und Schwanz weiss;
letzterer, der stark gabelförmig ist, am Ende mit einer zollbreiten
Ornith. von N.0.Afr. 3
114
chocoladebraunen Binde, welche hinten isabellfarbig gerandet
ist. Schnabel schwarz, am Mundwinkel lackroth; Füsse grünlich,
Iris schwarzbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwanzeile 2 ran Br RM,
Schwanzlänge besonders gemessen . . 3. —
Vom Bug bis zur Endspitze der lten Flugfeder 6 9
Oberschnabel längs der Firste . . . 2. 2.2.0 — 6
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Bei den alten Männchen ist die braune Farbe des Rückens,
der Flügel und Brustfedern unmittelbar vor dem helleren Rand-
saum stark gedunkelt; die jungen Vögel haben dagegen den
hellen Rand der Kopffedern und der ganzen Rückenseite viel
breiter als bei den ältern Individuen; auch ist bei ihnen die
innere Seite der Flügel nebst dem davon überdeckten Körper-
theil braunschwarz. Ihre Nahrung besteht aus Insecten, die sie
sowohl im Laufe auf der Erde als in schwalbenähnlichem
Fluge in der Luft einfangen.
Wir begegneten diesen Vögeln, die in Ketten von 15 bis
20 Stück zusammen leben, in zwei ganz verschiedenen Oertlich-
keiten, nämlich unfern der Meeresküste auf sandigen Flächen
um Djetta in Arabien und bei Massaua im August und September,
und dann wieder in-der nämlichen Jahreszeit auf den Wiesen-
flächen in den Höhen von Simen, zehntausend Fuss über der
Meeresfläche gelegen.
Glareola pratincola findet sich ziemlich häufig an der Küste
von Unteregypten.
galling
115
Taf. 44.
Lobivanellus melanocephalus Rüppell. +
Schwarzköpfiger Lappenkibitz.
Diaynosis: Mas et fem.: Capite supra,nucha et gulanigris, stria supraorbitali alba;
lobulo pyriformi citrino ante oculos; lateribus colli, dorso, alarum tectri-
cibus minoribus et mediis viride-griseis; jugulo fusco alboque striolato,
pectore, abdomine, tibiis, erisso. uropygio, caudaque supra et subtus
albis, hac fascia apicali nigra albolimbata, remigibus primariis nigris
basin versus albis, secundariis albis apicem versus nigris; tectricibus
majoribus albis; rostro nigro, mandibulae parte basali, annulo orbitali
et pedibus flavis; flexura alarum inermi.
Der ganze obere und Hinterkopf so wie die Mitte des Vor-
derhalses sind dunkelschwarz, jener über die Augen her durch
einen weissen Streif begrenzt; nacktes Augenlied citrongelb;
es verlängert sich nach der Basis des Oberschnabels in Form
eines kurzen birnförmig zugerundeten ceitrongelben Hautlappens.
Seiten des Kopfes und Halses, Rücken und Flügeldeckfedern
grüngrau; die Gegend zwischen dem Hals und der Brust ist der
Länge nach dunkelbraun und weiss gestreift, die ganze untere
Körperseite, Schenkel, Bürzel und Schwanz sind rein weiss,
letzterer endet mit einer schwarzen Binde, deren äusserster Rand
weiss gesäumt ist. Flugfedern schwarz, diejenige der zweiten
Ordnung gegen die Basis zu weiss, welche Farbe nach der
innern Seite des Flügels progressiv zunimmt, so dass die letzte
Flugfeder beinahe ganz weiss ist. Die grossen Deckfedern der
Flügel, mit Ausnahme der hintersten, sind gleichfalls weiss.
Der Flügelbug hat keinen Stachel, sondern einfach einen zuge-
rundeten Höcker.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Sohwanzende a. Wa TA N
Schwanz besonders gemessen rn
Oberschnabel längs der Firste N re
ee N ve
116
Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der 3ten Flug-
ee TE RE EEIRTTE EN
Line’ der Tayaus., 1 Ze 5. cn in. hal aa a ee Sr
Merisepre: Zeche. „Na... er a
Miselnelie' + 2: 2 Dr a 1 71 N EEE Te a 2
Ianere Zehe si RN re ee
Bmterb Zehe Yen. 6 URN 2 ae 2
Die Iris ist graublau; der Öberschnabel an der Basis schwe-
felgelb, das übrige des Schnabels schwarz. Füsse grüngelb,
Nägel schwarz. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Man
findet diese Vögel in kleinen Familien am Ufer der Wasser-
pfützen, die sich auf den Hochgebirgen von Simen zwischen
Wiesenflächen ansammeln, und zwar im Juli bis an die Schnee-
grenze. Sie haben ganz die Gewohnheiten der Kibitze, welchen
sie auch durch ihren Schrei ähneln*).
Die Exemplare von Lobivanellus senegalus Linn. Gmelin,
oder Vanellus albiscapulatus Vieillot, welche ich in Abyssinien
einsammelte, wo sie auf den Wiesenthälern von Barakit zahl-
reich sich vorfanden, sind durch nichts von dem Vanellus late-
ralis des Dr. A. Smith (South african Zoology, Vögel Taf. 23)
unterschieden. Die Verschiedenheit in der Grösse der weissen
Stirnflecken hängt vom Geschlecht und Alter ab.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Regenpfeifer.
Charadridae.
1) Diekfüsser. Oedicneminae.
395. Oedienemus (Meyer) erepitans, Linn. Buffon Taf. 919, ziemlich
häufig in Egypten und an der abyssinischen Küste.
*) In dem Catalog des brittischen Museums, Vögel, 3te Abtheilung Seite
66 ist aus Versehen unter den Synonymen dieses von hier aus dahin überlassenen
Vogels, die Buffon’sche Tafel 918 eitirt, welchen freilich @melin Charadrius mela-
nocephalus benannte, die aber der vorerwähnte Pluvianus aegyptius Fieillots ist.
396.
397.
398.
399.
400.
401.
402.
403.
404.
405.
406.
407.
117
Oedienemus affinis, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 42, häufig in klei-
nen Familien an der abyssinischen Küste.
=
2) Rennvögel. Cursorinae.
Cursorius (Latham) europaeus, Latham, Buflfon Taf. 795, familien-
weise auf Brachfeldern in ganz Nord -Ost- Afrika, beson-
ders häufig in Kordofan und Abyssinien. e
senegalensis, Lichtenst. Swainson Birds of western Africa,
Band 2, Taf. 24, in kleinen Familien auf dem Felde um
den Dembeasee in Abyssinien.
Pluvianus (Vieillot) aegyptius, Linn. Descript. de l’Egypte Taf. 6
Fig. 4, sehr zahlreich an den Ufern des Nils in Egypten
und Nubien.
„
3) Regenpfeifer. Charadrinae.
Glareola (Brisson) pratincola, Linn. Buffon Taf. 882, häufig in Un-
teregypten und auch an der Küste des peträischen Ara-
biens.
limbata, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 43, häufig an den
Küsten bei Djetta und Massaua, aber auch auf den Höhen
„
von Simen in Abyssinien.
Vanellus (Linn.) eristatus, Meyer, Buffon Taf. 242, häufig im
Winter in Egypten und am rothen Meer.
coronatus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 800, ziemlich häufig in
Nubien.
Villotaei, Savigny od. V. leucurus Lichtenst. Description de
l’Egypte Taf. 6, Fig. 2, ziemlich häufig in Egypten und
Nubien. .
Lobiranellus (Strickland) melanocephalus, Rüpp. system. Uebers.
Taf. 44, familienweise auf den Hochbergen in Abyssi-
„
„
nien.
senegalensis, Linn. oder Vanellus lateralis A. Smith. South
Afr.Zoology Taf. 23, familienweise in einzelnen abyssi-
”
nischen Thälern.
Hoplopterus (Bonaparte) spinosus, Linn. Description de l’Egypte
Taf. 6, Fig. 3, häufig paarweise auf allen Wiesen von
Nord - Ost - Afrika.
ve da a ’ y va “RT zn REN w Pe 7
118
408. Sarciophorus (Striekland) pileatus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 834,
einzeln in Egypten und Nubien.
409. Charadrius (Linn.) melanopterus, Rüpp. Atlas Taf. 31, häufig in
Nubien und Abyssinien.
410. Hiatieula (Möhring) annulata, Gray oder Charadrius hiaticulaLinn.
Descript. de l’Egypt. Taf. 14, Fig. 1, im Winter in Egyp-
ten, am rothen Meer.
411, „ ecantiana, Latham ..... ? ebendaselbst.
412. „» indica, Latham .... ziemlich häufig am rothen Meer.
413. » minor, Meyer, Buffon Taf. 921, Egypten und rothes Meer.
414. » pecuaria, Temminck, Taf. 183, Egypten. |
415. „ Geoffroyi, Wagler, system. avium N. 19, häufig am rothen
Meer. ö
4) Steindreher. Cinclinae.
416. Cinclus (Möhring) morinellus, Linn. oder Strepsilas interpres Illi-
ger, Buffon Taf. 856, häufig am Mittel- und rothen Meer.
5) Austernfischer. Haematopodinae.
417. Haematopus (Linn.) ostralegus, Linn. Buffon Taf. 929, einzeln an
der Küste von Egypten und am rothen Meer.
418. „ niger, Cuvier, einmal erlegt auf der Insel Dahalak in der
Südhälfte des rothen Meeres; der Vogel selbst aber
konnte nicht aufbewahrt werden.
‘
119
Familie der Reihervögel. Irdeidae.
Taf. 45.
Ibis (Geronticus) comata Ehrenberg.
Schopftragender Nimmersatt.
Diaynosis: Capite et gutture nudis, colore cinnabarino fusco, cervice et collo pennis
elongatis acuminatis, colore purpureo fusco; totius corporis colore
viride-fusco nitore aeneo, alarum tectricibus mediis aeneo-violaceis
varicoloribus, pedibus et rostro rubris.
Die preussischen Reisenden haben während ihrer Bereisung
der arabischen Küste diesen Vogel bei Gomfuda entdeckt; der-
selbe macht während der wohlthätigen Regenzeit im Februar
seine Erscheinung an der abyssinischen Küste, woselbst wir
im Modatthal mehrere erlegten. Keine Beschreibung oder Abbil-
dung dieser schönen Ibisart ist bis jetzt, so viel ich weiss, ver-
öffentlicht, welches ich hiermit nachholen will.
Der ganze Ober- und Hinterkopf, Ohrengegend und Kehle
sind nackthäutig und von schmutzig zinnoberrother Farbe; der
Hals ist besetzt mit länglichen schmalen zugespitzten Federn,
welche längs des Nackens einen Schopf bilden; diese Federn
sind dunkel purpurfarbig; das ganze Gefieder des Körpers ist
glänzend schwarzgrün, die mittleren Deckfedern der Flügel pur-
purviolett mit Tombackschiller; Schnabel und Füsse ziegelroth,
Nägel schwarz, Iris rothbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum BERWRREERGEN Wi. 1 rn 270
Schwanz besonders gemessen . . . ...6 -
Oberschnabel längs der Firsste . . . 2. ..2.4 6
Länge des Tarsus . . PEN 5%
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten la 14 l
ERsse der äusseren Zebe bei. ur Sa re . 1 7
I
ER De Ar ,
120
Länge: derMittelache „3 ae 1 EIER ER
5 „ JBNETOR Zee TE ee 1 6
55 „ hinteren Zehe Ye ee = 11
Beide Geschlechter sind ganz gleich in Grösse und Fär-
bung; es ist ein Zugvogel, dessen Wanderungen nach Abyssi-
nien von den Regengüssen abhängig sind; es war immer ein
grosser Schwarm dieser Vögel, welche einwanderten. Wir be-
obachteten diese Art nur in den Küstenthälern; ihre Nahrung
besteht aus kleinen Reptilien und Käfern. Im Gegensatz mit dem
abyssinischen Ibis carunculata, welcher eine helltönende rauhe
Stimme hat, die man öfters hört, ist diese Art sehr schweigsam.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Reiher.
Ardeidae.
1) Kraniche. Gruinae.
419. Grus (Linn.) ceinerea, Bechstein, Buffon Taf. 769, Zugvogel im Herbst
u. Frühling durch Egypten u. Nubien dem Nil entlang.
420. “ carunculata, Latham, einzeln in Schoa.
421. Anthropoides (Vieillot) virgo, Linn. Buffon Taf. 241, im Winter in
Unteregypten.
422. Balearica (Brisson) pavonina, Linn. Buffon Taf. 265, in grossen
Scharen in Sennaar und am Zanasee in Abyssinien.
2) Reiher. Ardeinae.
z
423. Ardea (Linn.) cinerea, Linn. Buffon Taf. 755, häufig in ORT
Nubien und Abyssinien.
424. » purpurea, Linn. Buffon Taf. 788, überall in ganz Nord -
Afrika.
425. » Goliath, Rüpp. Atlas Taf. 26, einzeln in Sennaar und Abys-
sinien.
426. Egretta (Brisson) alba, Linn., häufig in Unteregypten.
427. » garzetta, Linn. Gray Ind. Zool. Vol. 2, Taf. 49, Fig. 1, häufig
in ganz Nord-Ost- Afrika.
121
428. Eyretta orientalis, Gray Ind. Zool. Vol. 1, Taf. 65, häufig in Nord-
Ost - Afrika.
428a. „, gularis,Bose, Ehrenbg. Symb. Taf. 6, an den Ufern des rothen
Meeres.
429. Ardeola (Boje) bubulcus, Savigny Deseript. de l’Egypte Taf. 8,
Fig. 1, sehr häufig in Egypten.
430. „ eoromandelica, Lichtenst. ') Buffon Taf. 910, ziemlich
häufig in Abyssinien.
431. » Minuta, Linn. Buffon Taf. 323, einzeln in Nubien und Abys-
sinien.
432. „ ralloides, Scopoli, Buffon Taf. 348, einzeln in ganz Nord-
Ost- Afrika.
433. Botaurus (Brisson) stellaris, Linn. Buffon Taf. 789, Egypten, Ara-
bien und Abyssinien.
434. Nyeticorax (Brisson) europaeus oder Ardea nyeticoraz, Linn.
Buffon Taf. 758. Egypten und rothes Meer.
435. Scopus (Brisson) umbretta, Linn. Gmel. Buffon Taf. 796, Sennaar
und Abyssinien.
436. Platalea (Linn.) leucorodia, Linn. Buffon Taf. 405, im Winter sehr
häufig in Unteregypten.
437. » tenuirostris, Temminck, häufig in Sennaar während der Nil-
überschwemmung.
3) Störche. Ciconinae.
438. Anastomus (Bonnaterre) l/amelligerus, Illiger, Temminck Taf. 236,
einzeln in Sennaar und Abyssinien.
439. Dromas (Paykul) ardeola, Payk. Temminck Taf. 362, in kleinen Fa-
milien am Ufer des rothen Meeres.
440. Ciconia (Linn.) alba, Linn., in grossen Scharen als Zugvogel im
August und März in Egypten.
441. » nigra, Linn. Buffon Taf. 399, im Winter einzeln in Nord-
Ost-Afrika.
442. „» Teucocephala, Linn. Buffon Taf. 906, einzeln das ganze Jahr
in Sennaar und Abyssinien.
*) Ardeola bubulcus und coromandelica sind unbezweifelt zwei verschie-
dene Arten
443.
444.
445.
446.
447.
448.
449.
450.
451.
122
Ciconia (Sphenorhynchus Hemprich) Abdimit, Liehtenst. Rüpp. At-
las Taf. 8, paarweise das ganze Jahr inNubien und Abys-
sinien.
Myeteria (Linn.) ephippiorhyncha, Rüpp. Atlas Taf. 4, einzeln in
Sennaar und Abyssinien.
Leptoptilos (Lesson) Argala, Linn. Gmel. Temminck Taf. 301, in
kleinen Familien in Nubien und Abyssinien.
4) Sichelvögel. Tantalinae.
Tantalus (Linn.) Ibis, Cuv. Buffon Taf. 389, während der Nilüber-
schwemmung von Sennaar bis Mittelegypten.
Ibis (Möhring) aethiopica, Latham, Deseript. del’Egypte Taf.7, Fig. 1,
das ganze Jahr über in kleinen Familien an der abyssi-
nischen Küste, in Nubien und Sennaar.
Harpiprion (Wagler) carunculata, Rüpp. Wirbelth. Taf. 19, Fig. 1,
während der Winterregen in kleinen Familien an der
abyssinischen Küste.
„» Hagedash, Sparrmann, Vieillot Galerie Taf. 246, familien-
weise während der Regenzeit in Sennaar.
Geronticus (Wagler) comatus, Ehrenberg, Rüpp. syst. Uebersicht
Taf. 45, in kleinen Familien als Zugvogel im ‘Winter an
der abyssinischen Küste.
Falcinellus (Ray) igneus, Gmel. Desceript. de l’Egypte Taf. 7,Fig. 2,
das ganze Jahr in Egypten, in Abyssinien und in Nubien.
123
Familie der Schnepfen. Scolopacidae.
Ob ausser der im Winter in Unteregypten vorkommenden
Heerschnepfe (Gallinago scolopacinus Ray *) oder Scolopax
gallinago Linn.) nicht auch Gallinago major (S. major Linn.)
und Scolopax rusticola Linn. von Europa nach Nordost- Afrika
ziehen, dieses habe ich zwar nicht selbst ermittelt, doch ist es
sehr wahrscheinlich, da diese beiden Arten häufig in jener Jah-
reszeit in Unteritalien sich aufhalten. Eine vierte Schnepfen-
art beobachtete ich im Juli ziemlich häufig auf sumpfigen Wie-
senflächen in Simen, die übrigens ungemein nahe steht einer
unserm Museum vom südlichen Afrika zugekommenen Schnepfe
(leider ohne Artenbestimmung aufgestellt), welche ich bis jetzt
in keinem ornithologischen Werke beschrieben fand, obgleich
solche schwerlich ein Fremdling für die Vögelkenner seyn wird.
Durch iconographische Darstellungen sind sehr nahe verwandte
Schnepfenarten sehr schwer kenntlich zu machen, und ihre Ab-
bildungen sind sofort wenig nützend, ich beschränkte mich daher
auf eine einfache Beschreibung, den Vogel provisorisch Galli-
nago aequatorialis benennend.
Der Kopf hat die den meisten Schnepfenarten eigenthüm-
liche Farbenzeichnung; längs der Mitte des Scheitels ein schma-
ler, über und unter dem Auge ein breiter isabellfarbiger Strei-
fen, zwischen welchem das Gefieder schwarzbraun ist. Kehle
und Vorderhals weiss. Auf den Seiten des Halses unter dem
Auge ein kurzer brauner Streifen, der sich bei vielen andern Ar-
ten vorfindet. Das übrige des Halses und die Brust hell isabell
*") Es wird sehr viele Missverständnisse veranlassen, wenn man mit nach
dem Beispiel von @. R. Gray, dieser Gattung den Namen Numenius zuweisen wollte,
da Linne selbst diesen Namen im Verlauf seiner Publicationen einer andern Gattung
gegeben hat.
r
un ER A
124
mit dunkelbraunen Flecken und Zickzackstreifen. Auf der Rücken-
mitte sind die Federn schwarzbraun, die äussere Fahne mit brei-
ter isabellfarbiger Einfassung und über die ganze Feder einige
rostrothe unregelmässige Transversalstreifen ; Flugfedern erster
und zweiter Ordnung hornfarbig, die äussere Fahne der ersten
und der Endrand der übrigen weiss. Grosse und kleine Flügel-
deckfedern schwarzbraun, die hinteren mit röthlich isabellenen
Querstreifen, die andern mit hellgrauem Endrand. Hinterrücken
grau und braun fein gestreift; die untern und obern Schwanz-
deckfedern hell rostroth mit braunen Wellenlinien. Von den 16
Steuerfedern sind die 4 mittleren schwarzbraun, mit breiter zim-
metfarbiger Borde gegen das Ende der Feder, das einen dunkel-
braunen, äusserlich weiss gesäumten Rand hat. Die beiden fol-
genden Paar Federn sind helirostroth mit braunen (Querlinien
und weisser Endspitze; die 4 Paar seitlichen Federn, bei wei-
tem schmäler als die andern, und nach aussen zu progressiv
verkürzt, sind weisslich, mit einigen braunen Querstreifen. Der
Bauch und die Schenkel sind weiss, die Seiten von jenem mit
graubraunen Querbinden; die Schenkel sind bis drei Linien ober-
halb des Kniegelenks befiedert.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwanzende EN TREE ER 0 107
Oberschnabel längs der Firste . . ... 2 7
Länge des Schwanzes . , . 2 —
Vom Flügelbug bis zur Spitze d der lten Flugfeder 4 ji
Länge des Tarsus 1 2
Aeussere Zehe 1 —
Mittlere Zehe 1 3%
Bere BEER 2 see er riet Br — 11%
Hintere Zehe Di era ger 100 _— 3
Die Füsse sind schmutzig meergrün, der Schnabel horn-
braun, die Iris dunkelbraun.
125
Bei der mit dieser abyssinischen Art sehr nahe verwandten
südafrikanischen Schnepfe, sind die braunen Flecken am Hals
und die Querbinden an den Seiten des Bauchs stärker ausge-
sprochen; der braune Striefen von dem Mundwinkel nach dem
Auge ist viel kräftiger, die weisse Farbe am Bauch nimmt einen
kleinen Raum ein, und die ganze Körpergrösse, sofern man
darüber nach ausgebalgten Exemplaren urtheilen kann, ist et-
was stärker.
Eine dritte unserm Museum aus Java zugekommene Galli-
nago-Art, die der abyssinischen gleichfalls viel ähnelt, hat die
hellen Kopfstellen zwischen Schnabel und Auge beinahe rein
weiss; am Hals und auf der Brust ist das Isabellfarbige überwie-
gend, die Seiten des Bauchs haben hellbraune weitschichtige Bin-
den. Die ganze obere Hälfte der innern Seite des Flügels ist grün-
braun und weiss gescheckt; der obere Flügelrand rückwärts
vom Bug ist einfarbig kastanienbraun. Ich zähle am Schwanz
20 Steuerfedern. Das kenntliche Beschreiben dieser drei sich
ungemein nahe stehenden Schnepfen wird immer äusserst
schwierig seyn.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Sumpfwader.
Scolopacidae.
1) Schnepfen. Scolopaeinae.
452. Numenius (Linn.) arquata, Latham, Buffon Taf. 818, häufig im Win-
ter in Unteregypten und an der abyssinischen Küste.
453. „ phaeopus, Latham, Buffon Taf. 842, im Winter in Unter-
egypten.
454. Glottis (Nilson) chloropus, Nilson oder Totanus glottis, Bechstein,
Deseript. de V’Egypte Taf. 14, Fig. 3, Egypten und rothes
Meer.
455. Limosa (Brisson) aegocephala, Linn. oder Seolopax limosa Linn.
Bufon Taf. 874, im Winter in Egypten.
2.
Br
456.
126
Totanus (Bechstein) stagnatilis, Bechst. Buffon Taf. 876,im Winter
in Untereg;ypten.
457. „ glareola, Linn. Gmel. Descript. de l’Egypte Taf. 14, Fig. 2,
im Winter in Untereg;ypten.
458. » hypoleucus, Gmel. Buffon Taf. 850, im Winter in Egypten.
459. „ ecalidris, Bechst. Descript. de l’Egypte Taf. 6, Fig. 1, im
Winter in Egypten.
460. „» ochropus, Latham, Buffon Taf. 843, im Winter in Egypten.
461. Recurvirostra (Linn.) avocetta, Linn. Buffon Taf. 353, im Winter
462
463
464
in Unteregypten.
. Himantopus (Brisson) vulgaris, Bechst. Buffon Taf. 878, häufig das
ganze Jahr über in Unteregypten.
. Philomachus (Möhring) pugnax, Linn. Buffon Taf. 305, Egypten,
Arabien und Abyssinien.
. Schoeniculus (Möhring) minutus, Leisler, Egypten.
465. 3 vartabilis, Meyer, Buffon Taf. 852, Egypten.
466. da Temminckii, Leisler, Temminck Taf. 41, Eg;ypten.
467. „ subarquatus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 851, Nord - Afrika.
468. Calidris (Iliger) arenaria, Linn., im Winter in Unteregypten.
469
470.
. Rhynchaea (Cuvier) bengalensis, Gmel., Deseript. del’Egypte Taf. 14,
Fig. 4, einzeln in Egypten.
Gallinago (Stephan) scolopacinus, Bonaparte oder Scolopax Galli-
nago Linn. Buffon Taf. 883, häufig in Unteregypten.
471. » major, Latham, Egypten. Nicht selbst von mir beobachtet.
472. „ aequatorialis, Rüpp. Abyssinien.
473. Scolopax (Linn.) rusticola, Linn. Buffon Taf. 885. (Nicht selbst von
474
mir beobachtet.) Egypten.
2) Wassertreter. Palamedeidae.
. Parra (Linn.) africana, Linn. Gmel. Swainson Zoolog. Illust. Znd.
Serie Taf. 6, häufig in Abyssinien.
127
Familie der Rallen. Rallidae.
Taf. 46.
Rallus abyssinicus Rüppell *).
Abyssinische Ralle.
Diaynosis: Capite, regione ophthalmica et parotica, collo postico viride-umbrinis;
dorso, alis, cauda etcrisso ex rufo umbrino -fuscis ; gula isabellina, collo
anteriore, pectore, ventre et tibiis umbrino-ferrugineis, tectricibus in-
ferioribus caudae albis.
Oberkopf, Gegend der Augen, Ohren und Nacken dunkel-
grünbraun; Rücken, Schwanz, Flügel und Steiss dunkelröthlich-
braun; Kehle isabell; Seiten und Vorderhals, Brust und Bauch
dunkelrostroth, welches auf dem Hinterleib und den Schenkeln
ins Rothbraune übergeht; untere Schwanzdecken weiss. Schna-
bel im Leben schwarzbraun, nach dem Tode schmutzig ziegel-
roth, Füsse braungrün, Iris dunkelbraun.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
N be ch ER EEE Eee: || SE, ..
Schwanzlänge besonders gemessen . . . . 1 6
Oberschnabel längs der Firste ‚at; ; 1 3
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder 5 —
Länge des Tarsus 1 9
Aeussere Zehe 1 6
Mittlere Zehe . 1 9%,
Innere Zehe 1 4
Be Di N a Et 6%,
Beide Geschlechter sind ganz gleich in Grösse und Fär-
bung.
*) Der von Gufrin in der Revue zoologique pag. 322 (nach Erichson’s Ar-
chiv für 1844) beschriebene Rallus Rongetti ist mit dieser Rallus-Art zu verglei-
chen. Vielleicht sind beide identisch.
WIR a Er SU ne 7 > PETE Be u Er u 2 A a Au ET ET al Er a
1 a TRITH Rinde ar 3a Ic N
128
Wir beobachteten diese Ralle in verschiedenen Gegenden
Abyssiniens zwischen Schilfrohr stagnirender Wasserpfützen,
namentlich in den Provinzen Seruxo und Simen; an den näm-
lichen Oertlichkeiten leben Gallinula chloropus und Porzana mar-
"uetta, die übrigens beide auch in Unteregypten vorkommen.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Rallen.
Rallidae.
475. Ortygometra (Ray) erex oder Rallus crex, Linn. Buffon Taf. 750,
einzeln in Egypten und Arabien.
476. » maruetta, Brisson, Buffon Taf. 751, einzeln inEgypten und
Abyssinien.
477. » Pygmaea, Naumann oder Gallinula Bailloni, Vieillot, Jardine
und Selby’s Illustr. Taf. 15, Egypten und Arabien.
478. Rallus (Linn.) abyssinicus, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 46, Abys-
sinien.
479. Gallinula (Brisson) chloropus, Latham, Buffon Taf. 877, Egypten
und Abyssinien.
480. Porphyrio (Brisson) hyacinthinus, Temminck, Bonaparte Fauna Ita-
. lica Taf. 44, Unteregypten.
481. Fulica (Linn.) atra, Linn. Buffon Taf. 179, im Winter häufig in
Egypten.
482. „» eristata, Linn. Gmel. Buffon Taf. 797, häufig in Abyssinien.
Achte Ordnung.
Schwimmvögel. Natatores.
Familie der Enten. Anatidae.
A. Gänse. Anserinae.
Taf. 47.
Bernicla ceyanoptera Rüppell. Blauflügelige Gans. 3
Diagnosis: Fronte et collo antico cinereo-rosaceis, gula albida, sincipite, regione
parotica et collo postico cervinis; dorso, pectore et ventre cinereo-
umbrinis, his maculis albidis variegatis; remigibus umbrino - olivaceis,
secundariis aeneo - virente -chalybeis, alarum tectricibus cyaneis;
cauda rufo-umbrino - fusca, tectricibus inferioribus niveis, superioribus
cervinis, rostro pedibusque nigris.
Diese schöne, zur Abtheilung der Bernicla gehörige Gans
hat die Stirn, die Gegend um die Schnabelbasis und den Vorder-
hals hellgrau mit rosenrothem Anflug, die Kehle selbst ist weiss;
das übrige des Kopfes und der ganze Hinterhals rehfarbig, der
Vorderrücken und die ganze untere Körperseite ist hell kasta-
nienbraun, jener mit hellerem Federrand, diese mit weissen
Flecken am Ende der Schafte. Diese Flecken sind am grössten
auf der Brust und den Seiten des Bauchs, auf der Mitte des
Bauchs und hinter den Schenkeln ist nur das Ende der Federn
hell gerandet. Aftergegend und untere Schwanzdecken weiss,
obere Schwanzdeckfedern rehfarbig. Hinterrücken blaugrau.
Flugfedern dunkelgrünbraun, diejenigen der zweiten Ordnung mit
Ornith. von N.0.Afr. 9
130
bronzegrünem metallischem Schiller. Sämmtliche Deckfedern der
Flügel lavendelblau. Der zugerundete Schwanz ist dunkelbraun.
Am Flügelbug befindet sich ein starker Höcker.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwanzende.. . and 070... BT naeetee
Schwanz besonders gemessen . . . .. 4 8
Oberschnabel längs der Krümmung der Firste 1 3
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten Schwinge 1 2
Länge des Tarsus. „zus. » fe „alas 2 6
Äcussere Zehe . zu. Sun a 2 6
Mittlere Zehe, - . Vin 3 2.17 5: 2 ae age 2 9
Innere Zehe ... .is - m Teag aid Ar cu: Sa 1 11
Hintere Zehe 5 Ar te 5 — 5%
Der Schnabel, die Füsse und Schwimmhaut sind schwarz,
die Iris braun. Beide Geschlechter sind ganz gleich in Färbung
und Grösse. Das Vaterland dieser Gans ist Schoa, von wo aus
auch Major Harris mehrere Exemplare nach England gebracht hat.
B. Enten. Analinae.
Taf. 48.
Anas leucostigma Rüppell. Weissfleckige Ente.
Synon.: Anas sparsa A. Smith South African Zoology Taf. 97.
Diaynosis: In utroque sexu colore chocolatino; regione suborbitali et margine
laterali pennarum colli maculis minutis albicantibus; cauda ejusque
tectricibus et paraptero fasciis semieirculis interruptis albis variegatis;
alarum speculo viride fusco chalybaeo, antice fascia nigra et alba,
postice et supra fascia terminali nigra; rostro et pedibus flavis, illo
parte media basin versus et ungne terminali nigris.
Die Grundfarbe des ganzen Gefieders ist dunkel chocola-
debraun; an den Seiten des Kopfes und am Halse haben die Fe-
WEBER TT ER, Bao!
ur ‘ .
En Bi“
;
131
dern seitlich kleine helle Flecken, wodurch sich zarte lichte
Längsstreifen abzeichnen; auf dem Unterkörper sind die Federn
mit hellem Randsaum; der zugerundete Schwanz, dessen Deck-
federn und die Flügeldecken sind mit unregelmässigen weissen
halbmondförmigen Querbinden, gewöhnlich am Schaft unter-
brochen, und die bei den Flügeldeckfedern nur bei aufgelüfteten
Federn sichtbar werden. Auf den Flügeln ist ein dunkelblau-
grüner metallglänzender Spiegel, welcher die Färbung der äus-
sern Fahnen der Flugfedern der zweiten Reihe ist; ihre innern
überdeckten Fahnen sind braun, deren Ende sammetschwarz
mit weissen Spitzen; das Ende der grossen Deckfedern ist
gleichfalls sammetschwarz, dem eine weisse (Querbinde voran-
geht, so dass der Spiegel nach drei Seiten mit Sammetschwarz
eingefasst ist und ausserdem nach vorn noch einen breiten weis-
sen Randstreifen hat. Auf jeder Feder der Brust und des Bauchs
ist eine schmale weisse Querbinde, welche jedoch durch die
Endspitze der vorhergehenden Feder ganz überdeckt ist.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis
zum Schwanzende EA EN u 3 Enno.
Schwanz besonders gemessen . . . . 2. 4 6
Länge des Oberschnabels von der Spitze des
Endnagels, längs der Firste :
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten Flugfeder 1
Länge des Tarsus
Innere Zehe
Mittlere Zehe
Aeussere Zehe a TEE La.
Re ehe ee a net — 5
Der Oberschnabel ist lebhaft orangegelb gefärbt; unfern
DD De eo
na m SD
seiner Basis gehet über die Firste ein rhombischer schwarzer
Flecken, in welchem sich die Nasenlöcher befinden; die nagel-
g*
ni
132
förmige Kuppe des Schnabelendes ist schwarz. Die Iris ist dun-
kelbraun, die Füsse röthlichgelb, die Nägel braun.
Beide Geschlechter haben gleichfarbiges Gefieder, das
Weibchen ist etwas weniges kleiner als das Männchen. Diese
Ente findet sich fast auf allen stagnirenden Wassern in Abys-
sinien; sie ist südlich bis in die Kaffrerei verbreitet, wo sie
von Dr. A. Smith eingesammelt wurde, welcher eine Abbildung
derselben in seinem vortreffllichen Werke: Illustrations of the
Zoology of South Africa (im 21. Heft, erschienen im October
1844) davon veröffentlichte, wobei er aber ausdrücklich be-
merkte, dass ich diese Art vor ihm aufgefunden hätte; denn von
mir erlegte Exemplare waren bereits vor 10 Jahren (1835) mit
meiner Benennung nach England geschickt worden.
Familie der Pelikane. Pelecanidae.
Taf. 49.
Pelecanus minor *) Rüppell.
Kleiner Pelikan.
Diagnosis: P. quinta parte minor Pelecano onocrotalo, cui colore persimilis; at
differt crista occipitali maris adulti in altitudine verticis exserta.
Bereits im Jahr 1836 veröffentlichte ich im 2. Band des
Museum Senckenbergianum Seite 185 eine Beschreibung dieses
Vogels, welchen Blasius und Kaiserling in ihren Wirbelthieren
*) Als Unterschrift der Tafel 49 steht der von Brisson und Möhring ge-
brauchte Gattungsname Onocrotalus, doch bin ich hiervon zurückgekommen, und
bediene mich wieder der Linn&’schen Bezeichnung Pelecanus.
133
Europas I. Seite 234 zwar als eigene Art annehmen, aber da-
bei ganz irrthümlich einen angeblichen Grössenunterschied
zwischen den Hinterzehen von P. onocrotalus und P. minor im
Vergleiche zur Tarsuslänge, als Gattungscharakter angeben;
dieses findet eben so wenig statt als die angegebene Verschie-
denheit in der Begrenzung der befiederten Stelle an der Schna-
belbasis und um die Augen. In beiden Arten stehet die Hinter-
zehe zum Tarsus in einem Verhältnisse von 2 zu 5, und die
äussere Zehe ohne den Nagel ist genau der Tarsuslänge ent-
sprechend *). Ob übrigens mein verstorbener Freund, der aus-
gezeichnete Naturforscher Brasiliens J. Natterer dessen Krite-
rium in ornithologischen Fragen ich sehr beachte, Recht hat,
wenn er behauptet, dass alle Pelecanus minor nur im Wachs-
thum verkrüppelte Individuen von P. onocrotalus seyen, dieses
muss noch durch genaue Beobachtungen ermittelt werden.
Das alte ausgefiederte Männchen ist durchaus rein weiss
gefärbt, nur die Flugfedern der ersten Ordnung sind schwarz,
diejenigen der zweiten Ordnung grauschwarz längs der Mitte,
seitlich breit grauweiss eingefasst, die verlängerten etwas stei-
fen und zugespitzten Federn an der Basis des Vorderhalses ha-
ben einen gelblichen Farbenanflug; Kehlsack und nackte Haut
um die Augen und die Schnabelbasis gelblich; Füsse, Schwimm-
haut und Nägel fleischfarbig ; Iris braun. Schnabel verwaschen
graugelb, Firste des Oberschnabels bläulich.
RBSE Dee: WERE N ar a er a
Oberschnabel längs der Firste . . . RR 2
Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der 2. Flugfeder 23 6
Länge des Tarsus . . . BEE a ze 4 2
Aeussere Zehe (ohne Nagel) be 4 2
*) Es ist ein sehr anstössiges Verschen des Zeichners, dass gerade bei der
Zeichnung des Pelecanus minor der Tarsus um ein Fünftheil zu lang ist, worauf
ich ausdrücklich aufmerksam mache, und diesen mir nicht zu Schuld kommenden
Fehler zu entschuldigen bitte.
Em?
I.3
134
Mittlere Zehen: wii er Ar 1
Innere Zehe AURERRRIS UT H4"* | ©, 7 AO HBRBERRER NER E07 ©, 3 —
HintereiZelei ne ae 1. 10
Der Federschopf des Nackens beginnt in gleicher Höhe mit
der obern Kopffläche.
Bei den jungen Vögeln, welchen der Schopf des Nackes und
die verlängerten Federn an der Basis des Vorderhalses fehlen,
ist der ganze Kopf und Hals röthlich grau, die Seiten des Rückens
und die Deckfedern der Flügel hell leberbraun, wobei die End-
spitzen und der Seitenrand weisslich; die Füsse und ihre Nägel
sind mehr braungrau als fleischfarbig, die nackte Fleischhaut
am Kopf und Kehle ist dagegen fleischfarbig statt gelb.
Diese Pelikanenart kömmt häufig auf den Salzseen in Un-
teregypten vor, untermischt lebend mit Pelecanus crispus. Das
Original der Abbildung ist ein altes Männchen, welches unserm
Museum aus der Moldau zugeschickt wurde.
Taf. 50.
Phalacrocoraz lugubris Rüppell. Trauertragende Scharbe.
Diagnosis: Avis adulta ptilosi nuptiali: Capite supra viride-umbrino -nigricante,
pennarum margine laterali limbo clariore, oceipite subcristato, collo
postice nigricante, antice et lateraliter pectoreque niveis; ventre, crisso,
dorso posteriore et pedibus nitenti-nigris; dorso anteriore, alarum
tectricibus et remigibus umbrino - virentibus nigro - marginatis; cauda
rotundata rectrieibus 14, viride-nigris, rachibus supra caerulescentibus,
infra nigris.
Ptilosis hiemalis a nuptiali differt: Toto gastraeo niveo, exceptis
lateribus ventris et tibiis nigris; avis jurenis a ptilosi hiemali differt:
collo cinereo - umbrino pectus versus albo - variegato; alarum tectri-
cihns majoribus apicem versus subtiliter albo -limbatis, pennis dor-
salibus et alarum tectricibus margine umbrinis.
Ich muss es sehr bedauern, dass die Monographie der Gat-
tung Phalacrocorax, welche Herr Brandt bereits im Mai 1839
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155
der petersburger Akademie mittheilte, nicht von mir zur Verglei-
chung bei gegenwärtiger Beschreibung benutzt werden kann, in-
dem von derselben bis jetzt in Erichsons Archiv kein Auszug ge-
geben wurde, so dass ich vermuthe, jene interessante Arbeit ist
noch nicht dnrch den Druck veröffentlicht. Von den 8 neuen
Arten von Cormoranen, welche jener Gelehrte bestimmt hat,
und deren Diagnosen in Erichsons Archiv, Jahrgang 1839 be-
kannt gemacht wurden, passt jedenfalls keine auf meine abys-
sinische Art, eben so wenig als jene Scharben, die Latham,
Swainson und @ould beschrieben haben. Sollte aber doch irgend-
wo eine Charakteristik des nachstehenden Vogels sich vorfin-
den, so dürften doch schwerlich dabei die Farbenveränderun-
gen des Gefieders, je nach den verschiedenen Lebensalter rich-
tig angegeben seyn, welche ich in Reihenfolge zn beobachten
Gelegenheit hatte.
Der ausgefiederte Vogel hat in beiden Geschlechtern im
Hochzeitskleid den ganzen Oberkopf dunkelgrünbraun, die Federn
seitlich mit feinem helleren Rande; der ganze Hinterhals, der
Unterleib von der Brust an rückwärts und der Hinterrücken sind
glänzend grünschwarz; der Vorderhals mit der Brust rein weiss.
Der Vorder- und Mittelrücken und die Flügel sind braungrün,
jede Feder mit einer breiten etwas schillernden schwarzen Rand-
einfassung. Der zugerundete Schwanz ist schwarzgrün, die
Schafte der 14 Steuerfedern sind auf der obern Seite dunkel-
blaugrau und unten schwarz. Nackte Gegend um die Augen und
an der Kehle, Unterschnabel und Seiten des Oberschnabels gelb-
lichgrau; Firste des Oberschnabels schwarzgrün : Iris grünblau.
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum
Pohwansende: nana dann, a rt
Schwanz besonders gemessen . - . . ...% 2
Öberschnabel längs der Krümmung der Firste . . 2 N
136
Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der zweiten
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Die äussere Fahne der drei äussersten Schwingen ist gegen die
Endspitze zu ausgeschnitten, und bei dem Männchen ist im
Nacken ein kleiner, wenig bemerkbarer Federnschopf.
Im Wintergefieder ist der ganze Hinterhals gleich dem
Oberkopf dunkelgrünbraun gefärbt, und längs der Seiten des
Halses ist ein Uebergang von dieser Farbe in das Weisse des
Vorderhalses; der ganze Unterkörper ist weiss, nur die Seiten
des Bauchs längs der Flügel und die Schenkel sind schwarz, und
über den Steiss geht eine in der Mitte unterbrochene schwarze
Querbinde. Die Randeinfassungen der Flügeldecken sind braun,
welches wieder an den kleinen und mittleren Deckfedern nach
der Endspitze zu weiss gesäumt ist. Die Farbe des Rückens
ist matt schwarzbraun.
Das Gefieder des jungen Vogels unterscheidet sich von
demjenigen des Winterkleides nur durch die Färbung des Vor-
derhalses, der bis auf die Brust graubraun ist, mit etwas Weiss
gesprenkelt.
Diese Scharbe findet sich ziemlich häufig paarweise längs
den Ufern der abyssinischen Flüsse und Seen, aufFelsen sitzend;
auch von Schoa aus ward er mir zugeschickt. Die vielen klei-
nen Fische, von welchen alle Gewässer jener Länder wimmeln,
geben ihm und den beiden andern dort vorkommenden Schar-
ben (Ph. afrieanus und pygmaeus) reichliche Nahrung, so wie
den in gleichen Localitäten, jedoch seltner lebenden Plotus Le-
vaillantii und Scopus umbretta.
Schliesslich will ich noch besonders herausheben, dass
der auf der ganzen Küstenstrecke des rothen Meeres ziemlich
137
häufig vorkommende Tölpel (Disporus, Nliger) nach Professor
Lichtenstein’s bestimmter Versicherung mit dem an der süd-
amerikanischen Küste lebenden Disporus brasiliensis Linn.
identisch seyn soll, welches ich auf jene Autorität hin anneh-
men will, da aus Mangel der brasilianischen Species ich keinen
directen Vergleich machen kann.
Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden
Schwimmvögel. Natatores.
A. Unterabtheilung der Enten. Anatidae.
1) Flamingos. Phoenicopterinae.
483. Phoenicopterus (Linn.) roseus, Pallas Buffon Taf. 63, in zahllosen
Scharen in den Salzsümpfen von Unteregypten.
484. „» minor, Vieillot, Galerie des Oiseaux Taf. 273, in grossen
Familien in der südlichen Hälfte des rothen Meeres.
2) Spornflügler. Plectropterinae.
485. Plectropterus (Leach) gambensis oder Anas gambensis, Latham,
Museum Senckenb. Vol. 3, Taf. 1, in grossen Familien am
Zanasee in Abyssinien und am Nil in Sennaar.
486. Sarkidornis (Eyton) melanonotus oder Anas melanonolus, Pen-
nant, Vieillot Galerie Taf. 285, Schoa.
487. Chenaloper (Stephens) aegyptiaca oder Anas aegyptiaca, Linn.
Buffon Taf. 379, häufig paarweise in ganz Nord-Ost-Afrika.
3) Gänse. Anserinae.
488. Bernicla (Stephens) eyanoptera, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 47,
Schoa.
4) Enten. Anatinae.
489. Dendrocygna (Swainson) riduata oder Anas viduata, Linn. Buflon
Taf. 808, häufig am Zanasee in Abyssinien.
490.
491.
492.
493.
494.
495.
496.
497.
498.
499,
500.
501.
502.
503.
504.
505.
138
Casarca (Bonaparte) rutila oder Anas rutila, Pallas, Deseript. de
l’Egypte Taf. 10, Fig. 1, einzeln in Egypten.
Poeeilonitta (Eyton) erythrorhyncha oder Anas erythrorhyncha,
Linn. häufig in Sennaar und Abyssinien.
Mareca (Steph.) penelope oder Anas penelope, Linn. Buffon Taf. 825,
im Winter in Egypten und Abyssinien.
Dafila (Leach) acuta oder Anas acuta, Linn. Buffon Taf. 954, sehr
häufig in ganz Nord - Ost - Afrika.
Querquedula (Steph.) crecca od. Anas crecca, Linn. Buffon Taf. 947,
häufig in Egypten und am rothen Meer.
„» eircia, Steph. oder Anas yuerquedula, Linn. Buff. Taf. 946,
häufig im Winter in Egypten.
Spatula (Boje) elypeata oder Anas clypeata, Linn. Buff. Taf. 971,
im Winter in ganz Nord -Ost- Afrika.
Anas (Linn.) Boschas, Linn. Buffon Taf. 776, häufig in Egypten und
Abyssinien.
= leucostigma, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 48, häufig im
südlichen Abyssinien.
Fuligula (Steph.) eristata oder Anas fuligula, Linn. Buff. Taf. 1001,
häufig im Winter in Abyssinien.
Oedemia (Flemmich) fusca oder Anas fusca, Linn. Buf. Taf. 758,
häufig im Winter in Egypten.
Erismatura (Bonaparte) mersa oder Anas mersa, Pallas, Deseript.
de l’Egypte Taf. 10, Fig. 2, im Winter in Egypten.
B. Unterabtheilung der Taucher. Colymbidae.
Podiceps (Latham) minor, Latham, Buffon Taf. 905, einzeln an der
abyssinischen Küste.
C. Unterabtheilung der Möven. Laridae.
1) Möven. Larinae.
Larus (Linn.) marinus, Gmel. Buffon Taf. 266, einzeln bei Damiatte,
im Sommer.
„ argentatus, Brunnich, Buffon Taf. 253, bei Abukir im Win-
ter, häufig.
» fuseus, Linn. Meyers Taschenbuch, Band I, Titel als Larus
flavipes, häufig an der egyptischen Küste bei Damiatte.
139
506. Aema (Leach) ichthyaetos, Pallas, Rüpp. Atlas Taf. 17, einzeln bei
507.
508.
509.
heftigem Südostwind im Frühjahre bei Cairo und bei
Souez.
„» leucophthalmum, Lichtenst. Temminck Taf. 366, ungemein
häufig an den Küsten des rothen Meeres, zufällig aın
mittelländischen Meer.
» ridibundum, Gmel. Buffon Taf. 970, im Winter häufig bei
Alexandrien.
» gelastes, Lichtenst. oder X. Lambruschini Bonaparte Fauna
Italica, Aves Taf. 21, ungemein häufig im Winter und
Frühling auf den Wiesen bei Cairo, wosie Heuschrecken
fängt.
2) Scherenschnäbel. Rhynchopinae.
510. Rhynchops (Linn.) flavirostris, Vieillot, Rüpp. Atlas Taf. 24 als
R. orientalis, familienweise auf dem Nil in Nubien und
Sennaar.
3) Seeschwalben. Sterninae.
511. Sterna (Linn.) hirundo, Linn., Buffon Taf. 987, sehr häufig an der
512.
513.
egyptischen Küste des mittelländischen u. rothen Meeres.
„» nilotica, Linn. häufig in Egypten und Nubien auf dem Nil-
strom.
„ leucopareja, Natterer od. Hydrochelidon (Brehm) hybrida,
Pallas, häufig in Unteregypten.
514. Hydrochelidon (Boje) nigra oder St. nigra, Linn., häufig im Früh-
ling an der arabischen Küste.
515. Gelochelidon (Brehm) anglica oder Sterna anglica, Montague,
Deseript. de l’Egypte Taf. 9, Fig. 2, häufig im Winter
am rothen Meer.
516. Sylochelidon (Brehm) caspia oder Sterna caspia, Pallas, Deseript.
de l’Egypte Taf. 9, Fig. 1, sehr hänfig auf den Kanälen
von Unteregypten.
„ relor, Rüpp. Atlas Taf. 13, häufig auf den Inseln des rothen
Meeres.
affinis, Rüpp. Atlas Taf. 14, häufig auf den Inseln des ro-
„
then Meeres.
519.
520
621
522
523
524
525
526.
527.
628.
529
530.
531.
532.
140
Thalassipora (Boje) infuscata oder Sterna infuscata, Lichtenstein,
Doubletten-Verzeichniss, sehr häufig bei Tor am rothen
Meer.
. Megalopterus (Boje) tenuirostris oder Sterna tenuirostris, Temm.
Taf. 205, einzeln auf dem rothen Meer.
. Sternula (Boje) minuta oder Sterna minuta, Linn. Buffon Taf. 996,
ziemlich häufig an den Küsten von Unteregypten.
D. Unterabtheilung der Pelikane. Peiecanidae.
. Plotus (Linn.) Levaillantü, Temminck Taf. 380, einzeln in Sennaar
und Abyssinien.
. Phaeton (Linn.) phoenicurus, Gmel. Buffon Taf. 979, nistet auf
den Inseln in der südlichen Hälfte des rothen Meeres.
. Dysporus (Illiger) brasiliensis? Buffon Taf. 973, häufig im ganzen
rothen Meere.
. Pelecanus (Linn.) onocrotalus, Linn., nicht selbst von mir einge-
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sammelt, angeblich in Unteregypten.
minor, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 49, häufig in Unter-
egypten.
crispus, Bruch, Brandt Icones animalium rossicorum, Aves
Taf. 6, häufig in Egypten.
rufescens, Latham, Rüpp. Atlas Taf. 21, einzeln in Nubien,
häufig bei Massuna am rothen Meer.
. Phalacrocorax (Brisson) africanus, Gmel. Descript. de l’Egypte
Taf. 8, Fig. 2, häufig an den Nilufern.
pygmacus, Pallas, einzeln in Egypten und Abyssinien.
carbo, Linn. Buffon Taf. 927. ziemlich häufig in Egypten.
lugubris, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 50, häufig in Abys-
sinien.
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